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Sammeln aus Leidenschaft
Der Grundstein für die Kunstsammlung der AXA Versicherung wurde Mitte der 80er Jahre durch die Nordstern Versicherung gelegt. Sie umfasst heute mehr als 3200 Kunstwerke. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Gemälden, Grafiken, Skulpturen und Fotografien des 20. und 21. Jahrhunderts. Hierbei zeichnet sich die Sammlung vor allem durch Kunstwerke europäischer und US-amerikanischer Künstler aus. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Förderung junger Kunst deutscher Kunsthochschulen und Akademien.
Untitled, 1983; Öl auf Leinwand
Kunstsammlung AXA Versicherung Inv. Nr. 14
© VG Bild - Kunst, Bonn 2012
Die Sammelleidenschaft des Unternehmens begann mit dem Erwerb einer farbintensiven Lofotenlandschaft des Künstlers Ernst Wilhelm Nay aus dem Jahr 1937. In den folgenden Jahren wuchs der Sammlungsbestand schnell an, ihr Profil ist bis heute vielschichtig.
So wurden Kunstwerke der Künstlergruppe "Zero", bspw. von Heinz Mack, Otto Piene, Adolf Luther und Günther Uecker, ebenso gesammelt wie abstrakte Expressionisten. Gerhard Richter, Dona Nelson und Walther Stöhrer finden sich neben Werken der "Nouveaux Réalistes" mit Daniel Spoerri, Christo und César. Ben Vautier, Wolf Vostell, Joseph Beuys und Per Kirkeby sind als Repräsentanten der Fluxusbewegung ebenso erwähnenswert wie Ulrich Erben, Rupprecht Geiger und Sean Scully für die konkrete Kunstrichtung.
Ein Teil der Sammlung widmet sich den "Young British Artists" mit Künstlern wie Fiona Rae und Damien Hirst und deren Lehrern bspw. Michael Craig-Martin. Jim Dine und Andy Warhol richten den Blick auf Tendenzen der Pop-Art und mit Daniel Buren, Louis Cane, Jan Fabre und Claude Viallat beleuchtet man die Künstlergruppe "Support Surface".
Mirrors 1976; Spiegel und Plexiglas
Kunstsammlung AXA Versicherung Inv. Nr. 901
© VG Bild - Kunst, Bonn 2012
Auch die "neuen Wilden" sind mit Kunstwerken von A.R. Penck, Rainer Fetting und Bernd Zimmer vertreten. Die fotografische Sammlung stellt neben herausragenden Einzelpositionen wie Olafur Eliasson und Michael Wesely auch zusammenhängende Werkgruppen mit Arbeiten von Bernd und Hilla Becher und deren Schülern Jörg Sasse, Thomas Struth, Boris Becker und Candida Höfer aus.
Der umfangreiche Sammlungsbestand der AXA Versicherung dient der Ausstattung der Räumlichkeiten an den verschiedenen Standorten des Unternehmens in Deutschland. Hierin wird deutlich, dass ein wesentliches Element der Unternehmenskultur die Bereitschaft ist, sich offen mit zeitgenössischer bildender Kunst auseinanderzusetzen. Die Kunst im Unternehmen soll Mitarbeiter und Besucher dazu animieren, das Urteilsvermögen für aktuelle Kunst zu schärfen. Sie soll dazu auffordern, die Begegnung mit Kunst auch an anderen Orten zu suchen und damit nicht zuletzt dazu beitragen, kreativen Ausdruckswillen zu tolerieren.
Günther Uecker
Hell und Dunkel, 1988; bemalte Nägel auf Holz
Kunstsammlung AXA Versicherung Inv. Nr. 192/193
© VG Bild - Kunst, Bonn 2012
Zahllose Nägel, in eine Holzplatte geschlagen, bilden eine Rundform mit einer räumlichen Oberflächenstruktur, die reale Schatten wirft. Die Rundform der Nägel wird betont, durch die graubraune, erdige Farbe, die mit Vehemenz auf den Untergrund aufgetragen wurde, wie die Farbspritzer an den Rändern der Kreise zeigen. Wenn das Nagelbild an Getreidehalme eines Ackers denken lässt, durch die ein heftiger Wind fährt, so ist dies keine zufällige Assoziation. "Wie ein Bauer auf dem Feld" arbeitet Günter Uecker mit seinem Material, bemerkte der Kunsthistoriker Dieter Honisch Ende der achtziger Jahre.
Auch Uecker selbst sieht in seinem Werk eine enge Verbindung zu der ländlichen Künstlergegend von Mecklenburg, wo er in den dreißiger Jahren aufwuchs.1953 verließ er die DDR und begann Mitte der fünfziger Jahre ein Kunststudium an der Akademie in Düsseldorf.
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Günther Uecker |
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Günther Uecker gehört zur ersten Generation deutscher Nachkriegskünstler, die in den fünfziger Jahren nach einer radikalen Neuorientierung der Kunst strebten. Die gegenständliche Repräsentation erschien Uecker ebenso wie vieler seiner Kollegen obsolet und propagandistisch korrumpierbar; die informelle und expressive Abstraktion der älteren Zeitgenossen schien Gefahr zu laufen, modisch und beliebig zu werden. 1955/56 entschied Uecker sich für den Nagel (ursprüngliche Werkzeuge, nicht Werkstoffe) als eines seiner wichtigsten künstlerischen Materialien, das bald auch die Funktion eines "Markenzeichens" annahm. Die nahezu obsessiv erscheinende Verwendung von Nägeln in Ueckers Werk eröffnet ein weites Feld möglicher Bedeutungen: Sie verweist auf das Ethos der körperlichen Arbeit und auf den optimistischen Utopismus der Vorkriegsavantgarden wie den russischen Konstruktivismus. Zugleich fungiert sie als Metapher für Aggression, Zerstörung und Martyrium. So versteht Uecker seine künstlerische Arbeit auch als humanistischen Appell; "Die Kunst kann den Menschen nicht retten" schrieb er 1983, "aber mit den Mitteln der Kunst ist ein Dialog möglich, der zur Bewahrung der Menschen aufruft".
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David Nash
Comet Ball, 1989; Ulmenholz
Kunstsammlung AXA Versicherung Inv. Nr. 1564
© VG Bild - Kunst, Bonn 2012
"Comet Ball - ein Kollege beschrieb diese Arbeit als eine Art Kinderspiel. Ein Softball in einem Socken wird so hoch wie möglich in die Luft geschleudert und rauscht wieder herab, während der Socken hinterherflattert, um aufgefangen zu werden. Der Sinn ist, ebenso wie bei den herabsteigenden Luftschiffen, dass der Gegenstand von oben kommt, dass er angekommen ist." Mit diesen Worten charakterisierte der englische Bildhauer David Nash seine monumentale Ulmenholzskulptur im Jahr ihrer Entstehung.
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David Nash |
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Seit 1967 arbeitet Nash in einem Atelier in der Bergarbeiterstadt Blaenau Ffestiniog in den Wäldern von North Wales. Lebende Bäume wie zum Beispiel die Installation Light, Ash Dome, die im Tal von Ffestiniog aus einem Kreis von 22 gepflanzten Bäumen besteht und Holz sind seine bevorzugten Werkstoffe. Er beginnt mit der Bearbeitung durch eine Säge, seit 1975 auch mit dem Feuer, indem er seine Skulpturen in das Feuer und einen Ofen setzt, und auch sie mit dem Flammenwerfer partiell und kontrolliert bearbeitet. Nashs Kunst entsteht parallel zur Natur: Seine Skulpturen werden in Harmonie mit dem Material und den Jahreszeiten bearbeitet. Dies ist das Resultat seiner langjährigen Beschäftigung mit der Natur und ihren Prozessen. So verweisen die dunklen Verbrennungsspuren am Comet Ball auf die extreme Reibungshitze, die sich beim Eintauchen eines Kometen in die Erdatmosphäre entwickelt und dabei am Himmel eine flüchtig leuchtende Spur erzeugt.
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Ernst Wilhelm Nay
Lofoten 1937; Öl auf Leinwand
Kunstsammlung AXA Versicherung Inv. Nr. 1
© E. Nay Scheibler, Köln 2012
Ernst Wilhelm Nay gehört zu jener Generation deutscher Künstler, die 1933 von den Nationalsozialisten als "entartet" verfemt wurden. Bis zum Kriegsende arbeitete Nay im Verborgenen an seinem malerischen und zeichnerischen Werk und wurde nur von wenigen Vertrauten, wie etwa dem Kunsthistoriker Carl Georg Heise, gefördert. So bat Heise den in der Nähe von Oslo lebenden Maler Edvard Munch, Nay einen Aufenthalt in Norwegen zu ermöglichen. Auf Anregung von Munch verbrachte Nay den Sommer 1937 und 1938 mehrere Monate auf den Lofoten, einer felsigen Inselgruppe am Rande des nördlichen Polarkreises.
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Ernst Wilhelm Nay |
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Mit der Arbeit am Zyklus der Lofoten-Bilder, der expressivsten Phase seines Werkes, begann Nay erst nach der Rückkehr in sein Berliner Atelier. Als Ausgangspunkte dienten ihm Zeichnungen und Aquarelle, die während der Reise entstanden waren. Nay übersetzte seine Eindrücke der nordischen Landschaft in eine zeichenhafte Bildsprache aus kaleidoskopartig aufgesplitterten Formen. Wie in einem Mosaik rhythmisieren klar voneinander abgegrenzte, kontrastierende Farbzonen die Bildfläche. Sie evozieren eine elementare Dynamik, in der die Gruppe der auf das Wesentliche reduzierten menschlichen Figuren nicht dominiert, sondern Teil eines umfassenden kosmischen Gefüges ist. Gerade noch erahnbar ist die Darstellung einer Szene, in der Fischer ihre Netze einholen - ein archaisches Motiv, das Nay bereits seit Mitte der dreißiger Jahre beschäftigte und das er ins Metaphysische wendete. Schon im Arbeitsakt der Ostseefischer, bei denen Nay gelebt hatte, hatte er einen "Klang von urchristlicher Gemeinschaft" vernommen, der wenig später auch in den Bildern des Lofoten-Zyklus einen malerischen Ausdruck fand.
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Treten Sie mit uns in Kontakt
Songs, Dovernport Blues, 1984, Acryl auf Leinwand
Kunstsammlung AXA Versicherung Inv. Nr. 690
© VG Bild -Kunst, Bonn 2012
Wenn Sie Fragen zur AXA Kunstsammlung haben können Sie sich gern mit uns in Verbindung setzen.
AXA Versicherung AG
Kunstsammlung Deutschland
Colonia-Allee 10-20
51067 Köln
| kunstsammlung@axa.de |
Fotonachweis: Lothar Schnepf und Farbanalyse





