Wissenswertes rund ums Kindergeld - Fragen, Antworten, Hilfen

Das Kindergeld gehört zu den wichtigsten Förderungen für Familien in Deutschland. Vom ersten Lebenstag eines Kindes bis über die Volljährigkeit hinaus erhalten Eltern und Kinder finanzielle Unterstützung. Die gute Nachricht 2012: Bürokratische Hürden sind gefallen.





25 Deutsche Mark für das dritte und jedes weitere Kind. Das war die Premiere des Kindergelds in Deutschland im Jahr 1954. Heute haben Eltern für ihr erstes und zweites Kind einen Anspruch auf 184 Euro, für das dritte Kind auf 190 Euro und ab dem vierten Kind auf 215 Euro pro Monat. Für Familien mit geringem Einkommen gibt es zudem noch die Möglichkeit, bei der Familienkasse einen zusätzlichen Kinderzuschlag zu beantragen, der zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt wird (maximal 140 Euro für jedes Kind, das im Haushalt lebt).

Für rund 18 Millionen Kinder in Deutschland wird Kindergeld gezahlt, über 35 Milliarden sind es insgesamt (laut Bundesamt für zentrale Dienste und Vermögensfragen). 87 Prozent der Eltern nennen das Kindergeld „besonders hilfreich“ (Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach 2011). Familien quer durch alle Einkommensklassen profitieren von dieser Förderung. Je nach Familientyp trägt das Kindergeld zwischen sechs und 22 Prozent zum Haushaltseinkommen bei. Mit der Staffelung des Kindergeldes ab dem dritten Kind ist besonders Familien mit mehreren Kindern gedient. Eltern mit hohem Einkommen (ab ca. 60.000 Euro) können alternativ zum Kindergeld von Kinderfreibeträgen profitieren.

Kindergeld gibt es,

  • für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr
  • für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr
  • für Kinder im nationalen oder internationalen Freiwilligendienst bis zum 25. Lebensjahr (rückwirkend ab Januar 2011)
  • für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr
  • für Kinder mit Behinderung ohne Altersbegrenzung, wenn die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.
Der Anspruch gilt für Kinder, die im Haushalt der Eltern, Stiefeltern, Adoptiveltern, Pflegeeltern oder Großeltern wohnen. Ausnahmen in Sonderfällen, wenn Kinder z.B. im Heim leben, können von der Familienkasse bewilligt werden.


Was ist neu für Eltern seit 2012?

Weniger Bürokratie für erwachsene Kinder
Seit Januar 2012 müssen volljährige Kinder und ihre Eltern für das Kindergeld keine Erklärungen und Belege zum Einkommen der Kinder mehr einreichen. Bisher musste man bei der Familienkasse nachweisen, dass die Einkünfte des Kindes 8004 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Diese Einkommensprüfung ist zum 1. Januar 2012 ersatzlos weggefallen: Alle Kinder unter 25 Jahren in einer ersten Berufsausbildung oder einem ersten Studium werden unabhängig von ihren Einkünften berücksichtigt. Erst bei einer zweiten Ausbildung oder einem zweiten Studium ist nachzuweisen, dass das Kind neben der Ausbildung nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet.

Gleiches Recht für erwachsene Kinder im Freiwilligendienst
Rückwirkend ab 1. Januar 2011 haben auch Kinder, die einen Internationalen Freiwilligendienst oder den Bundesfreiwilligendienst absolvieren, einen Anspruch auf Kindergeld bis zu ihrem 25. Lebensjahr.

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Die ersten Schritte zum Kindergeld:

1. Kindergeld beantragen
Kindergeld wird nicht automatisch ausgezahlt: Der Antrag muss schriftlich bei der zuständigen Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit am Wohnort eingereicht werden. Dazu ist bei einem neugeborenen Kind das Original der Geburtsurkunde erforderlich. Zum späteren Nachweis des Vorhandenseins von Kindern gibt man im Antragsformular eine schriftliche Erklärung über die Haushaltszugehörigkeit ab. Eine Online-Funktion beim Kindergeld-Antrag stellt die Agentur für Arbeit zur Verfügung.

2. Wer bekommt das Kindergeld ausgezahlt?
Das Kindergeld wird an die Person ausgezahlt, in deren Haushalt das Kind lebt. Lebt das Kind mit beiden Eltern zusammen, können diese bestimmen, wer von ihnen das Kindergeld erhalten soll. Kindergeld gilt übrigens als Einkommen des Kindes und wird daher in die Berechnung seines Arbeitslosengeldes II bzw. Sozialgeldes einbezogen.

3. Kindergeld oder Kinderfreibetrag?
Anstelle des Kindergeldes kann auch ein Kinderfreibetrag in Anspruch genommen werden, der derzeit bei 7.008 Euro pro Kind im Jahr liegt. Das kann sinnvoll sein, wenn die Eltern ein hohes Einkommen haben und die steuerliche Entlastung damit höher ist als die Zahlungen des Kindergeldes. Grundsätzlich steht jedem Elternteil die Hälfte des Freibetrags zu, nur bei gemeinsamer Veranlagung werden die halben Freibeträge zu einem Gesamtbetrag zusammengerechnet. Im Steuerbescheid prüft das Finanzamt automatisch, ob für die Eltern Kindergeld oder Freibetrag günstiger ist.

Wichtig: Auch Besserverdienende sollten unbedingt das Kindergeld beantragen, weil das Finanzamt das Kindergeld von der Wirkung des Freibetrages auf jeden Fall abrechnet, auch wenn die Eltern das Kindergeld nicht erhalten.

Auskünfte zu Detailfragen und ein Merkblatt zum Download gibt es beim Familien-Wegweiser Bundesfamilienministeriums.

Tipp: Kinderbetreuungskosten leichter absetzen
Mit dem Gesetz zur Steuervereinfachung wird auch die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten erleichtert. Ohne Nachweis der persönlichen Voraussetzungen können Eltern ab 2012 alle Kosten der Kinderbetreuung im Rahmen der Höchstbeträge steuerlich absetzen. Alle Eltern können zwei Drittel der Betreuungskosten pro Kind und maximal 4.000 Euro pro Jahr als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Diese Steuerbegünstigung gilt für alle Kinder bis zum Alter von 14 Jahren und unbegrenzt bei behinderten Kindern, wenn die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist.


Noch mehr Unterstützung für Familien finden Sie im Artikel zum Elterngeld.

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