Tinnitus – Alarm im Ohr!

Millionen von Menschen leben mit einem ständigen Ton im Ohr. Ärzte rechnen Tinnitus bereits zu den modernen Volkskrankheiten. Nicht nur stressgeplagte Manager sind gefährdet, das Ohrgeräusch kann jeden treffen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn es piept, und wie das Leben dennoch lebenswert bleibt.





Ganz plötzlich ist es da. Es pfeift im Ohr, piept, klingelt, rauscht, zischt oder summt. Man schätzt, dass jeder Vierte von uns dieses Phänomen schon einmal wahrgenommen hat. Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck dafür. Die Deutsche Tinnitus-Liga gibt an, dass fast drei Millionen Menschen in Deutschland ständig unter Ohrgeräuschen leiden. Ärzte zeigen sich besorgt darüber, dass Tinnitus die Ausmaße einer Volkskrankheit annimmt – weltweit sind bereits rund 10 Prozent der Bevölkerung betroffen. Keine Altersgruppe bleibt verschont, sogar Kinder haben Tinnitus. Ab 40 nimmt die Häufigkeit zu, und Schwerhörigkeit im Alter scheint den Tinnitus zusätzlich zu begünstigen.

Oft ist Tinnitus wieder genauso unvermittelt verschwunden, wie er gekommen ist. Aufatmen, aber aufmerksam bleiben. Das Ohrgeräusch ist ein Warnsignal – vor allem, wenn es immer wieder, womöglich auch in kürzeren Abständen auftritt. Es besteht die Gefahr, dass der Störenfried eines Tages bleibt.


Das Ohrgeräusch ist eine Botschaft

Zunächst ist Tinnitus keine Krankheit, sondern nur ein Symptom dafür, dass im körperlichen oder seelischen Bereich etwas in Unordnung geraten ist. Wie dieser „Feuermelder“ genau funktioniert, ist noch nicht restlos erforscht. Vereinfacht erklärt weiß man, dass Gehirn und Gehör zusammen arbeiten. So können aus einem „Fehler im System“ auch fehlgesteuerte Hörimpulse entstehen. Meist hört nur der Betroffene das Geräusch, dieser „subjektive“ Tinnitus ist sehr viel häufiger als die „objektive“ Form mit messbarem Schall.

Die Auslöser der Fehlsteuerung können direkt im Ohr liegen wie Fremdkörper im Gehörgang, starke Lärmeinwirkung oder eine Trommelfellverletzung. Daneben gibt es eine Vielzahl organischer Ursachen: Störungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, Probleme an Kiefer und Zähnen, Schäden an der Halswirbelsäule aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Bestimmte Medikamente wie beispielsweise Acetylsalicylsäure in sehr hohen Dosierungen können schuld sein. Rund ein Viertel der Betroffenen vermutet in einer Befragung Stress als Hauptursache der Störgeräusche und liegt nicht ganz falsch damit: Auf jeden Fall sind psychische Belastungen beteiligt.


Den Ohrgeräuschen nachgehen und etwas tun

Die Faustregel sagt: zum Arzt gehen, wenn Ohrgeräusche länger als ein bis zwei Tage anhalten. Je früher die Behandlung eingreifen kann, desto besser sind die Aussichten. Ein akuter Tinnitus lässt sich in den meisten Fällen gut behandeln. Selbst wenn keine organische Ursache dingfest gemacht werden kann, hat die Medizin zahlreiche Möglichkeiten mit Medikamenten in Form von Tabletten und Infusionen. Hilfreich sind auch in diesem Stadium schon gezielte Entspannungsstrategien. Die akute Form liegt vor, so lange die Beschwerden nicht länger als drei Monate bestehen, von „subakut“ sprechen die Ärzte bei einer Dauer von bis zu 12 Monaten.

Bei schätzungsweise 250.000 Menschen pro Jahr gehen die akuten Formen in eine chronische Erscheinung über. Die Störgeräusche werden Alltag. Aber auch das ist kein Grund zur Verzweiflung. Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Betroffenen klingt der Tinnitus selbst nach vielen Jahren mit ununterbrochener Geräuschbelastung wieder ab. Andere lernen, mit den Begleittönen zu leben – „kompensieren“ nennt das die Wissenschaft.


Lernen, damit gut zu leben

Chronischer Tinnitus kann selbst zur Krankheit werden. Die häufige Befürchtung, dass Tinnitus „das Gehör kaputt macht“, trifft zwar nicht zu, aber psychische Erkrankungen gehören zu den Folgeerscheinungen der Dauerbelastung. Zahlreiche moderne Behandlungsstrategien zielen deshalb vor allem darauf ab, den störenden Höreindruck zu verdrängen und die empfundene Lebensqualität möglichst weitgehend wieder herzustellen. Zum Beispiel erleichtert das sogenannte „Tinnitus-Counseling“ den Umgang mit dem Dauergeräusch durch intensive Information und Beratung durch den Arzt. Spezielle Hörgeräte, „Rauscher“, lenken die Wahrnehmung um und Entspannungstechniken haben sich bewährt.

Eine bedeutende Rolle spielt die Eigeninitiative. Das betont auch die Selbsthilfeorganisation der Deutschen Tinnitus-Liga: „Der chronische Tinnitus wird in den meisten Fällen erträglich. Hiervon berichtet die Hälfte aller Betroffenen in Deutschland, die sich gar nicht oder nur geringfügig gestört fühlen.“ Falsche Information, Resignation und Angst nähren die chronische Erkrankung. Dagegen hilft aktive Mitarbeit am positiven Denken: „Sie können lernen, den Tinnitus einfach zu überhören. Viele Betroffene schaffen dies innerhalb des ersten Jahres.“ (Deutsche Tinnitus-Liga)


Gesunder Lebensstil hilft

Ausgewogene Ernährung und ein aktiver Lebensstil mit sinnvoller Beschäftigung, regelmäßiger Bewegung, abwechslungsreicher Freizeitgestaltung und einem guten sozialen Netz tragen viel zur seelischen Gesundheit bei und unterstützen damit maßgeblich die Lebensqualität trotz Tinnitus. Bewusste Sinneserfahrungen tragen zur Ablenkung bei. Ärzte raten Tinnitus-Patienten mit schlechtem Gehör deshalb zu einem Hörgerät – wer seine Umgebung wahrnimmt, widmet dem Ohrgeräusch weniger Aufmerksamkeit. Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga und Progressive Muskelrelaxation sind ein weiterer wichtiger Teil der Eigeninitiative. Einen guten Rat gibt zuletzt noch die Deutsche Tinnitus-Liga: „Haben Sie Mut und Zuversicht!“

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Informationen, Anregungen und Angebote

Die Deutsche Tinnitus-Liga e.V. stellt Broschüren, Tipps zur Selbsthilfe und Kontaktadressen bereit unter www.tinnitus-liga.de.

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