Von einem Tier gebissen oder gestochen – was kann passieren?

Wer hat nicht schon einmal einen Insektenstich abbekommen – das ist in den meisten Fällen nicht so schlimm. Doch welche Folgen zieht eine evtl. Infektion durch einen Tierbiss oder Tierstich nach sich? Außer Schmerzen durch die offene Wunde können eine Vielzahl an Krankheitserregern in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen. Viele Menschen sind der Meinung, so etwas kann nur in exotischen Ländern passieren und wird meistens von Tieren verursacht, die es in unseren Breitengraden nicht gibt. Da sollte man sich nicht zu sicher sein …




Deutschland – Land der ungefährlichen Tiere?

Natürlich ist unsere Fauna nicht von hochgiftigen Tieren – wie zum Beispiel in Australien – geprägt. Aber um die giftigen Tiere geht es hier gar nicht in erster Linie. Dass ein Biss von einem giftigen Tier (wie zum Beispiel eine Schlange oder eine Spinne) gefährlich sein kann, ist jedem bewusst. Schlangenbisse – wie zum Beispiel von einer Kreuzotter oder Viper – sind sehr schmerzhaft aber zum Glück in Deutschland sehr selten. Die wahre Gefahr bei Bissen lauert im Verborgenen – es sind die Infektionen, die dadurch ausgelöst werden.


Welche Tiere beißen am häufigsten und sind am gefährlichsten?

Darauf wären Sie mit Sicherheit nicht gekommen: Menschenbisse! Menschenbisse gelten im allgemeinen als gefährlicher und mit höheren Infektionsraten behaftet als Tierbisse. Vor allem in der früheren Zeit, als es Antibiotika noch nicht gab. Heute sieht das natürlich anders aus – in der Regel kommen Menschenbisse eher selten vor, außer bei kleinen Kindern. Mit Antibiotika bekommt man kleinere Infektionen gut in den Griff.

Als wichtigste Überträger von Infektionen durch Tierbisse sind in Deutschland der Hund und der Fuchs zu nennen, aber ganz oben auf der Liste stehen auch Katzen. Dachse, Marder, Rehe, Pferde, Kühe oder Schafe können auch als Überträger in Frage kommen.


Was kann passieren?

Die häufigsten und schlimmsten Infektionen sind Tollwut und Tetanus. Tollwut wird durch wildlebende Tiere (z. B. Füchse oder Ratten) entweder direkt oder indirekt (z. B. wenn ein Fuchs einen Hund beißt und dieser dann einen Menschen) auf den Menschen übertragen. Am weitesten verbreitet ist Tetanus (Wundstarrkrampf), der von so gut wie jedem Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Infektionen mit z. B. dem „Fuchsbandwurm“ sind seltener.

Ein kleines Tier darf an dieser Stelle keinesfalls vergessen werden: der gemeine Holzbock, besser bekannt als die Zecke. Zecken können zwei Arten von Krankheiten übertragen, die für den Menschen besonders gefährlich sind: Borreliose und die gefürchtete Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).


Wie äußert sich eine Infektion?

Tollwut: Die durch Tiere übertragene Tollwut führt zur lebensgefährlichen Enzephalitis (Gehirnhautentzündung). Symptome der Tollwut sind zuerst Kopfschmerzen, Fieber und Durchfall. Später folgt gesteigerte Reizbarkeit sowie starke Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Luftzug. Danach kommen schmerzhafte Krämpfe und Lähmungen dazu. Nur in den seltensten Fällen gibt es Überlebende, die jedoch schwerste Gehirnschäden davontragen.

Tetanus: Ist man infiziert, nicht geimpft und die Inkubationszeit vorbei, kann die Krankheit nicht mehr aufgehalten werden. Es erstarrt die Muskulatur des ganzen Körpers krampfartig, wodurch die Patienten z.B. nicht mehr sprechen können und letztendlich der Tod durch Ersticken eintritt. Selbst bei sofort eingeleiteter Behandlung sterben noch ca. 20% der Patienten, ohne sofortige Behandlung führt die Krankheit in ca. 95% der Fälle zum Tod.

Borreliose: Eines der wenigen charakteristischen Symptome bei einer Borreliose ist die Wanderröte. Diese ringförmige Hautrötung kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle beobachtet werden. Im frühen Stadium einer Borreliose werden neben der Wanderröte auch Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber- und Kopfschmerzen beobachtet. Im Stadium II können die verschiedensten Krankheitszeichen von Hirnhautentzündung über starke Schmerzen bis hin zu Herzproblemen auftreten. Häufig kommt es bei der Borreliose zu einer Gesichtslähmung. Im Stadium III – treten häufig Gelenkentzündungen auf.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Stadium I: 
Die FSME beginnt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe. Stadium II: 
Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus das zentrale Nervensystem. Die mildeste Form ist eine Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Symptome: hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und häufig ein steifer Nacken. Eine schwere Form der FSME ist die Gehirnentzündung. Hier ist das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen. Es kann neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung auch zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungen am Körper kommen.


Wie kann man sich schützen?

Die einfachste Schutzmaßnahme ist, den Kontakt mit wildlebenden Tieren zu vermeiden und auch bei Haustieren (Katze, Hund) darauf zu achten, nicht gebissen zu werden. Wirksame Vorsichtsmaßnahmen sind darüber hinaus in erster Linie die entsprechenden Schutzimpfungen. Eine Tetanus-Impfung sollte für jeden Menschen selbstverständlich sein, in zeckengefährdeten Gebieten auf alle Fälle auch die Zeckenschutzimpfung. Bei dem Thema Tollwut scheiden sich die Geister. Es gibt Impfungen auch dagegen, bei Ihrem Hausarzt können Sie sich über die Impfmöglichkeiten informieren.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Mit AXA stehen Sie auch bei Tierbissen oder -stichen nicht alleine da. In der Unfallversicherung sind Gesundheitsschäden durch Infektionen, die durch Tierbisse oder -stiche oder sonstige Hautverletzungen übertragen werden, mitversichert. Hier finden Sie weitere Informationen über die Unfallversicherung von AXA.

Als besondere Leistung – und als Beitrag zu einer besseren Prävention – trägt AXA auch die Kosten für die FSME- und Tetanusschutzimpfung für Kunden in der privaten Krankenversicherung. Hier erfahren Sie mehr über die Krankenversicherung von AXA.


Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.