Die Lebensqualität pflegen - Hygiene in der Altenpflege und bei Senioren

Nicht mehr können? Nicht mehr wollen? Nachlassende Hygiene ist ein ernstzunehmendes Alarmsignal, bei dem ältere Menschen Unterstützung und Lebensmut brauchen.



Schimmel im Kühlschrank ist eine Gefahr für die Gesundheit. Ein ungepflegtes Äußeres ist Gift für das seelische Immunsystem. Erwiesenermaßen nimmt das Hygienebewusstsein mit dem Alter ab: Nach einer Umfrage des Marplan-Instituts Offenbach wechseln nur noch 50 Prozent der älteren Männer und 67 Prozent der Frauen täglich ihre Unterwäsche, 4,5 Prozent der Männer und 2,1 Prozent der Frauen sogar nur einmal wöchentlich.

Aber gerade im Alter bedeutet Hygiene sehr viel mehr als nur „Verhütung von Krankheiten und Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit.“ (Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie). In Gefahr sind auch Selbstachtung, Lebensmut, soziales Wohlbefinden und damit die gesamte Lebensqualität.


Es geht um die Gesundheit von Körper und Seele

Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation ist die Gesundheit „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ In diesem Sinne sind schon die ersten Zeichen einer beginnenden Verwahrlosung Signale, dass ein älterer Mensch körperliche oder seelische Gesundheitsdefizite hat und dringend Unterstützung braucht.


Was tun? Erstens die Zeichen verstehen

Gut, wenn Angehörige und Pflegende schon die ersten Anzeichen erkennen: Ungewohnte Unordnung, unbenutzte Hygieneartikel, ein ungepflegtes Badezimmer, verfleckte Kleidung oder auch ein plötzlicher Rückzug von sozialen Kontakten sind Signale für das beginnende Problem mit der Hygiene.


Und die Ursachen erkennen!

Manchmal sind es Kleinigkeiten: Im Alter lässt der Geruchssinn nach, bei den über 75-Jährigen leiden rund 30 Prozent unter nachlassender Geruchswahrnehmung. Damit lässt die Wahrnehmung der Hygiene von Körper und Umgebung nach. Häufig liegt der Grund in der häuslichen Umgebung: Ist die Wohnung zu groß, zu pflegeintensiv? Sind Bad oder Küche unpraktisch eingerichtet? Gibt es eine körperliche Einschränkung, machen Rücken, Füße oder Gelenke nicht mehr mit? Oder kann die Vernachlässigung ein Symptom sein für Einsamkeit, Depression oder eine beginnende Demenzerkrankung?


Erste Hilfe

Mit wenigen Veränderungen lässt sich häufig schon eine Verbesserung der Situation erzielen. Wenn überflüssige Dinge entfernt und Staubfänger und Stolperfallen beseitigt werden, fällt es älteren Menschen möglicherweise leichter, den Überblick zu behalten. Ergänzen kann man dagegen sinnvolle Unterstützungen: Der Haltegriff an der Badewanne, Duschstuhl und rutschfeste Unterlage, ein großer Spiegel oder eine gute Beleuchtung können zum Beispiel die Körperpflege wesentlich erleichtern.

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Hilfe zur Selbsthilfe: Motivation und Aktivität

„Wofür und für wen denn?“ Wenn Sinn und Ziele im Leben abhanden kommen, ist es nicht verwunderlich, dass Ältere sich gehen lassen. Mit Einfühlungsvermögen, Geduld und einfachen „Übungen“ kann man das Bewusstsein für Körperpflege und eine lebenswerte Umgebung wieder stärken:

1. Strukturen und Rituale helfen.
Das Problem entsteht, wenn ein Tag wie der andere verläuft. Die Lösung sind Aufgaben und Belohnungen, die gegen die Gleichgültigkeit angehen: Das kann ein ausgedehntes Frühstück nach der Morgendusche sein, die Lektüre der neuen Zeitschrift nach dem Abspülen, oder die kleine Nachtmusik nach der Abendpflege.

2. Ziele, die sich lohnen.
Unternehmungen und besondere Anlässe liefern positiven Anschub: ein Termin beim Friseur, ein Eis im Straßencafé, ein Museumsbesuch, und einen Film könnte man auch gemeinsam im Kino statt zu Hause auf dem Sofa sehen…

3. Etwas Schönes braucht der Mensch.
Die Pädagogik hat bewiesen, dass Lernen mit sinnlich-ästhetischen Materialien besser funktioniert. Psychiatrieprofessor und Neurowissenschaftler Manfred Spitzer sagt: „Bedeutsam ist, was neu ist, (…) was für uns gut ist und vor allem, was für uns besser ist, als wir zuvor erwartet hatten.“ In diesem Zusammenhang spielen vermeintliche Nebensächlichkeiten wie ein angenehm duftendes Duschgel, ein neues Kleidungsstück, schöne Unterwäsche oder ein frischer Blumenstrauß eine wesentliche Rolle bei der Motivation zu einem Bewusstsein für Hygiene.

4. Wohnung pflegeleicht einrichten.
Überflüssige und unpraktische Dinge in der Wohnung sollten entfernt werden, um den Alltag zu erleichtern. Unterstützende und praktische Hilfen wie zum Beispiel Haltegriffe, Hocker oder rutschfeste Duschmatten sollten angebracht werden. Möbel sollten nicht zu eng gestellt werden. Eine Haushaltshilfe bestellen oder Angehörige um Hilfe bitten, wenn man es alleine nicht mehr schafft.

Mit Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen und Respekt kann es gelingen, Hygieneprobleme abzuwenden, bevor sie zu gesundheitlichen Gefahren und sozialer Isolation führen. Wenn ältere Menschen sich nicht bevormundet, sondern angenommen und unterstützt fühlen, ist Lebensqualität wieder möglich.

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