CarSharing – Teilen kann so viele Vorteile haben



Besitzdenken und Statussymbole verlieren wie es scheint zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen surfen auf Sofas um den Erdball, Jobsharing ist ein neuer Trend in der flexiblen Arbeitswelt und das eigene Auto ist vielen nicht mehr so wichtig, wie vor 20 oder 30 Jahren. Gerade das stärker aufkommende CarSharing – egal ob privat im Bekanntenkreis oder die kommerzielle Variante – bringt Vorteile auf vielen Ebenen. Ein bewussterer Umgang mit dem Auto schont die Geldbörse, die Umwelt – und entlastet den Verkehr.

Obwohl erst 2% aller Führerscheinbesitzer in Deutschland auf kommerzielles CarSharing setzen, können sich die Zahlen sehen lassen. Laut dem Bundesverband CarSharing e. V. gab es mit Stand 1.1.2016 insgesamt 1,26 Millionen Fahrberechtigte und 16.100 Fahrzeuge in 553 Städten und Gemeinden. Die meisten Autos sind in Karlsruhe unterwegs – 2,15 CarSharing-Autos kommen dort auf 1.000 Einwohner. Auf ganz Europa bezogen, zeigt sich die Entwicklung sehr deutlich. Gab es 2011 in Europa 700 000 CarSharing-Kunden, werden es nach einer Prognose des Beratungsunternehmens Frost & Sullivan 2020 fast 15 Millionen sein. Grund genug, diesen Trend im Mobilitätsbereich genauer unter die Lupe zu nehmen.

Varianten des CarSharing – wer teilt am liebsten mit wem?

Grundsätzlich gilt es zwischen privaten und kommerziellen CarSharing zu unterscheiden. Privates CarSharing gibt es schon, seit es Autos gibt – es hatte nur andere Namen: Leihen und Verleihen, Fahrgemeinschaften oder Autostopp. Eine dieser Varianten haben wohl die meisten schon in Anspruch genommen – eine Spritztour mit dem Auto der Eltern, nach dem Feiern per Autostopp nach Hause oder mit Kollegen zusammen zur Arbeit fahren. Und genau diese Formen sind laut dem AXA Verkehrssicherheitsreport 2015 auch die Top-CarSharing-Varianten in Deutschland.

Noch eine Form gehört zum privaten CarSharing – der private Autotausch. Hier kann ein Privatfahrzeug über Internet-Plattformen von einer fremden Person geliehen werden. Weit abgeschlagen mit nur 5% liegen professionelle CarSharing-Anbieter. Weitere Erkenntnisse rund um die Mobilität in Deutschland finden Sie im AXA Verkehrssicherheitsreport.





So funktioniert kommerzielles CarSharing

Die klassische Form von CarSharing nennt man „Stationsbasiertes CarSharing“. Hier wird das Fahrzeug an einer Mietstation abgeholt und an dieser wieder zurückgegeben – wie bei klassischen Autovermietungen üblich. Die zweite Form nennt sich „Freefloating CarSharing“, bei der freie Fahrzeuge über eine App gesucht werden. Diese Fahrzeuge werden vom Vor-Nutzer einfach dort abgestellt, wo sie nicht mehr benötigt werden und warten dort auf den nächsten Fahrer, der das Fahrzeug einfach mit einer Chipkarte, dem Handy oder einem Code öffnet, es benutzt und dann wieder irgendwo abstellt.


Carsharing lohnt sich...

Wer ein eigenes Auto besitzt, nutzt es pro Tag maximal für eine Stunde, die restliche Zeit steht es nur herum und kostet Geld. Das wäre ein Grund, sein eigenes Auto über private CarSharing-Plattformen anzubieten und einen Teil der Kosten zu refinanzieren. Auch als Mieter stehen in erster Linie die Kosten im Vordergrund, denn es wird nur die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs bezahlt – Kosten für Anschaffung, Reparaturen, Wartung, Versicherung und Steuer fallen zur Gänze weg.

Eine Vergleichsrechnung der Stiftung Warentest belegt den finanziellen Vorteil von CarSharing gegenüber einem eigenen Auto: Ein Ford Fiesta mit einer Laufleistung von 5.000 Kilometern im Jahr kostet demnach 49 Cent je Kilometer. Je nach Anbieter kommt man bei gleicher Laufleistung für einen mit CarSharing zurückgelegten Kilometer auf 27 bis 36 Cent – und muss sich um nichts kümmern.

Bei vielen Menschen steht auch der Umweltschutzgedanke in Vordergrund – wer nur ab und zu und ganz bewusst ein Auto benutzt, schont damit die Umwelt und je weniger Fahrzeuge über Deutschlands Straßen rollen, desto weniger Ressourcen müssen für die Instandhaltung der benötigten Infrastruktur aufgewendet werden. Gerade im kommerziellen CarSharing werden verstärkt Elektrofahrzeuge eingesetzt – diese zu mieten trägt zusätzlich zum Umweltschutz bei.


Gebildet (30), männlich, sucht ...

Zwei Drittel aller Nutzer von kommerziellen CarSharing sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Im Privatbereich stehen die jüngeren Fahrer ganz oben auf der Sharing-Liste. Rund 40% der 18 bis 24 Jahre alten Autofahrer verleihen das Auto an Verwandte oder Bekannte, bei über 45-jährigen sind es nur noch 20%. Jüngere Menschen bilden häufiger Fahrgemeinschaften und leihen sich ein Auto von Verwandten oder Bekannten als Ältere.


Im Rahmen des Forschungsprojekts „WiMobil“ wurden am Beispiel der Städte Berlin und München die Nutzung bei einem Freefloating-CarSharing-Unternehmen und einem stationsgebundenen Unternehmen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass ca. 75% der Nutzer männlich sind, über 70% einen Hochschulabschluss haben und über ein monatliches Nettoeinkommen von ca. 2.500 Euro verfügen. Sie wohnen und arbeiten zumeist in den Innenstädten. Die Untersuchung zeigt auch, dass CarSharing-Nutzer nicht nur auf das Auto setzen. Durchschnittlich haben ca. 45% nebenbei ein Abo des Öffentlichen Personennahverkehrs. Generell ist das Alter beim herkömmlichen CarSharing höher: Die Kunden sind im Schnitt zwischen 30 und 50 Jahre, bei Freefloatern sind die Nutzer zwischen Mitte 20 bis Mitte 30. 



Nur mal schnell zum Supermarkt oder übers Wochenende?

Der Einsatzzweck legt bei vielen Fahrern auch die Art des genutzten Sharing-Konzepts fest. Stationäres CarSharing wird eher für längere Strecken oder einen längeren Zeitraum genutzt – zum Beispiel über das Wochenende. Flexibles CarSharing ist die Lösung für all jene, die das Fahrzeug nur für kurze Fahrten innerhalb der Stadt benötigen, es gleich um die Ecke finden und wieder irgendwo abstellen möchten. Das zeigen die Zahlen aus der „WiMobil“-Studie: Bei stationärem Anmieten werden pro Nutzung ca. 50 Kilometer zurückgelegt, bei Freefloating nur 8 Kilometer und die Fahrt dauert im Durchschnitt auch nur 18 Minuten.


Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Mit uns sind Sie auch beim CarSharing auf der sicheren Seite

Wenn sich die Bedürfnisse unserer Kunden ändern, passen auch wir unsere Produkte auf die neuen Anforderungen an – auch in Bezug auf Schäden, die bei gemieteten Fahrzeugen auftreten können. Daher sind im Baustein Premium der innovativen BOXflex Privathaftpflichtversicherung von AXA unter anderem mitversichert:
  • Übernahme der Vollkasko-Selbstbeteiligung bei fremden entgeltlich oder unentgeltlich überlassenen Kfz
  • Schäden aus Falschbetankung von fremden entgeltlich oder unentgeltlich überlasenen Kfz
Mehr Informationen zur BOXflex Privathaftpflichtversicherung lesen Sie hier.

AXA hilft Ihnen in den Bereichen Prävention, Unfallforschung und Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr. Dafür stehen beispielsweise die viel beachteten Verkehrssicherheitsreports und auch die seit 1981 durchgeführte Crashtest-Forschung.

Wir tragen dazu bei, dass Sie sicherer unterwegs sind und wenn doch etwas passieren sollte, sind wir umfassend für Sie da. Die Wildhaus Crashtests demonstrieren mit anschaulichen Originalvideos von Unfallszenen die Risiken in den Gefahrenbereichen.


CarSharing und die Auswirkungen auf die Automobilwirtschaft

Die Autobranche ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland und an ihr hängen viele Arbeitsplätze. Kann etwas, das gut für die Umwelt ist, negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation haben? Die Studie „CarSharing: Auswirkungen auf das Automobilgeschäft“ der iic group zeigt, dass die Folgen für die Verkaufszahlen im Neuwagensektor gering sein werden. Es soll lediglich einen Rückgang um weniger als 3% bis 2020 geben. Im Gebrauchtwagenbereich wird die Reduzierung der privaten Fahrzeuge durch CarSharing deutlichere Auswirkungen haben. Etwa 8% der Gebrauchten werden keine Käufer finden, das entspricht deutschlandweit ca. 500.000 Fahrzeugen pro Jahr.


Unsere Umwelt – what about the future?

CarSharing ist schon dabei, das mobile Leben zu verändern. Wer ein Auto besitzt, fühlt sich dadurch verpflichtet, es zu benutzten – schließlich kostet es ja viel Geld. Wer keines besitzt, greift verstärkt auf Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel und bei Bedarf auf CarSharing zurück. Das schont die Umwelt und auch die Energiereserven. Wird durch CarSharing die Anzahl privater Autos gesenkt, bedeutet das in den Ballungsgebieten auch eine Verringerung des benötigten Parkraums, dadurch könnten Parkplätze wieder in Grünflächen umgewandelt oder auch Platz für dringend benötigten Wohnraum geschaffen werden. CarSharing ist sicher nicht die Zauberformel für die Energiewende oder sonstige Umweltprobleme, kann aber einen Teil dazu beitragen, die gesamte Umweltsituation zu verbessern.


Noch ein Tipp für CarSharing-Anfänger

Um Ärger zu vermeiden, sollte man den Mietwagen vor jeder Fahrt auf mögliche Schäden untersuchen, die noch nicht im Bordbuch vermerkt sind. So schützt man sich vor ungerechtfertigten Schadensersatzansprüchen. Fragen Sie auch Ihre Versicherung, ob im Rahmen Ihrer Haftpflichtversicherung Schäden am gemieteten Fahrzeug abgedeckt sind.

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