Wahre Schätze auf Deutschlands Straßen – Faszination Oldtimer



Sie sind etwas langsamer. Sie sind oft ein wenig lauter. Sie heben sich von anderen Autos ab. Sie sind einfach etwas Besonderes. Oldtimer haben Charme und zeugen von der Individualität der Besitzer – und sie sind einfach liebenswert. Alte Autos liegen absolut im Trend, mit weiterhin steigender Tendenz – fuhren im Jahr 2010 noch ca. 180.000 PKW mit H-Kennzeichen auf deutschen Straßen, so waren es 2015 schon ganze 310.000.

Die Leidenschaft zu alten Autos oder bestimmten Modellen entwickelt sich oft schon in den Kinderjahren. Einmal selbst das Familienauto aus den Siebzigern zu fahren, mit dem man so schöne Ausflüge erleben durfte – das ist ein Wunsch vieler Deutscher. Den Traum vom Oldtimer haben sich unter anderem auch zwei Mitarbeiter von AXA erfüllt. Petra Koch und Siegmar Meyer haben ihr Herz an ganz besondere Autos verloren.

Frau Koch ist bereits seit über 25 Jahren im Bereich Oldtimer-Versicherungen tätig – Herr Meyer ist Kfz-Sachverständiger bei AXA und von Kindheit an mit dem Oldtimer-Virus infiziert. Wie es dazu gekommen ist, was sie an ihren Lieblingen besonders schätzen und warum es ein besonderes Lebensgefühl ist, einen Oldtimer zu fahren, erzählen uns die beiden Auto-Liebhaber im Interview.

Vielen Dank, Frau Koch und Herr Meyer, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns ein wenig in den Bann Ihrer Automobilleidenschaft zu ziehen. Frau Koch, schön dass auch manche Frauen ihre Liebe zum Oldtimer entdecken. Wie kam es bei Ihnen dazu und was war Ihr erstes „Schätzchen“?

Petra Koch: Das begann bei mir schon direkt mit der Führerscheinprüfung – mein erstes Auto war ein VW Käfer, der damals bereits 15 Jahre alt war und den ich damals sehr geschätzt habe. Automobilmäßig wurden mir damit luftgekühlte Fahrzeuge sozusagen bereits in die Wiege gelegt. Meine große Fahrzeugliebe gilt bis heute dem – von meiner Mutter geerbten – Karmann Ghia L, Baujahr 1966 mit satten 54 Pferdestärken, den ich nach wie vor fahre.



Sind Sie damit Anhänger von Autos aus den 60er Jahren oder sind Sie generell alten Autos verfallen?


Petra Koch: Ich schränke meine Zuneigung gegenüber Oldtimern nicht auf eine bestimmte Zeit oder Periode ein, habe aber natürlich meine besonderen Favoriten. Am interessantesten finde ich Vorkriegsmodelle aus den 20ern und den 30ern des letzten Jahrhunderts. Meine absolute Lieblingsmarke bei alten Fahrzeugen ist „Tatra“ – eine tschechische Automarke, die in den Jahren bis 1940 technisch unglaublich innovativ war und bereits Technik verbaut hat, die bei anderen Automarken erst in den 60er Jahren Standard wurde.

Tatra ist die drittälteste Automarke der Welt und hat bis in die 1990er Jahre PKWs hergestellt – seitdem baut Tatra nur noch LKWs. Grundsätzlich mag ich kleinere Sportwagen, die vom Design her runder und gemütlicher sind, als zum Beispiel die chromglänzenden und riesigen Ami-Schlitten. 

Herr Meyer, einen Oldtimer zu fahren ist mehr, als nur von A nach B zu kommen – es steckt viel Zeit, Arbeit und oftmals auch Geld dahinter. Worin besteht der besondere Reiz, sich mit alten Fahrzeugen zu beschäftigen?

Siegmar Meyer: Wie Frau Koch schon bemerkt hat, wird einem die Liebe zu Oldtimern oft schon in die Wiege gelegt – auch mein erstes Auto war ein VW Käfer. Ich meine, wer Benzin im Blut hat, kommt über kurz oder lang an einem Oldtimer nicht vorbei, denn die meisten Fahrzeuge sehen einfach toll aus, sind viel individueller als heutige Modelle und man kann sich am Design immer wieder erfreuen. Ein weiterer Punkt, den ich und die meisten Oldtimer-Fahrer sehr schätzen, ist das bewusstere Fahren – man ist langsamer unterwegs und muss sich nicht mit den technischen Spielereien neuer Autos herumschlagen.



Kurz gesagt: Oldtimer zu fahren bedeutet selbst zu fahren, anstatt das Auto nur zu „bedienen“. Die Technik dieser alten Autos ist einfach gestrickt – ist man einigermaßen begabt, kann man das meiste mit relativ wenig Aufwand selbst wieder instand setzen. Ich selbst habe mir 2007 meinen kleinen Engländer – ein Morris Minor Cabrio, Baujahr 1957 – geholt und genieße jede Minute damit.


Eine Frage an Sie beide: Nutzen Sie Ihren Oldie auch im Alltag oder vertrauen Sie da auf modernere Technik und Design?

Petra Koch: Ich bewege meinen Karmann nur zu besonderen Gelegenheiten, wie zum Beispiel gemeinsame Ausfahrten mit anderen Oldies. Um mit meinem Oldtimer im Stau zu stehen oder auf der Autobahn zu fahren, ist er mir einfach zu schade. Der Verschleiß und damit verbunden die Beschaffung von schwer zu bekommenden Ersatzteilen steht nicht dafür. Im Alltag fahre ich einen modernen Klassiker – ein BMW Z3-Coupe aus 1998.

Siegmar Meyer: Das sieht bei mir ähnlich aus – ich nutze den Morris auch eher für Ausfahrten. Nachdem Autos aber bewegt werden sollten, fahre ich in der näheren Umgebung auch schon mal zum Baumarkt oder zum Bäcker. Die, in meinem Fall etwas weitere Strecke zur Arbeit, lege ich mit meinem MINI Clubman zurück.

Beliebt sind in Oldtimer-Kreisen die Oldtimer-Rallyes oder Rennen – können Sie sich auch dafür begeistern?

Siegmar Meyer: Natürlich! Rennen fahre ich persönlich keine – aber bei Rallyes bin ich immer gerne dabei, wenn es meine Zeit erlaubt. Solche Veranstaltungen sind immer ganz besonders schöne Momente – man ist mit Gleichgesinnten unterwegs, kann die Natur und sein Fahrzeug genießen und wird in den Orten, durch die man fährt, meistens sehr freundlich in Empfang genommen. Nachdem man ja mit einem Oldie unterwegs ist, ist die Geschwindigkeit eher gering und man lernt die Umgebung intensiver und besser kennen.


Fahrzeugliebhaber haben meist ein Händchen fürs Schrauben – wie sieht das bei Ihnen aus, Herr Meyer? Machen Sie sich selbst gerne die Hände schmutzig oder lassen Sie nur Profis ran?


Siegmar Meyer: Nachdem die Technik in meinem kleinen Engländer in den meisten Bereichen relativ einfach aufgebaut ist, erledige ich viele Dinge gerne selbst – sich die Hände ein wenig schmutzig zu machen, gehört einfach dazu. Bei Reparaturen, die komplexer sind oder für die Spezialwerkzeug benötigt wird, stelle ich das Auto dann aber doch in eine Spezialwerkstatt.


Vorteil AXA
Das PLUS für Kunden von AXA


Einen perfekten Schutz für Ihren Klassiker bietet Ihnen die Oldtimer-Versicherung von AXA – mit ihrem allumfassenden Schutzbrief. Der Schutzbrief sorgt für einen reibungslosen Rücktransport im geschlossenen Spezialtransporter in die Heimatwerkstatt – unabhängig vom Ort des Schadens, wenn Ihr Oldtimer während einer Ausfahrt, einer Veranstaltung oder einer Urlaubsreise nicht mehr fahrbereit ist. Außerdem stellt AXA Ihnen einen Mietwagen zur Verfügung, damit Sie Ihren Urlaub oder Ihre Ausfahrt beruhigt fortsetzen können.

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Was war bisher Ihre schönste Ausfahrt, Frau Koch? Gibt es Touren, die Sie uns empfehlen können?

Petra Koch: Ich bin auch sehr gerne bei Rallyes mit dabei – eine der schönsten war eine Ausfahrt in Bayern, da ging es von Bad Aibling nach Österreich. Ansonsten kann ich nur empfehlen, einfach eine Straßenkarte zur Hand zu nehmen und kurvige, grün eingezeichnete Straßen und Strecken zu suchen. „Oldtimer-Wandern“ eignet sich nebenbei auch sehr gut, um die nähere Umgebung des Wohnorts genauer kennenzulernen – es muss nicht immer die große Veranstaltung in hunderten Kilometern Entfernung sein...


Herr Meyer, Ihre Tipps für Neueinsteiger – wo kann man sich am besten über Oldtimer informieren? Gibt es Messen? Welche Magazine oder andere Medien sind empfehlenswert?


Siegmar Meyer: Das Beste ist, einfach mal in die Welt der Oldtimer hineinschnuppern und sich in den Bann ziehen zu lassen – das funktioniert am besten, indem man Messen oder Veranstaltungen besucht und sich dort mit anderen Liebhabern unterhält. Man kann sich auch direkt an einen Oldtimer-Club in der Nähe wenden und wertvolle Informationen einholen. Meine Tipps wären die Messe „Techno-Classica“ in Essen und die „Classic Days“ auf Schloss Dyck. Um wirklich Freude am neuen Hobby zu haben, sollte ein Oldtimer-Fan zwei Voraussetzungen mitbringen: Geduld und Leidenschaft.

Die Zeitschrift „Oldtimer Markt“ ist auch eine sehr gute Quelle, um sich über Veranstaltungen etc. zu informieren, ergänzt Frau Koch, der noch eine Sache am Herzen liegt: Oldtimer zu Fahren ist nicht nur ein Hobby für Reiche, die sich alte Fahrzeuge als Geldanlage in die Garage stellen – mittlerweile gibt es genügend erschwingliche Oldtimer, die den Hype um die Wertsteigerung nicht mitgemacht haben ...

Vielen Dank für das interessante Interview – wir wünschen Ihnen noch viele schöne Stunden mit Ihren Klassikern!

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