Ungetrübter Sommermonate - Was Sie beim Spaß draußen beachten sollten!



Die Temperaturen steigen, die Tage werden länger und in der Natur grünt und blüht es. Viele zieht es mit Beginn der warmen Jahreszeit nach draußen. In der Naturbewusstseinsstudie des BUND Naturschutz erklärten 2013 ganze 75 Prozent der Befragten „Ich versuche, so oft wie möglich in der Natur zu sein“. Und sogar 85 Prozent macht es glücklich an der frischen Luft zu sein. Eine ganze Branche von Erlebnis-Anbieter und Outdoor-Ausrüstern lebt vom Spaß im Freien – und draußen aktiv sein bringt nicht nur viel für den Körper, auch die Seele kann aufatmen.

Doch wer sich gerne Rad fährt, als Geocacher versteckte Schätze finden möchte oder Lust auf den Sprung ins kühle Nass des nahgelegenen Sees hat, muss auch einiges beachten. Christian Teppe ist Partneranwalt von ROLAND Rechtsschutz aus der Hamburger Kanzlei Teppe Rechtsanwälte und erklärt, was beim Freiluft-Sport überhaupt erlaubt ist.


Radfahrer aufgepasst – nicht überall ist Biken erlaubt!

Die Radtour mit der Familie – für viele die geeignete Aktivität an einem schönen Sommersonntag. Doch es gibt Regeln, wo man mit den Zweirädern überhaupt entlang fahren darf. „Dass Fahrradfahrer nur auf dem Radweg fahren dürfen, ist ein allgemeiner Irrtum. Denn grundsätzlich gehören Radfahrer auf die Straße. Sind die Wege ausdrücklich durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet, müssen Radfahrer diesen Weg allerdings nutzen“, erklärt Rechtsanwalt Christian Teppe. „Ist der Radweg jedoch zum Beispiel durch Mülltonnen blockiert oder mit rutschigem Laub bedeckt, dürfen die Radler auf die Straße ausweichen.“

Auf dem Bürgersteig haben Fahrräder hingegen nichts verloren – lediglich Kinder unter zehn Jahren dürfen den Gehweg zum Radfahren nutzen. Achtung: Radler, die sich im Biergarten gern das eine oder andere Bierchen gönnen, sollten maßvoll genießen. Mit 1,6 Promille oder mehr auf dem Rad erwischt werden, kann den Autoführerschein kosten. Aber auch schon weniger Blutalkohol kann den „Lappen“ kosten – zum Beispiel dann, wenn der Radler einen Fahrfehler begeht.


Moderne Schatzsucher – bitte den Naturschutz beachten!

Eine neue Form der altbekannten Schnitzeljagd nennt sich Geocaching. Ausgerüstet mit einem digitalen GPS-Gerät machen sich Geocacher auf die Suche nach sogenannten Caches, den Schätzen. Die andere Cachern zuvor in Höhlen, Baumwurzeln oder im Gelände versteckt haben. Doch die Schatzsuche hat rechtliche Tücken. „Oft gerät dieses Hobby in Konflikt mit dem Naturschutz. Es gibt zahlreiche Flächen und Gelände, auf denen das Platzieren ebenso wie das Suchen von Caches verboten ist“, betont der Rechtsexperte. So ist zum Beispiel das Verlassen der Wege in einem Naturschutzgebiet ordnungswidrig – und damit meist auch die Schnitzeljagd.

Auch gesetzeswidrig ist es Biotope zu gefährden, Tiere beim Winterschlaf zu stören oder Jagdwild aufzuschrecken. Sollte die Suche nach dem Schatz nicht mit dem Natur- oder Jagdrecht in Konflikt geraten, ist das Verstecken von Caches in Wäldern rechtlich gesehen zwar nicht verboten. Da die Natur aber nicht unter der Schatzsuche leiden soll, ist es unter Cachern verpönt, Gegenstände direkt im Waldboden zu verbuddeln. Verstecke bietet die Natur schließlich auch so reichlich.


Achtung Schwimmer – nicht überall ist baden erlaubt!

Das Meer ist weit und kein Pool im Garten – Für viele Freiluftsportler führt im Sommer der Weg für die Erfrischung an heißen Tagen zum nächsten See oder Fluss. Doch auch hier ist einiges zu wissen. „Jedes Bundesland hat gesondert geregelt, welche Seen und Flüsse in welchen Bereichen für das Schwimmen freigegeben sind“, erläutert Rechtsanwalt Christian Teppe. Schwimmer sollten sich also vorher erkundigen, ob das Baden in diesem speziellen Gewässer überhaupt erlaubt ist. Weniger eindeutig sind die Regeln über die zuständige Aufsicht an Badesee und Co.

Zwar schreibt das Gesetz vor, dass sich Kommunen oder private Betreiber eines Badesees darum kümmern müssen, dass Badegäste nicht gefährdet werden. „Was diese sogenannte Verkehrssicherungspflicht aber im Detail beinhaltet, ist nicht geregelt. Trotzdem ist es unwirksam, wenn sich ein Betreiber versucht, mit Schildern wie ‚Baden auf eigene Gefahr‘ aus der Verantwortung zu ziehen“, erklärt der Experte. Auf jeden Fall hat der Betreiber sein Gelände regelmäßig zu kontrollieren und eventuelle Unfallgefahren, wie zum Beispiel spitze Gegenstände im Badebereich zu beseitigen.


Vorsicht mit motorisierten Fahrrädern – viele müssen auf die Straße!

Ein neuer Trend auf Straßen und Wegen: E-Bikes und Pedelecs. Mit Hilfe eines elektrischen Antriebs bekommen die Fahrer eine eingebaute Tretunterstützung und nehmen damit jede Steigung spielend. Juristisch gesehen aber wachsen die Hürden mit der Motorisierung. Vor allem bei den schnellen Versionen der Zweiräder gibt es viel zu beachten. Pedelecs dürfen zum Beispiel grundsätzlich den Radweg nutzen.

Die Ausnahme: „Schnelle Pedelecs“, die ohne Tretunterstützung eine maximale Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern und mit Unterstützung maximal 25 Stundenkilometer erreichen, müssen auf die Straße ausweichen. „Und auch E-Bikes gehören grundsätzlich auf die Straße“, so der ROLAND-Partneranwalt. Es sei denn, sie werden nicht schneller als 25 Stundenkilometer. Übrigens: Ein „Mofa-Symbol“ gibt in diesen Fällen den Radweg auch für die E-Bikes frei. Auf einem Radweg ohne dieses Zeichen haben E-Bikes hingegen nichts zu suchen.


Für alle Outdoor-Sportler gilt – bitte Rücksicht nehmen!

Für fast alle sportlichen Unternehmungen draußen gibt es juristische Tücken zu beachten. Zum Beispiel sollten sich Taucher genau darüber erkundigen, in welchen Gewässern sie ihrem Hobby nachgehen dürfen. „Privat betriebene Seen dürfen nicht einfach von jedermann genutzt werden. Tauchen darf man hier nur mit einer gebührenpflichtigen Zutrittsgenehmigung“, betont der Anwalt. Auch liegen viele Seen und Flüsse in Naturschutzgebieten, in denen das Tauchen streng untersagt ist.

Genauso sollten Reiter bei ihren Touren Acht geben. „In vielen Bundesländern ist das Reiten nur auf gekennzeichneten Reitwegen erlaubt, in anderen darf man dem Reitsport auch auf öffentlichen und privaten Wegen nachgehen.“ Vom Querfeldein-Ritt ist rechtlich gesehen in jedem Fall abzuraten. Für Wanderer dagegen ist es einfacher: Sie dürfen auch auf unbefestigte Waldwege ausweichen. „Das gilt allerdings nur, solange diese Wege tatsächlich begehbar sind und regelmäßig genutzt werden.“ Aber auch Brachflächen oder Gewässerufer stehen den Outdoor-Fans für eine ausgedehnte Wanderung zur Verfügung.

Diese Rechtstipps für ungetrübte Sommermonate wurden Ihnen von der ROLAND-Rechtsschutzversicherung präsentiert.

Rechtliche Hinweise
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