Medienkonsum bei Kindern: Was ist gut? Was schadet der Entwicklung?

Mit Checkliste zum Umgang mit Medien


Über die Hälfte aller Eltern macht sich Sorgen über den Einfluss, den Medien auf ihre Kinder haben. Wie das Fernsehen sind Internet und mobile Geräte aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und dringen immer tiefer in die Welt der Kinder vor.

Wie sieht es also mit Fernseher, PC, Tablet und Handy im Kinderzimmer aus? Gibt es  Richtlinien für eine altersgerechte Nutzung? Ist das Internet gefährlich und wie kann man Kinder vor den Risiken schützen? „Eltern sollten ihre Kinder auf alle Fälle und von Anfang an beim Medienkonsum begleiten!“, sagen sowohl Suchtexperten wie auch Pädagogen. Eine von ihnen ist die Heilpädagogin und Leiterin der Familienschule Fulda Julia Spätling.



PC, Internet und mobile Endgeräte erobern die Kinderzimmer

Kinder grundsätzlich von Medien wie Internet, und auch den Endgeräten wie Tablets, PC oder Fernsehen fernzuhalten, davon halten die meisten Experten nicht viel. Allein: Ein Fernsehgerät steht in fast jedem deutschen Haushalt mit Kindern zwischen 3 und 13, Computer und Internetanschluss sind in neun von zehn Haushalten vorhanden. Viele Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren verfügen über eigene Geräte wie MP3-Player/iPod (36 Prozent), Spielekonsole (53 Prozent) oder Handy/Smartphone (31 Prozent). Ebenso gehören Fernseh- (23 Prozent) und Radiogeräte (49 Prozent) in diversen Kinderzimmern bereits zur Grundausstattung (Quelle: Internationales Zentralinstitut für das Jungend- und Bildungsfernsehen).

Dauerbrenner und auf der Beliebtheitsskala ganz oben ist bei den Kleinen nach wie vor das Fernsehen. Immer stärker verschiebt sich das Interesse aber hin zu PC und Internet – und die Nutzer werden immer jünger.


Spielplatz Internet

Sie können noch nicht lesen und schreiben, aber einen Browser öffnen und Youtube aufrufen: 11 Prozent aller Dreijährigen sind im Internet unterwegs. Knapp die Hälfte der Sechsjährigen wissen, dass man im Netz Filme und Musik tauschen kann. 95 Prozent der Achtjährigen kennen Facebook und WhatsApp, 20 Prozent nutzen den Messenger sogar aktiv, obwohl die Software erst ab 13 Jahren erlaubt ist.

Rund 1,2 Millionen Kinder zwischen drei und acht Jahren sind regelmäßig im Internet unterwegs. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie "Kinder in der digitalen Welt" des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und dem Heidelberger Sinus-Institut. Waren im Jahr 2011 gerade mal 25 Prozent der 13-Jährigen im Besitz eines mobilen Internetzugangs per Smartphone, sind es heute in dieser Altersgruppe 89 Prozent und 25 Prozent besitzen schon im Alter ab sechs Jahren ein internetgängiges Handy. Leichte Beute für Abzocker. Vermeintliche Gratis-Angebote, tolle Preise, Spiele, Klingeltöne, Videos und Musik zum angeblich kostenlosen Download locken auf raffiniert aufgezogenen Seiten.

Auch medienerfahrenen Erwachsenen ist bange:  Eine Forsa Umfrage im Auftrag von AXA zeigt, dass knapp die Hälfte der Bevölkerung davon ausgeht, dass die Risiken im Internet zunehmen.


Eltern sind gefordert wie noch nie.

Die größten Gefahren für Kinder sind nicht kindgerechte Inhalte, Kontakt zu unerwünschten Personen und immer häufiger Mobbing. Zwei Drittel der Eltern von Kindern unter zehn Jahren sind alarmiert und verbieten rigoros die Internetnutzung.  Experten warnen davor. „Kinder müssen lernen, gut und souverän mit Medien umzugehen“, betonte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bei der Vorstellung der aktuellen Studie. Ein sinnvoller und altersgemäßer, richtig dosierter Medienkonsum ist der beste Schutz.
 
Bei der Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen ist auch das Thema Cyber-Mobbing ein Schwerpunkt. Die Checkliste zeigt Ihnen was Sie tun können, um Ihr Kind besser vor Übergriffen zu schützen bzw. was Sie tun sollten, wenn Ihr Kind selber zum Mobber wird.

Checkliste Mobbing im Internet (pdf, 365 KB)

Wie viel Medien-Konsum ist für Kinder richtig?

Doch was ist altersgemäßer Umgang mit Medien? Allgemeine Empfehlungen spricht das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus: In seiner Initiative „SCHAU HIN! – Was dein Kind mit Medien macht“ empfiehlt es Kindern unter drei Jahren noch keine Mediennutzung. Kinder bis fünf Jahren sollten höchstens eine halbe Stunde täglich vor dem Bildschirm verbringen, bis neun Jahren etwa eine Stunde. Ab dem Alter von etwa zehn bis 13 Jahren könnten sie sich eine Wochenzeit von rund 9 Stunden zunehmend selbst einteilen, so ein Ratschlag.

Ähnlich sieht es auch die Familienschule Fulda, die sich für folgende Zeitbegrenzungen ausspricht:

Jahre
Empfohlener Medien-Konsum pro Tag
 
 
0-2 Jahre
Gar nicht bis höchstens 10 min
3-5 Jahre
20 min
6-9 Jahre
50 min
10-13 Jahre
90 min
(Empfohlene TV-/Fernseh- oder Tabletzeiten für Kinder; Quelle: Familienschule Fulda)


Wichtig: Sinnvolle Inhalte und ausgleichende gemeinsame Aktivitäten

Allgemein gilt: Egal, ob Fernsehen, Computerspiel oder App, der Inhalt sollte ausgewählt und pädagogisch sinnvoll sein und die Kinder nicht überfordern. Interessant zu wissen ist dabei, dass vor allem Vorschulkinder Computer als lebendige Wesen betrachten. Anders aber als im freien Spiel, lernen sie in der Zeit am Tablet oder PC nicht viel über Interaktion mit anderen, Empathie, Teamgeist oder die Auseinandersetzung bei Konflikten oder Problemen. 

„Das Gehirn eines Kleinkinds entwickelt sich noch, viele Verhaltensweisen werden in diesem Alter erst erlernt. Je kleiner ein Kind, desto anfälliger ist es für Einflüsse durch das Fernsehen“, weiß die Heilpädagogin Julia Spätling. Das bestätigt auch die kanadische Erziehungswissenschaftlerin Prof. Lind Pagani von der Universität Montreal: „Die frühe Kindheit ist eine kritische Periode für die Hirnentwicklung und die Herausbildung des Verhaltens. Starker Fernsehkonsum im Alter zwischen zwei und vier kann die Entwicklung verzögern.“ Auf lange Sicht habe ein hoher Fernseh- oder Computerspielekonsum sogar negative Auswirkungen auf die Schulleistungen – besonders in Mathematik und beim Lesen –, die Gesundheit und das Sozialverhalten. Solche Kinder bewegten sich meist weniger und ernährten sich häufiger ungesund. Auch neigten sie mehr zu Hyperaktivität oder aggressiverem Verhalten, so Julia Spätling. Gefahren drohen mit zunehmendem Alter auch bei Internet- oder Computersucht.

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Wir verstehen Ihre Sorgen.
Das geschieht jeden Tag: Ein Mahnbescheid über mehrere tausend Euro kommt ins Haus, weil ein Kind guten Glaubens in einem Internetportal Musik oder Videos heruntergeladen hat.  Wir alle wissen, dass es auch bei größter Vorsicht keine absolute Sicherheit im Internet gibt. Zur sinnvollen Vorsorge gehört neben dem bewussten Umgang mit den Medien auch eine Versicherung gegen mögliche Schadenfälle.

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Praktische Tipps für Eltern zum Umgang für Kindern mit Medien:

  • Tipp 1: Selbst ein gutes Beispiel beim Medienkonsum abgeben!
  • Tipp 2: Medienkonsum bei älteren Kindern (ca. ab 4 Jahren) sollten Sie nicht verbieten, sondern je nach Alter sinnvoll eingrenzen. Verbote verstärken die Lust aufs Fernsehen und aufs Spielen mit Tablett oder PC. Fernsehen oder Computerspiele sind für Kinder unter zwei oder drei Jahren nicht gut geeignet.
  • Tipp 3: Suchen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Apps, Spiele oder Sendungen aus und sehen Sie sie gemeinsam an. Sie sollten Ihr Kind dabei gut beobachten und mit ihm über das Gesehene sprechen.
  • Tipp 4: Vereinbaren Sie klare Absprachen über die Nutzungszeiten. Hilfreich kann dabei das gemeinsame Erstellen eines Wochenplans sein, in dem die Mediennutzung nach Stunden geregelt ist.
  • Tipp 5: Internetfreie Zonen einrichten! Bei Familienaktivitäten, bei Hausaufgaben oder beim Essen haben Handy, Tablet oder PC nichts verloren.
  • Tipp 6: Vorsicht bei Werbung, Gewaltdarstellungen, grober Sprache, Katastrophen oder beängstigenden Inhalten - sie sind nichts für Kinder.
  • Tipp 7: Ein Smartphone wird erst für Kinder im Alter zwischen elf und zwölf Jahren empfohlen, ein eigenes Handy ab etwa neun Jahren. Erkunden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das neue Gerät und seine Funktionen. Erklären Sie ihm auch mögliche Fallstricke wie z.B. hohe Kosten bei Sondernummern, Telefonaten in andere Handynetze, Internetnutzung ohne Flattarif. Für den Anfang ist ein Prepaid-Tarif empfehlenswert.
  • Tipp 8: Achten Sie vor allem im Internet auf die Sicherheit Ihres Kindes (persönliche Daten, Kostenfallen, fremde Kontakte, jugendgefährdende Seiten...). Bleiben Sie auf dem Laufenden. Nutzen Sie entsprechende Filter, die man z.B. in den Geräten selbst oder im Internetbrowser einstellen kann.
  • Tipp 9: Kinderschutzprogramme nützen. Es gibt ein gutes Angebot an Software, die unkontrolliertes Surfen im Internet verhindert und Inhalte altersgerecht filtert. Empfehlungen gibt es zum Beispiel unter www.sicher-online-gehen.de vom Bundesfamilienministerium
  • Tipp 10: Reden Sie viel mit Ihrem Kind und hören Sie vor allem zu. So bleiben Sie in guter Verbindung zu ihm und Sie wissen, was es gerade interessant findet und zu wem es Kontakt hat.
Bei uns finden Sie guten Rat aus erster Hand

Wir machen Sie mit engagierten Experten bekannt wie es die Familienschule Fulda ist. Die Einrichtung der Deutschen Familienstiftung macht sich mit zahlreichen Aktivitäten und praktischer Unterstützung für das glückliche Miteinander von Kindern und Eltern stark. Hier geht es direkt zur Familienschule Fulda.

Der Prävention von Gefahren dient der jährliche AXA Kindersicherheitsreport. Warum 71 Prozent der befragten Pädagogen Medienkonsum als eine der wahrscheinlichsten Gefährdungen für Kinder einschätzen, lesen Sie hier im AXA Kindersicherheitsreport  2015.


Das Beste zum Schluss: Schenken Sie Ihren Kindern Zeit.

Die neuen Medien sind wichtig für unsere Kinder und Jugendlichen. Aber, mindestens genauso wichtig wie der gesunde Umgang mit Medien sind das Zusammensein mit Familie, Eltern und Freunden, die Zeiten draußen, an der frischen Luft, beim Sport und beim Spielen. Ihr Kind profitiert am meisten von allem, was das kognitive, motorische und psychosoziale Lernen fördert. „Vor allem die Zeit, die man direkt mit seinem Nachwuchs verbringt, ist für die Kinder ausschlaggebend“, sagt auch Julia Spätling. „Gerade die entspannte Zeit, die man mit einander hat, in der man mit einander redet, Gedanken austauscht, zusammen spielt, spazieren geht, sich Dinge zusammen anschaut, fördert die Kreativität, den Zusammenhalt und das Vertrauen/die Sicherheit zwischen Eltern und Kind.“ Die wichtigste Voraussetzung, um das Leben gut zu meistern – und auch die verschiedenen Herausforderungen der Medien.

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  • Machen Sie Ihren Internet-Zugang kindersicher
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  • Was tun als Mobbing-Opfer?
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Hier geht´s zu den Tipps Online-Sicherheit


Weitere Links für Eltern und Kinder zum Thema Kinder und Medien:

Lesen Sie auch im PLUS:

Von nun an sicher im Internet bewegen: „Mein Leben Online“ ist eine neue kostenlose Informations- und Ratgeberseite, die wir im Rahmen unseres Präventions-Projektes „Born to Protect“ entwickelt haben. Umfangreiche Informationen und konkrete Tipps helfen Ihnen, Gefahren im Internet besser zu erkennen und Risiken zu vermeiden. Viele praktische Informationen tragen auch in anderen Lebensbereichen zum bestmöglichen Schutz im Alltag bei, jederzeit abzurufen unter www.meinlebenonline.de.


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