Erste Hilfe bei Kindern in Notfällen

Ratgeber-Serie

Wer hat sie nicht – kleine Narben aus der Kindheit. Solange es nur oberflächliche Schürfwunden sind, gehören sie einfach zum Aufwachsen dazu. Was aber, wenn Ihr Kind sich verbrüht, schwerer verletzt und kein Arzt in der Nähe ist? Dann sollten Sie zumindest die Grundzüge der Ersten Hilfe bei den häufigsten Kinderverletzungen im Kopf haben.




Starke Blutungen

  • Aus Kopf oder Rumpf: Druckverband auf die Blutungsstelle pressen
  • Am Arm: Hochhalten, abdrücken, Druckverband auf die Wunde legen
  • Am Bein: Druckverband auflegen, gegebenenfalls abdrücken
  • Arzt verständigen, Klinik aufsuchen
  • Bei Abtrennungen und Teilabrissen: Arm oder Bein hochhalten, keimfreies Material auf die Wunde pressen, wenn möglich Druckverband anlegen. Abgetrennte Gliedmaßen im Plastikbeutel mit Eiswürfeln aufbewahren
  • NOTRUF!
Tipp: Als blutstillende Auflage für die Wunde eignen sich – in möglichst sauberen Stoff eingerollt – zum Beispiel: ein Stück Holz, ein flacher Kiesel, fest zusammengefaltete Pappe, eine verpackte Mullbinde oder eine Kompresse.


Atemspende

  • Eventuell Fremdkörper oder Erbrochenes aus dem Mund­ und Rachenraum entfernen.
  • Kopf des Kindes nach hinten überstrecken – dazu eine Hand auf die Stirn legen, die andere unter den Nacken.
  • Beim Kleinkind: Mit dem eigenen Mund den Mund und die Nase des Kindes umschließen und in die Lunge ausatmen. Darauf achten, dass sich der Brustkorb des Kindes dabei hebt.
  • Beim älteren Kind: Die Nase mit zwei Fingern einer Hand zudrücken, mit dem eigenen Mund den des Kindes um schließen und in die Lunge ausatmen.

Gelenkverletzungen

  • Keine Bewegungsversuche
  • Keine Einrenkversuche
  • Ruhigstellung des verletzten Gelenks durch Lagerung oder Festlegung – jedoch ohne die augenblickliche Stellung dabei zu verändern
  • Arzt verständigen, Klinik aufsuchen

Bewusstlosigkeit

  • Auslöser: Sauerstoffmangel, Gewalteinwirkung auf den Kopf, Vergiftungen, Einwirkungen durch Hitze oder Kälte
  • In die stabile Seitenlage bringen – jedoch nur bei erhaltener Atmung! (sonst s. Atemspende)
  • Beim Säugling und Kleinkind die Bauchlage wählen. Der Kopf wird dabei zur Seite gedreht und der Mund geöffnet.
  • NOTRUF!

Fremdkörper im Auge

  • Weiteres Hineinreiben verhindern
  • Keine Entfernungsversuche unternehmen
  • Beide Augen verbinden
  • Kind beruhigen, eventuell NOTRUF

Insektenstich im Mund

  • Ständig Eis lutschen lassen. Falls nicht verfügbar: kalte Halsumschläge anlegen.
  • NOTRUF!

Hitzeerschöpfung

  • Symptome: auffallende Blässe, schneller und schwacher Puls, Frösteln bei normaler Körpertemperatur, kalter Schweiß, extreme Schwäche
  • Flach im Schatten lagern
  • Atmung kontrollieren
  • Zudecken, wenn das Kind fröstelt. Etwas salziges Wasser einflößen (nicht bei Bewusstlosigkeit)
  • Arzt verständigen

Herzmassage

  • Mit einer Hand den Rücken des Kindes umschließen, mit zwei Fingern bzw. dem Handballen – je nach Größe des Kindes – der anderen Hand auf das Brustbein drücken (Druckmassage)
  • Möglichst 80 bis 100 Druckmassagen pro Minute.
    Im Zyklus 2 x Atemspende, 15 x Herzmassage
  • Zwischendurch kontrollieren, ob Puls und Atmung des Kindes wiederkehren
  • NOTRUF!

Verbrennungen, Verbrühungen

  • Bei Verbrühungen Kleider entfernen.
  • Brandwunden ständig mit kaltem Wasser kühlen.
  • Wunden keimfrei bedecken, sonst offen lassen.
  • Wärmeverlust verhindern.
  • Bewusstsein, Atmung und Puls kontrollieren.
  • Bei Atemstillstand: Atemspende.
  • Schockbehandlung: Schocklage herstellen, d.h. Beine leicht erhöht legen, für Wärme und Ruhe sorgen
  • Niemals Mehl, Puder, Salben oder Öle auf die Wunde bringen.

Verschlucken von Gegenständen

Bei Fremdkörpern in der Luftröhre (Murmeln, Erdnüsse, Erbsen) droht Erstickungsgefahr.

  • Beim Säugling und Kleinkind: Bei herunterhängendem Oberkörper kräftige Schläge mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter zum Auslösen des Hustenreizes.
  • Bei Atemstillstand: Atemspende.
  • NOTRUF!
  • Beim älteren Kind: Hinter das stehende Kind stellen, Arme um den Bauch des Kindes legen und verschränken. Das Kind kräftig mit ein paar Rucken an den eigenen Körper heranziehen, bis der Gegenstand ausgespuckt wird.
NOTRUF IN DEUTSCHLAND: Die Nummer des Notrufs ist bundesweit die 112!

Wer stattdessen die 110 wählt, gelangt zur Polizei, die dann erst an die Rettungsdienste weitervermitteln muss. Dadurch geht wichtige Zeit verloren.


Wir hoffen, dass Sie nie in die Lage kommen, diese Ratschläge anwenden zu müssen und wünschen Ihnen eine gesunde Kinderzeit mit Ihrem Liebling.

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