Was motiviert Mitarbeiter – was behindert sie?

Viele Mitarbeiter sind wichtige Wissensträger und Stützen Ihres Unternehmens. Nur körperlich und geistig gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähig und produktiv. Natürlich können Sie als Arbeitgeber nicht alle Probleme Ihrer Angestellten lösen, Sie können aber Hilfestellung und Beratung anbieten.

Eine Möglichkeit dazu stellen sogenannte Employee Assistance Programme dar. Diese Programme wurden in der USA bereits in den 1930er Jahren entwickelt und werden von immer mehr größeren Firmen erfolgreich eingesetzt.




Problemfelder: Leistungsdruck, betriebliche und private Probleme

Zu viele Dinge sind in der Arbeit zu erledigen – zu hoch ist die Belastung für manche Mitarbeiter, denn nicht jeder kann mit Stress gleich gut umgehen. Hinzu kommen können private Probleme, Streit mit dem Partner, Krankheiten oder finanzielle Schwierigkeiten, die man nicht einfach vor der Bürotür abschütteln kann.


Folgen

Kurzfristig können die meisten Menschen mit ihren Problemen ganz gut umgehen. Belasten jedoch die Arbeitssituation oder private Schwierigkeiten den Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum, können ernsthafte Konsequenzen daraus erwachsen. Je nach Typ kann sich dies in einer Suchtgefährdung, Verzweiflung bis hin zu schweren Depressionen äußern.

Daraus ergeben sich nicht nur erhöhte Fehlzeiten, sondern auch Mitarbeiter, die zwar an Ihrem Arbeitsplatz sind (aus Angst vor dem Verlust desselben) aber keine Leistung erbringen, weil sie mit sich selbst und den eigenen Problemen zu sehr beschäftigt, oder sogar bereits krank sind.

Diese, am weitesten verbreitete Auswirkung, ist der sogenannte „Präsentismus“. Und Präsentismus ist weit häufiger, als man denkt: Laut einer Studie der AOK aus dem Jahr 2014 gingen 63% der befragten Arbeitnehmer mindestens einmal pro Jahr trotz Krankheit arbeiten – 33% sogar gegen den ausdrücklich Rat des Arztes. Die Folge ist klar: die Mitarbeiter sind zwar an ihrem Arbeitsplatz, erbringen aber keine Leistung, sind oftmals zu einem späteren Zeitpunkt richtig krank und fehlen dadurch dem Betrieb über eine längere Zeit.

Was sind Employee Assistance Programme?

Unter Employee Assistance Programmen – kurz EAP – versteht man Maßnahmen zur externen Mitarbeiterberatung in Themenfeldern wie zum Beispiel Sucht, Konflikte, psychische Belastungen, organisatorische Probleme oder Work-Life-Balance. Ziel ist die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden unter den Mitarbeitern.


Leistungen von EAP

EAP ist eine Beratungsleistung für Mitarbeiter, die mit privaten oder beruflichen Problemen zu kämpfen haben. Die Beratung wird von externen Beratungsdiensten erbracht. Folgende Bereiche werden (abhängig vom Anbieter) angeboten:

  • Psychologische Beratung: Telefonische oder persönliche Besprechung emotionaler, persönlicher oder arbeitsbezogener Probleme. Diese Gespräche geben eine Hilfestellung bei Konflikten oder Krisen, sind aber nicht als Therapie anzusehen. Sollte sich herausstellen, dass eine Therapie benötigt wird, helfen die Berater bei der Suche nach einem geeigneten Spezialisten.
  • Beratung in Sachfragen: Wohnungssuche, Behördenprobleme, Schulprobleme der Kinder etc. stehen hier im Vordergrund. Die Berater geben Hinweise und Informationen und stellen Kontakt zu den entsprechenden Ansprechpartnern her.
  • Beratung bei arbeitsbezogenen Fragen: Hilfe bei betriebsinternen Konflikten, Stress, Überforderung, Sorge um den Arbeitsplatz, etc.
  • Suchtberatung: Gerade dieses Problem ist weiter verbreitet, als allgemein angenommen. Bei suchtgefährdeten oder bereits süchtigen Mitarbeitern (zumeist Alkohol oder Drogen) werden mögliche Wege besprochen, um aus der Sucht herauszukommen.
  • Unterstützung von Führungskräften: Mitarbeiterführung, Gesundheitsvorsorge, Konfliktbewältigung und der Umgang mit auffälligen oder kranken Mitarbeitern stehen hier im Vordergrund.

Welche Auswirkungen hat das auf die Mitarbeiter und Ihren  Betrieb?

Die Mitarbeitermotivation steigt aufgrund des „man kümmert sich um mich“ Gefühls, damit einhergehend fühlen sich die Mitarbeiter dem Unternehmen in größerem Maße verbunden und setzen sich für das Unternehmen ein. Nach außen hin bedeutet das eine Aufwertung des Images, denn loyale Mitarbeiter kommunizieren das auch gegenüber der Öffentlichkeit.

Die Fehlzeiten werden verringert, denn das frühzeitige Erkennen und Behandeln von psychischen Krankheiten verkürzt die Fehlzeiten oder kann sie sogar vermeiden.

Eine merkliche Produktivitätsteigerung ist ebenso realistisch, denn wenn sich die Mitarbeiter voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren können – also private oder berufliche Probleme nicht mehr den Alltag bestimmen – arbeiten sie entspannter und effizienter.

Auch das Unfallrisiko wird durch die Konzentration auf die Arbeit erheblich reduziert und Fehlzeiten aufgrund von Unfällen verringert.


Was kostet EAP ein Unternehmen?

Im Grunde genommen ist EAP eine Investition, die sich laut des renommierten Beratungsunternehmens ICAS nicht nur rechnet, sondern mit einem Return of Investment von mindestens 1:15 richtig auszahlt. Die meisten Beratungsunternehmen berechnen ihre Leistungen nach der Mitarbeiterzahl des zu betreuenden Unternehmens – unabhängig davon, wie viele der Mitarbeiter die Leistungen in Anspruch nehmen. Darüber hinaus richten sich die Kosten nach den benötigten Leistungen, die individuell mit dem Beratungsunternehmen festgelegt werden.


Wo liegen die Grenzen von EAP?

EAP ist ein sehr wirksames Werkzeug, um höhere Zufriedenheit und gesünderes Arbeiten unter den Mitarbeitern zu ermöglichen.
Aber natürlich kann EAP nicht als Wundermittel angesehen werden. Wenn die Mitarbeiter sich nicht darauf einlassen und die angebotene Hilfe in Anspruch nehmen, kann EAP auch nichts ausrichten. Ebenso, wenn die Probleme oder Krankheiten bereits so weit fortgeschritten sind, dass die Hilfestellung von EAP nicht mehr ausreicht. In diesen Fällen muss der Mitarbeiter professionelle Hilfe bei Ärzten oder Therapeuten suchen.
Und noch etwas: EAP kann nur unterstützend wirken – eine intakte Familie, ein normales gesellschaftliches Leben oder eine ausgewogene Lebensführung kann EAP nicht ersetzen.

Unterstützen Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter– Sie werden sehen, es lohnt sich nicht nur geschäftlich, sondern auch menschlich für Sie!

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