Hilfe für die Seele!

Begleitung zu psychologischen Therapien


Gibt es wirklich immer mehr psychisch Erkrankte? Die Experten sind sich nicht einig, ob psychische Störungen in den letzten zehn Jahren tatsächlich zunehmen oder ob sie nur häufiger diagnostiziert werden als in der Vergangenheit. Fest steht, dass immer mehr Menschen Hilfe suchen. Dabei ist schon die Orientierung zwischen den verschiedenen Formen psychologischer Therapien schwierig und die Suche nach einem Therapieplatz wird häufig langwierig und belastend. Verständnisvolle Begleitung ist sehr erwünscht auf dem Weg zur Therapie.

Wer hätte das gedacht: Die Depression gehört zu den weltweit verbreitetsten Erkrankungen. 350 Millionen Menschen sind davon betroffen, im Vergleich zu 32 Millionen Krebspatienten. Jeder dritte Europäer im Erwachsenenalter erkrankt innerhalb eines Jahres an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. 58.000 Selbsttötungen in Folge psychischer Erkrankungen pro Jahr verursachen in Europa mehr Opfer als der Straßenverkehr. Im Vergleich sind von Depressionen am häufigsten Briten betroffen (26 Prozent), am seltensten Italiener (12 Prozent), in Deutschland sind depressive Erkrankungen und Angststörungen am häufigsten. Rund zehn Prozent der Krankheitstage gehen auf Erkrankungen der Psyche zurück (Bundesgesundheitsministerium) und fast jede zweite neue Frührente ist inzwischen psychisch verursacht, meldet die BundesPsychotherapeutenKammer BPtK.


Langer Weg zur Therapie

Die Versorgung der Erkrankten steht in der Kritik, und zwar in ganz Europa. In Österreich wird die Qualität vieler Psychotherapeuten wegen der niedrigen Schwelle zur Ausbildung bemängelt. Franzosen müssen für psychologische Therapien selbst aufkommen. In Großbritannien sind Psychotherapeuten im Großraum London und im Südosten Englands konzentriert, während andernorts der blanke Notstand herrscht. In Deutschland müssen Patienten durchschnittlich drei Monate auf einen Termin beim Therapeuten warten - in Städten rund 9 Wochen, in ländlichen Regionen im Schnitt weit mehr als 15 Wochen. Nach wie vor gibt es zu wenige niedergelassene Psychotherapeuten in Deutschland und so erhöhen lange Wartezeiten das Risiko, dass sich eine Erkrankung noch verschlimmert. Lange genug dauert es zuvor meist schon, bis Betroffene den Mut finden, ihre Probleme anzusprechen -  psychische Erkrankungen werden aus Furcht vor Ausgrenzung immer noch heruntergespielt.


Krise oder Krankheit?

Wo ist die Grenze zwischen der persönlichen Talsohle des Lebens und der behandlungsbedürftigen Störung? Ärzte und Psychotherapeuten haben sich auf eine anerkannte Liste psychischer Krankheiten verständigt; die ICD-10-Liste (englisch für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) wurde von der Weltgesundheitsorganisation erarbeitet und ist in Deutschland verbindlich. Sie verzeichnet rund 100 Erkrankungen, darunter Demenz, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Psychosen, Suchterkrankungen, Manien, Depressionen, Zwänge und Angst, Entwicklungsstörungen und Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend.

Hier eine kurze Übersicht über die meist verbreiteten psychischen Krankheiten:

  • Alkoholabhängigkeit ist die häufigste psychische Krankheit bei Männern in den westlichen Industrienationen. Es gibt doppelt so viele männliche wie weibliche Alkoholiker. In Deutschland sind 1,3 Millionen Menschen alkoholabhängig und 2,7 Millionen Menschen missbrauchen Alkohol.
  • Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Fast jeder Fünfte erkrankt mindestens einmal im Leben an einer Depression, Frauen in etwa doppelt so häufig wie Männer. Eine Depression tritt häufig zum ersten Mal im Alter von 25 bis 35 Jahren auf. Die Erscheinungen einer Depression kann auch ein sogenannter „Burnout“ auslösen. Es gibt hierfür keine allgemein akzeptierte Diagnose, im Allgemeinen handelt es sich um einen Zustand großer Erschöpfung mit einem Gefühl der Überforderung und gefühlsmäßigen Überlastung. 
  • Essstörungen sind im Vergleich zu Depressionen oder Angststörungen seltene, aber häufig sehr schwere psychische Erkrankungen. Etwa ein Prozent der Frauen und 0,5 Prozent der Männer erkranken während ihres Lebens an einer der drei Hauptformen von Essstörungen: Magersucht, Bulimie, Binge-Eating-Störung
  • Angststörungen wie z.B. Platzangst und Panikstörung gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Jeder Zwanzigste erkrankt in seinem Leben einmal daran, in Deutschland sind  aktuell rund 1,5 Millionen Menschen betroffen. Das Ersterkrankungsalter liegt häufig bei ungefähr 25 Jahren. Meist liegt gleichzeitig noch eine weitere psychische Erkrankung wie Depression, Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch.
  • Schizophrenie ist eine häufige und schwere Form der Psychose, einer psychischen Erkrankungen mit Realitätsverlust. Schizophrenie ist etwa so häufig wie chronisches Rheuma, einer von 100 Erwachsenen erkrankt in seinem Leben daran, in Deutschland sind es aktuell rund 800.000 Menschen.
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* abhängig vom gewählten Versicherungsschutz


Die richtige Therapie wählen 

Bei psychischen Erkrankungen gibt es keine Faustregeln. Welche Therapieform sich eignet, hängt von der individuellen Problematik ab. Wissenschaftliche anerkannt sind fünf therapeutische Verfahren. Verhaltenstherapie, analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen und einigen privaten Krankenversicherungen übernommen.

  • Die Verhaltenstherapie versucht, ein „erlerntes“ problematisches Verhalten zu analysieren und zu verändern. Dazu ist die Bereitschaft des Patienten notwendig, aktiv mitzuarbeiten. 
  • Die analytische Psychotherapie geht davon aus, dass psychischen Erkrankungen persönliche Lebenserfahren zugrunde liegen und hilft, unbewusste Konflikte zu erkennen und in einer Langzeittherapie zu lösen.
  • Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie richtet den Blick ebenfalls auf unbewusste Einflüsse, richtet sich aber stärker auf die Lösung der konkreten aktuellen Probleme. Die Gespräche verlangen vom Patienten ein hohes Maß an Offenheit. 
  • Die Gesprächspsychotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch die Fähigkeit zu einer positiven Entwicklung in sich trägt. Die Selbsterforschung steht im Mittelpunkt, die enge Beziehung zwischen Therapeut und Patient ist hier besonders wichtig.
  • Die systemische Psychotherapie beschäftigt sich mit dem sozialen Umfeld, in dem eine Störung entsteht, zum Beispiel mit der Familie, und arbeitet zum Beispiel auch mit Aufstellungen, die Bindungen und Konflikte bildhaft machen.
Medikamente werden von Psychotherapeuten nicht verordnet, können aber in Kombination zur Psychotherapie eingesetzt werden. Psychopharmaka wirken auf das zentrale Nervensystem des Menschen ein und lindern dadurch zum Beispiel Angst- und Spannungszustände oder Depressionen, bringen aber auch teils starke Nebenwirkungen mit sich.


Psychotherapeut, Psychiater, Psychologe – wer kennt sich aus?

Die Psychotherapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen und einigen privaten Krankenversicherungen bezahlt, wenn sie von einem ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten mit Zulassung geleistet wird (am besten den Versicherungsschutz vorher klären). Die Fachbezeichnungen irritieren jedoch. Ist Psychotherapeut gleich Psychiater? Nein, und zur weiteren Erschwernis ist es so, dass viele psychotherapeutische Behandlungen anbieten, dabei aber keine Psychotherapeuten sind. Hier ein kurzer Überblick über die Berufsgruppen:

  • Psychotherapeut ist ein Titel, der an eine mehrjährige, staatlich geregelte Weiterbildung gebunden ist. Psychologische Psychotherapeuten sind Diplom-Psychologen, die sich zum Psychotherapeuten weitergebildet haben. Ärztliche Psychotherapeuten haben entweder eine Facharztausbildung, die Psychotherapie umfasste oder haben eine Zusatzweiterbildung absolviert. Aber auch Ärzte ohne entsprechende Aus- oder Weiterbildung bieten psychotherapeutische Leistungen an – hier muss der Patient die Kosten meist selbst übernehmen.
  • Psychologen haben die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen studiert und einen Diplom- oder Master-Abschluss erworben. Danach können sie mit einer Heilpraktikererlaubnis tätig sein oder, nach entsprechender Weiterbildung, als Psychologische Psychotherapeuten.
  • Psychoanalytiker haben in der Regel Medizin oder Psychologie studiert und danach die „Psychoanalyse“ als Behandlungsform erlernt - es gibt aber keine festgeschriebenen Regeln für die Ausbildung.
  • Psychiater bedeutet „Facharzt für Psychiatrie" als Weiterbildung nach dem Medizinstudium. Hier richtet sich der Blick in erster Linie auf die körperlichen Ursachen einer psychischen Erkrankung. Psychiater verordnen Medikamente und bieten eher selten nach einer Zusatzausbildung auch Psychotherapie an.
  • Heilpraktiker für Psychotherapie bezeichnet die Heilpraktiker-Zulassung, die auf Psychotherapie eingeschränkt ist. Voraussetzung ist eine Prüfung der Kenntnisse oder ein Studium der Psychologie.
  • Neurologen befassen sich eher mit Erkrankungen des Nervensystems und weniger mit seelischen Störungen, bei Erkrankungen wie Demenz wird die Grenze aber fließend.

Mut zur Hilfe

Untersuchungen belegen, dass heute mehr Menschen mit psychischen Störungen in Behandlung gehen, statt ihre Krankheit ängstlich zu verstecken. Es gibt allerdings auch immer noch die Ängste vor Vorurteilen und Diskriminierung. In einer leistungsorientierten Gesellschaft erleben sich psychisch Kranke als gehandicapt und schämen sich für ihre Erkrankung. „Von 100 Menschen mit Depression gehen heute vielleicht 60 zum Arzt", sagt Prof. Dr. Ulrich Hegel, Vorsitzender des Deutschen Bündnis gegen Depression. Mit dem Entschluss zur Therapie ist der wichtigste Schritt getan. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass es 80 Prozent der Patienten nach einer Psychotherapie deutlich besser geht. Der Erfolg hängt maßgeblich von der Beziehung zwischen Patient und Therapeuten ab. Das Recht auf mehrere Probesitzungen ermöglicht es, sich gegenseitig auszuprobieren. Die Verantwortung für den Heilungserfolg liegt auf beiden Seiten: Der gute Patient arbeitet selbst aktiv mit. Was einen guten Therapeuten ausmacht, ist aus Sicht der Behandelten: ungeteilte Aufmerksamkeit, keine umständlichen Erklärungen, keine persönlichen Wertungen, das Gespür Wahrheiten im richtigen Moment auszusprechen, Zuwendung mit der gebotenen Distanz, fordern ohne zu überfordern.


Noch mehr Hoffnung in Zukunft

Neue Konzepte werden den Zugang zu Therapien verbessern und die Versorgung zukünftig unabhängig vom Wohnort sicherstellen: Mit den Möglichkeiten der digitalen Medien arbeiten Therapeuten in Schweden, den Niederlanden, England oder Australien und jetzt auch in Deutschland in Partnerschaft mit AXA.

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