DIESE AXA WEBSITE NUTZT COOKIES

Mit dem Verbleib auf AXA.de stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu

Gesund und Reisen | Das Plus von AXA

Ohne Familie – und doch nicht allein im Pflegefall

Alleinstehend ins Alter mit Vorsorge und Zuversicht

Pflegefall Vorsorge | AXA

Endstation Heim im Pflegefall? Nein, neue Lebenskonzepte im Alter können auch für Pflegebedürftige ohne Familie Alternativen eröffnen. Doch eigene Vorsorge bleibt Pflicht.  
-------------------------------

Immer mehr Menschen leben im Alter allein. Vielen geht es gut dabei. Doch was geschieht im Pflegefall, wenn Hilfsbedürftige sich nicht auf Angehörige stützen können? Während früher das Heim der einzige Ausweg war, gibt es heute zahlreiche neue Konzepte und Wohnformen mit Lebensqualität für späte Singles. Doch ohne Eigeninitiative geht es nicht. Auch nach der Pflegereform ist private Vorsorge immer noch unverzichtbar.

„Nun fühlen Sie sich sicher in Ihrer Wohnung einsam?“ Die 83-Jährige hatte in einer Gesundheitssprechstunde im Radio berichtet, dass sie allein lebt und nach einem Hüftgelenkbruch von einem mobilen Mittagstisch versorgt wird. „Nein“, sagt die alte Dame auf die mitfühlende Frage „ich bin immer gern allein gewesen und habe noch so viel, was ich lesen möchte...“ Die Episode stammt aus dem Ratgeber „Alleinsein lernen“ der Journalistin Hannelore Krollpfeiffer, selbst Jahrgang 1924. „Alleinsein im Alter ist ein neues, ein anderes Alleinsein“, sagt die Autorin, aber auch: „Nicht jeder ist darauf gut vorbereitet.“

44 Prozent der Frauen über 65 lebten 2014 allein, jedoch nur 18 Prozent der Männer (Quelle: Ältere Menschen in Deutschland und der EU 2016, Statistisches Bundesamt). Mehr als die Hälfte von ihnen ist nach einer Studie des Zentrum für Qualität in der Pflege auf Unterstützung im Alltag angewiesen.

Was geschieht nun, wenn Menschen ohne Angehörige alt und dann vielleicht sogar irgendwann auch pflegebedürftig werden? Endstation Einsamkeit? Nein. Entgegen vieler pessimistischer Prognosen sehen deutsche Forscher das Alleinsein im Alter nicht so düster. Dr. Maike Luhmann ist Psychologie-Professorin an der Ruhr-Uni Bochum und hat 2016 eine große Studie zu Einsamkeit veröffentlicht. Zwar haben die Ältesten am meisten Probleme mit Einsamkeit: jeder Fünfte ab 86, wenn körperliche Gebrechen zunehmen. Aber am wenigsten betroffen sind dagegen die  Menschen im Alter von 66-75 Jahren mit nur 9,9 Prozent.

Aussicht auf neue Lebensformen im Alter

Ein Interview mit dem Soziologen und Altersforscher Stephan Baas kann Mut machen. Sein Spezialgebiet ist die Single-Forschung, sein Schwerpunkt liegt dabei auf älteren und alten Alleinlebenden. Das sind nicht nur verwitwete Menschen. Immer mehr Paare trennen sich auch noch in späten Jahren, ihr Anteil an den Scheidungen ist von neun auf 16 Prozent gestiegen. Ältere Menschen haben heute Mut zum Neuanfang, wir sehen qualitätsvollen Lebensformen auch für Singles im hohen Alter entgegen. Stephan Baas: „Als Gerontologe erforsche und entwickele ich gerade sogenannte alternative Wohnformen in Quartieren.“ Nahräume sollen die soziale Verantwortung der Menschen stärken, „Caring Communities = sorgende Gemeinschaften“ werden zum Familienersatz für Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, ohne Angehörige leben. Die Basis dieser Wohnform bildet Nachbarschaftshilfe, dazu kommt die Leistung mobiler Pflegedienste. Die umfassende Beratungsbroschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Länger zuhause leben“ dient auch als Wegweiser zu fortschrittlichen Wohnprojekten (zum Download unter https://www.serviceportal-zuhause-im-alter.de).

Vorsorge Wohnform  | AXA

Mehr Auswahl zwischen Zuhause und Heim

Aber was geschieht im Pflegefall? Rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell pflegebedürftig (Deutsche Stiftung Patientenschutz). Ein großer Teil, 2,1 Millionen, werden zu Hause gepflegt. Davon werden zwei Drittel in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Das restliche Drittel lebt in Privathaushalten, die Pflege erfolgt aber zum Teil oder vollständig durch ambulante Pflegedienste.

44 Prozent der Pflegebedürftigen leben laut Zentrum für Qualität in der Pflege allein und sind bei schwindenden Kräften dann häufig von sozialer Isolation betroffen. Der Ausweg führte bislang ins Pflegeheim. Heute gibt es zahlreiche Wohnkonzepte zwischen Zuhause und Heim, die individuellen Ansprüchen gerecht werden können:

  • Wohnen zu Hause mit Services wie Hausnotruf und mobilem Mittagstisch 
  • betreutes Wohnen zu Hause
  • Tagespflege
  • gemeinschaftliche Wohnformen plus ambulanter Pflegedienst 
  • integriertes Wohnen, Mehrgenerationenhäuser
  • betreutes Wohnen oder Service-Wohnen in einer Wohnanlage
  • Wohn- und Hausgemeinschaften für Pflegebedürftige
  • Leben in einer Pflegeeinrichtung

Den Wunsch der meisten Menschen nach einer möglichst selbständigen Lebensform hat jetzt die Pflegereform der Bundesregierung gestärkt. Es gibt mehr Geld und eine verständnisvollere Bemessungsgrundlage.

Alles bestens nach der Pflegereform?

Die Beschlüsse zur Pflegereform und die Pflegestärkungsgesetze helfen vielen Menschen. Wer auf Pflege angewiesen ist, erhält von der gesetzlichen Pflegeversicherung vier Prozent mehr für sämtliche Pflegeleistungen. Zudem kann der Grad der Pflegebedürftigkeit in den Stufen 1 bis 5 jetzt sehr viel verständnisvoller als in den bisherigen drei Pflegestufen bemessen werden. Es wird kein Unterschied mehr zwischen rein körperlichen oder geistigen Einschränkungen gemacht. Davon profitieren zum Beispiel Demenzkranke, die im Anfangsstadium in ihrer Selbständigkeit eingeschränkt sind und Unterstützung brauchen. Sie gingen bisher leer aus und können nun Leistungen in Anspruch nehmen.
 
Vor allem die Leistungen für die Pflege zu Hause wurden weiter ausgebaut – davon profitieren auch Alleinstehende. Einige Verbesserungen im Überblick:

  • Bessere Unterstützung im Alltag: Die Hilfe durch anerkannte Alltagsbegleiter wird ausgebaut. Die Kosten für die stundenweise Unterstützung bei der Alltagsgestaltung übernimmt die Pflegekasse im Rahmen der Verhinderungspflege oder der zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen (bei anerkanntem Pflegegrad).
  • Verbesserte ambulante Pflege: Pflegegeld kann ohne Kürzung mit ambulanten Pflegesachleistungen durch einen Pflegedienst kombiniert werden, das steht erstmals auch Demenzkranken zu.
  • Mehr Unterstützung beim Umbau der Wohnung: Eine besondere Erleichterung für Alleinlebende kann es sein, dass jetzt bis zu 4.000 Euro je Umbaumaßnahme bezahlt werden, Wohngruppen können sogar bis zu 16.000 Euro erhalten. 
  • Rückenwind für Wohngruppen: Gemeinschaften von mindestens drei Pflegebedürftigen erhalten je Monat und Person einen Zuschlag von 205 Euro, wenn sie eine Pflegekraft beschäftigen. Sie können gemeinsam eine maximale Anschubfinanzierung von 10.000 Euro für ihr Wohn-Projekt erhalten, je Pflegebedürftigen bis zu 2.500 Euro. 

Eine gute Übersicht über alle Neuerungen der Pflegereform finden Sie hier im PLUS:

Wer vorausschaut, sieht die Versorgungslücke

Die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung war zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber bei Weitem nicht aus. Nach wie vor decken die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung die tatsächlichen Ausgaben nicht. Nur etwa die Hälfte der Kosten ist im Durchschnitt gesichert. Die Leistungen reichen also nur bis zur Mitte des Monats. Das Defizit kann ja nach Pflegegrad auf bis zu 2.000 Euro anwachsen. Das zehrt nach und nach ein kleines Vermögen auf.
 
Um die Versorgungslücke zu überbrücken, ist private Vorsorge unentbehrlich. Experten raten dazu, den gesetzlichen Schutz zu verbessern. Je früher man beginnt, umso entspannter gestaltet sich die Vorsorge: Junge Familien steigen beispielsweise günstig ein und erhöhen den Schutz später ohne weitere Gesundheitsprüfung. Wir empfehlen Ihnen dazu einen interessanten Artikel mit vielen Informationen.

Ohne Familie doch nicht allein dastehen

Zu den entscheidenden Verbesserungen durch die Pflegereform gehört die Idee der Pflegestützpunkte. Sie sollen allen Bürgern kostenlose Beratung und Unterstützung in allen Belangen zum Thema Pflege bieten. Neben wichtigen Informationen gibt es hier sämtliche Antragsformulare und konkrete Hilfestellungen wie etwa die Vermittlung pflegerischer, medizinischer und sozialer Hilfe. Bis jetzt konnten deutschlandweit über 550 solcher Pflegestützpunkte eingerichtet werden - ein Verzeichnis gibt es zum Beispiel unter www.pflegestuetzpunkte-online.de. Einen nützlichen Leitfaden für die ersten Schritte finden Sie ganz bequem auch in der Pflegewelt von AXA

Als zusätzliches Unterstützungsangebot ist die Behörden-Servicenummer 115 auf dem Vormarsch, um an jedem Wochentag von 8 bis 18 Uhr schnell und zuverlässig alle Fragen zur Pflege zu beantworten. Rund 500 Kommunen, zwölf Länder und die gesamte Bundesverwaltung haben sich dem Vorhaben bereits angeschlossen, damit können über 43 Millionen Bürgerinnen und Bürger die 115 erreichen. Alle Infos unter www.115.de.

Zuletzt entscheiden Sie

Das Heft in der Hand behalten. Für Alleinstehende ist es womöglich noch wichtiger, mit Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung und Patientenverfügung sicher zu stellen, dass persönliche Vorstellungen respektiert werden. Wenn Sie keine Angehörigen haben, werden Sie Personen Ihres Vertrauens dazu bestimmen wollen, Ihren Willen zu vertreten; andererseits können auch bestimmte Personen von der Betreuung ausgeschlossen werden.

Was viele Menschen nicht wissen: Wer keine konkreten Personen benennen kann oder will, kann auch festlegen, welche Fähigkeiten und Eigenschaften ein Betreuer haben soll (zum Beispiel Erfahrungen in der Pflege, Tierliebe oder Aufgeschlossenheit für Naturheilkunde). Das Gericht ist dann gehalten, einen Betreuer zu bestellen, der möglichst genau Ihren Anforderungen entspricht. Alle Informationen zu Vollmachten finden Sie in der Pflegewelt von AXA.

Nicht zuletzt Zuversicht:

Was immer hilft, ist ein Blick aufs Positive. Werfen Sie in diesem Sinne in der Pflegewelt von AXA einen Blick auf das Wohnen im Alter.

Das PLUS für Kunden von AXA


Sie stehen nicht alleine da.


AXA gibt Informationen und Anregungen zu allen Themen rund um Alter und Pflege. Wir zeigen Ihnen rechtzeitig Wege zur Vorsorge auf und leisten praktische Begleitung in schwierigen Situationen.

Mit der Pflegevorsorge VARIO sichern Sie Ihre Existenz im Pflegefall mit diesen Vorteilen, z.B.:

  • Hohe Flexibilität – Pflegegeld nach Pflegegraden individuell versicherbar
  • Im Leistungsfall garantierte Auszahlung des vollen vereinbarten Pflegegeldes – ohne Warte- und Karenzzeiten
  • Freie Verfügbarkeit über das ausbezahlte Geld

Alle Vorteile der Pflegevorsorge VARIO von AXA finden Sie hier.



Umfassende Hilfe im Pflegefall: Die Pflegewelt von AXA steht Betroffenen und Angehörigen jederzeit offen und beantwortet Ihre Fragen. Verständliche und anschauliche Erklärungen können wohltuend sein in schweren Zeiten. Hier geht’s zur Pflegewelt.    



Pflegewelt von AXA auf Facebook

Profitieren Sie von einem aktiven Austausch mit anderen Interessierten und den „Pflegeweltmacher“ und sagen Sie uns, was wir noch besser machen können.

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.