Versorgungslücke trotz Pflegereform – jetzt handeln!

Serie Pflege – Teil 4


Vieles verbessert sich für Pflegebedürftige und Angehörige durch das Pflegestärkungsgesetz. Die neuen Pflegegrade stellen viele Betroffene ab dem 1. Januar 2017 noch einmal besser beim Pflegegeld, doch auch die aktuelle Reform gibt keine Entwarnung bei der Pflegevorsorge. Die Versorgungslücke zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den Pflegekosten ist nicht aus der Welt – und sie tut sich gerade dann auf, wenn man eine zusätzliche Belastung am wenigsten verkraften kann. Die meisten Menschen fürchten sich davor, die wenigsten tun etwas dagegen. Erfahren Sie hier mehr Fakten und treffen Sie die richtige Entscheidung.


Hohe Betroffenheit in der Gesellschaft

Jeder dritte Deutsche hat heute einen Pflegefall im privaten Umfeld, bei den über 55-Jährigen sind sogar 40 Prozent mit dem Schicksal konfrontiert. Es ist gut, dass die Pflege mitten in der Gesellschaft angekommen ist –  denn wenn Bewusstsein rechtzeitig eintritt, kann es viele Menschen vor der Versorgungslücke bewahren.

Zehn Prozent der Deutschen glauben leider immer noch, dass Pflege durch die gesetzliche Pflichtversicherung ausreichend abgesichert ist – das stellte eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach fest. Sechs Prozent gehen davon aus, dass die Familie die Kosten der Pflege tragen wird. Fünf Prozent der Befragten sind dagegen sicher, dass sie selbst nie pflegebedürftig werden und für mehr als ein Drittel der Deutschen ist der Pflegefall sogar ein Tabuthema, über das in der Familie nicht gesprochen wird. Die Folgen sind häufig prekär. Unsere Lebenserwartung steigt weiter, das ist schön, bringt aber auch das Risiko mit sich, im hohen Alter auf Pflege angewiesen zu sein.



Die Fakten des langen Lebens

Männer, die heute 65 Jahre alt sind, haben durchschnittlich noch fast 18 Lebensjahre vor sich, Frauen an die 21 Jahre. Bis 2050 wird die Lebenserwartung weiter auf 88 Jahre für Frauen und 84 Jahre für Männer ansteigen und Demografie-Forscher der Universität Rostock stellen 100 Jahre Lebenszeit für viele der heutzutage Neugeborenen in Aussicht.

Durch moderne Therapien sterben immer weniger Menschen an Herzinfarkten und Schlaganfällen, im hohen Alter holt uns allerdings die Gebrechlichkeit ein: Von 5,2 Prozent zwischen 60 und 80 Jahren steigt das Risiko der Pflegebedürftigkeit auf rund 32 Prozent bei den über 80 Jährigen an. Jeder zweite Mann und zwei von drei Frauen werden vor ihrem Tod zum Pflegefall. Frauen bleiben zudem im Alter oft alleine zurück. Schon rund die Hälfte der über 65-Jährigen hat den Partner verloren. Eine Studie der Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ (ZQP) stellt fest, dass die Alleinlebenden überdurchschnittlich oft von finanzieller Not betroffen sind.

Die gesetzliche Pflegeversicherung allein kann die Pflegekosten nicht bewältigen. Immer mehr Menschen müssen immer länger gepflegt werden. Die Zahl der Versorgten in den sozialen Pflegekassen ist von 2002 bis 2015 von ca. 1,9 Millionen auf ca. 2,7 Millionen gestiegen und die Ausgaben von 16,5 auf 26,7 Milliarden Euro.



Pflicht ist nicht genug

Ein Kostenbeispiel für stationäre Pflege in Pflegegrad 5* zeigt die Lücke, die zwischen den gesetzlichen Leistungen der Pflichtversicherung und dem tatsächlichem Bedarf entsteht:

  • Durchschnittliche Kosten bei stationärer Pflege in Pflegegrad 5** pro Monat:  3.515 Euro 
  • Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bei Pflegegrad 5:                  2.005 Euro
  • Differenzbetrag, den Pflegebedürftige oder Angehörige tragen müssen:         1.510 Euro
(Quelle: Statistisches Bundesamt 2016 *Differenzbeträge für Unterkunft und Verpflegungskosten **Durchschnittswert für Deutschland inkl. Investitionskosten)

Durchschnittlich sind 11,4 Prozent der Pflegebedürftigen auf stationäre Versorgung im Pflegegrad 5 angewiesen. Mehr als die Hälfte wird nach Pflegegrad 2 versorgt, aber auch hier kann bei häuslicher Pflege durch einen Pflegedienst die monatliche Versorgungslücke mehr als 500 Euro betragen. Die finanzielle Belastung kann sich bei einer durchschnittlichen Pflegedauer von acht Jahren mit steigendem Pflegegrad auf insgesamt über 100.000 Euro summieren – die privat aufgebracht werden müssen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung macht in einer großen Studie noch eine weitere Belastung aus: „Neben der finanziellen Not ist es das schlechte Gewissen, welches viele Pflegebedürftige belastet, denn in der Regel dezimiert sich das Einkommen der pflegenden Angehörigen“ und in anderen Fällen zehren die Kosten möglicherweise ein lebenslang angespartes Erbteil auf.



Von der Sorge zur Vorsorge?

Der INSA Meinungstrend zum Thema Pflege zeigt eine große Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit: 64 Prozent der Deutschen haben Angst davor, im Alter pflegebedürftig zu werden, 65 Prozent wollen nicht, dass ihre Kinder die Kosten der Pflegen tragen müssen,  aber nur 15 Prozent der Befragten haben eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. Die offiziellen Zahlen des Gesundheitsministeriums ergeben ein ähnliches Bild: 71,12 Millionen Deutsche sind in der sozialen Pflegeversicherung, eine private Pflegepflichtversicherung besitzen 9,36 Millionen (Quelle: September 2016).

Die gute Nachricht: Das Bewusstsein ist schon da. 53 Prozent sehen sich in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Compass Private Pflegeberatung „weniger gut“ oder sogar „eher schlecht“ auf eine mögliche Pflegebedürftigkeit im Alter vorbereitet. Dabei haben sie durchaus konkrete Vorstellungen: Die meisten Menschen möchten lieber im privaten Umfeld bleiben und von Angehörigen versorgt werden. Vor allem im Hinblick auf eine Demenz ist dies 54 Prozent der Männer wichtig, während die Mehrheit der Frauen ein Heim vorzieht, um die Familie nicht zu belasten (Quelle: Emnid). Sogar für die letzten Dinge gibt es präzise Wünsche: Nach einem „Faktencheck Gesundheit“ der Bertelsmann-Stiftung möchten 76 Prozent der Menschen zu Hause sterben, jeder Zehnte würde gerne in einem Hospiz Abschied nehmen –  tatsächlich stirbt aber die Hälfte der Älteren im Krankenhaus.


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Das haben Sie! Was brauchen Sie? Pflegevorsorge im Überblick

Das haben Sie: Die Versorgungsleistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ab 2017:


  
 
 
 
ambulant
stationär
Pflegegrad 1 (geringe Beeinträchtigung)
   125 Euro
  125 Euro
Pflegegrad 2 (erhebliche Beeinträchtigung)
   689 Euro
  770 Euro
Pflegegrad 3 (schwere Beeinträchtigung)
1.298 Euro
1.262 Euro
Pflegegrad 4 (schwerste Beeinträchtigung)
1.612 Euro
1.775 Euro
Pflegegrad 5 (schwerste Beeinträchtigung
mit besonderen Anforderungen) 
1.995 Euro
2.005 Euro

Als „Hilfe zur Pflege“ übernimmt das Sozialamt ergänzend zur gesetzlichen Pflegeversicherung Kosten unter bestimmten Bedingungen - wenn nicht genügend eigene finanzielle Mittel vorhanden sind und auch Angehörige keine Unterstützung leisten können. Für die Sozialhilfe ist kein Pflegegrad erforderlich.

PLUS von AXA Das PLUS von AXA

Die Unfall-Pflegerente von AXA
Auch im Alter möchte jeder Mensch seine Unabhängigkeit bewahren. Jedoch nimmt gerade hier die Gefahr von Unfällen deutlich zu. Oft ist als Folge eine umfangreiche Pflege notwendig, die zusätzliche Kosten verursacht.

AXA schützt Sie vor den finanziellen Folgen mit der Unfall-Pflegerente und bietet Unterstützung im Alltag zum Beispiel durch umfassende Hilfeleistungen für die erste Zeit nach dem Unfall wie z.B.:
  • Hauswirtschaftliche Dienste, z.B. Besorgungen und Einkäufe
  • Pflegedienste z.B. Fahrdienst zu Ärzten und Behörden
  • Hilfestellung bei Vermittlungsdiensten z.B. Pflegeplatz
Informieren Sie sich hier zur Unfall-Pflegerente.


Was brauchen Sie? Die Varianten der privaten Zusatzversicherung:


Die Pflegetagegeldversicherung
versorgt Pflegebedürftige mit einem vereinbarten Betrag als Zusatzeinkommen für jeden Tag, an dem Sie Pflege benötigen. Die Höhe ist abhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit. Über das ausgezahlte Geld kann frei verfügt werden. Unter dem Stichwort „Pflege-Bahr“ beteiligt sich der Staat mit fünf Euro am Monatsbeitrag, wenn der Versicherte mindestens 18 Jahre alt ist, noch keiner Pflege bedarf und mindestens zehn Euro pro Monat einzahlt. 

Die Pflegekostenversicherung
übernimmt Anteile an den Kosten von Pflegepersonal, Pflegeeinrichtungen oder Hilfsmitteln in vereinbarter Höhe, bietet aber wenig Unterstützung bei der Pflege durch Angehörige.

Die Pflegerentenversicherung
ist eine spezielle Form der Lebensversicherung und zahlt bei Pflegebedürftigkeit eine zuvor bestimmte Rente als lebenslanges Pflegegeld aus, die Höhe hängt vom Pflegegrad ab.

Die private Unfall-Pflegerente
ist ein Versicherungskonzept, das die Unfallgefahr berücksichtigt. Dieses leistet bei Pflegebedürftigkeit in Folge eines Unfalls beispielsweise eine lebenslange Rente oder andere Formen von Unterstützung.

Fazit: Es ist heute wichtiger denn je, sich zusätzlich gegen Pflegebedürftigkeit abzusichern. Niemand kann sagen, ob die eigenen Angehörigen für einen Pflegefall zur Verfügung stehen oder finanziell unterstützen können.
 
Unser Tipp: Sichern Sie sich lieber früher als später privat zusätzlich ab, da Beiträge in jungen Jahren niedriger sind und die Risiken eines Unfalls oder einer Krankheit leider auch in jungen Jahren bestehen.

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