Serie Rückengesundheit Teil1: Das Kreuz mit dem Rücken - Volkskrankheit Rückenschmerzen

Rückenleiden – eine der Volkskrankheiten Nummer eins! 70 Prozent der Frauen und 57 Prozent der Männer in Deutschland schlagen sich mit Rückenschmerzen herum. Sie sind Auslöser für viele Arztbesuche und stehen in den Statistiken zu Arbeitsunfähigkeit und medizinische Rehabilitationsmaßnahmen ganz oben: Erkrankungen des Rückens sind Ursache für rund ein Viertel aller Fehltage. Das Kreuz mit dem Rücken zählt in den industrialisierten Ländern seit Jahren zu den häufigsten und auch teuersten Erkrankungen. In den meisten Fällen sind die Beschwerden zwar nicht gefährlich: Ernste körperliche Erkrankungen stecken selten dahinter und sie heilen von selbst aus. Doch laut HausMed, einer Initiative des Deutschen Hausärzteverbandes, entwickeln bis zu sieben von 100 Betroffenen eine chronische Erkrankung, die ihnen das Leben recht schwer macht. Dabei gibt es Vieles, das man für Körper, Rücken und zugleich gegen den Schmerz tun kann!



Laut Robert-Koch-Institut haben bis zu 85 Prozent aller Deutschen mindestens einmal im Leben Rückenschmerzen. Etwa 30 bis 40 Prozent der Bundesbürger haben sogar regelmäßige Probleme mit ihrem Rücken. Frauen sind insgesamt häufiger betroffen. Besonders die Kreuzbein- und Lendenregion sind dabei in Mitleidenschaft gezogen. Die große Mehrzahl der Menschen mit Beschwerden leiden unter sogenannten nichtspezifischen Rückenschmerzen. Das bedeutet, es liegt keine Erkrankung zugrunde, wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall, Knochenbruch, Tumor oder eine Infektion. Als Ursachen gelten vielmehr Dauerbelastung, Stress, schlechte Ernährung und allgemein zu viel Sitzen und zu wenig Bewegung – was dann insgesamt zu schmerzhaften Verspannungen führt.


Kein Wunder, ist unser Körper doch für alles andere mehr geeignet, als den ganzen Tag abgeknickt und nahezu bewegungslos auf einem Stuhl zu verharren oder herumzustehen. Von der Evolution und der Biologie des menschlichen Körpers her sind wir fürs Laufen gebaut – als Jäger und Sammler, also Wesen, die mehr oder weniger den ganzen Tag in Bewegung sind. Die meisten von uns machen täglich das Gegenteil – sie bewegen sich kaum.


Denn im Durchschnitt verbringen die deutschen Erwachsenen sieben Stunden am Tag sitzend, jeder dritte Berufstätige sogar gute neun Stunden. Nach Feierabend wird weiter gesessen: rund drei Stunden vor dem Fernseher, PC, Laptop, Handy oder Tablet. Hinzu kommt: Immer weniger Menschen betreiben regelmäßig Sport. Und selbst kurze Wege werden meist mit dem Auto zurückgelegt. Der eklatante Bewegungsmangel führt bei Vielen, neben zahlreichen Erkrankungen wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Beschwerden, zu den bereits beschriebenen Schmerzen.


Der Mensch ist für die Bewegung gebaut

Um zu verstehen, wie diese Beschwerden entstehen, werfen wir einfach einen Blick ins Innere des Menschen. Die Wirbelsäule ist das „Herz“ des menschlichen Skeletts. Sie trägt das Gewicht von Kopf, Armen und Rumpf und ist jeden Tag vielen Belastungen ausgesetzt. Für all unsere Bewegungsabläufe wie Strecken, Drehen oder Bücken muss sie sehr elastisch sein. 33 Wirbel und dazwischen die Bandscheiben, die wie Stoßdämpfer fungieren und Stöße abfedern, und dazu die Muskeln und Bänder zur Stabilisierung des Halteapparats sorgen für ein fein aufeinander abgestimmtes Gefüge aus Festigkeit und Mobilität. Eine gut ausgebildete Bauch- und Rückenmuskulatur ist dabei sehr wichtig.



Im Folgenden sehen Sie eine Grafik mit den einzelnen Abschnitten der Wirbelsäule vom Halswirbel angefangen bis hin zum Steißbein:

Halswirbel:
Die sieben Wirbel der Halswirbelsäule tragen das gesamte Gewicht des Kopfes und ermöglichen dessen Beweglichkeit.

Brustwirbel:
Die Brustwirbelsäule besteht aus zwölf Wirbeln, die im Vergleich zu den Halswirbeln kräftiger und stabiler sind, da sie den rückwärtigen Halt der Rippen und damit des Brustkorbs bilden.

Lendenwirbel:
Die fünf Wirbel der Lendenwirbelsäule tragen einen hohen Anteil des Körpergewichts und sind deshalb verhältnismäßig groß und belastbar. Sie ermöglichen das Beugen, Biegen und Drehen des Körpers.

Kreuzbein:
Durch die Verschmelzung der fünf Kreuzwirbel entsteht das Kreuzbein. Es bietet dem Oberkörper einen festen Unterbau.

Steißbein:
Das Steißbein dient als Ansatzpunkt für Bänder und Muskeln des Beckens und besteht aus drei bis fünf miteinander verschmolzenen Wirbeln.



Eine besondere Rolle spielen die Bandscheiben. Man kann sie sich als kleine Schwämme vorstellen, die wie Polster zwischen den Wirbeln liegen. Werden sie entlastet, weiten sie sich und saugen Nährstoffe aus ihrer Umgebung auf, bei Belastung werden sie zusammengedrückt und geben Schadstoffe zum Abtransport an das umliegende Gewebe ab. Diesen stetigen Wechsel zwischen Be- und Entlastung brauchen sie, damit der Stoffwechsel gut klappt. Langes Sitzen oder Fehlhaltungen aber verhindern das. Durch den dauernden Druck verlieren die Bandscheiben das nötige Wasser, sie flachen ab. Das bedeutet: freie Bahn für Rückenbeschwerden.

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Wer rastet, der rostet

Das beste Rezept zur Vorbeugung ist: Bewegung. Und das am besten täglich. Spazieren gehen, Walken, Schwimmen, Radfahren, Wandern – diese Bewegungsarten sind sanft und regelmäßig angewendet, kräftigen sie die Rückenmuskulatur und erhöhen die körperliche Ausdauer und Beweglichkeit.

Doch mit einem längeren Spaziergang pro Tag allein ist noch nicht viel gewonnen. Besonders wichtig ist es, immer wieder auch zwischendurch aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen, sich zu dehnen und zu strecken. Am besten jede Stunde einmal. Mit ganz einfachen Tricks können Sie zudem für Bewegung sorgen: Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug oder die Rolltreppe, bringen Sie einem Kollegen eine Information persönlich an seinen Schreibtisch, anstatt ihm eine E-Mail zu schreiben… Und lassen Sie immer mal wieder das Auto stehen.

Wenn Sie ein bisschen aufmerksam sind, werden Sie sehen: Im Alltag finden sich eine ganze Reihe an kleineren und größeren Gelegenheiten, um sich mehr zu bewegen. Tipps dazu finden Sie im Online-Programm „Mein starker Rücken“.


Prävention und Behandlungsmöglichkeiten

Eine sanfte körperliche Aktivität eignet sich aber nicht nur zur Vorbeugung, sondern in vielen Fällen auch zur Behandlung nichtspezifischer Rückenschmerzen. Hier hat sich in den letzten Jahren ein grundlegender Wandel vollzogen: Man setzt weniger auf die Schonung und Entlastung des Rückens als auf aktivierende Maßnahmen. Bettruhe ist also häufig nicht angesagt. Wichtige Säulen zur Prävention und Behandlung sind zudem die Information, Beratung und Schulung (z.B. Rückenschule) der Betroffenen.

Denn das Thema Rückengesundheit ist doch sehr komplex. Inzwischen weiß man zum Beispiel, dass häufig auch die Psyche bei Rückenleiden eine große Rolle spielt. So bietet es sich in einigen Fällen an, in einer Therapie (z.B. kognitive Verhaltenstherapie) ein wenig tiefer auf die Ursachen zu blicken und über die körperliche Ebene hinaus zu behandeln.


Im akuten Fall ist mitunter – sogar der Einsatz von Medikamenten wie Schmerzmitteln gegeben. Sie sollten jedoch nur in Ausnahmefällen als kurzfristige Soforthilfe, also zeitlich begrenzt und sehr bedachtsam, eingesetzt werden. Denn sie können die Beschwerden lediglich dämpfen und nicht beseitigen. Zudem besteht die Gefahr, bei übermäßigem Gebrauch abhängig zu werden. Insgesamt ist es umso wichtiger, einen ganzheitlichen Behandlungsansatz zu finden. Geeignet sind dabei u.a nichtmedikamentöse Behandlungsverfahren, die als hilfreich beschrieben werden und häufig Erleichterung verschaffen.

Dazu gehören beispielsweise Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, eine effektive Art, mit einfachen Übungen Stress zu bewältigen und einen angenehmen Tonus – eine Wohlspannung – im Körper zu erzeugen. Ebenso sind Rückenschulungen mit ihrer Mischung aus theoretischem und praktischem Wissen sowie Bewegungstherapien mit ihren individuell ausgefeilten Behandlungs- und Übungsprogrammen, jeweils ausgeführt von anerkannten Physiotherapeuten, empfehlenswert.

Lesen Sie mehr zu Ihrer Rückengesundheit im PLUS von AXA – in den folgenden Interviews mit Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer.

Serie Rückengesundheit Teil 2: Rückenschmerzen und ihre Ursachen
Serie Rückengesundheit Teil 3: Therapien und Behandlung

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