Serie fürs Herz – Risiken und Therapien

Was die Medizin leistet und was jeder selbst fürs Herz tun kann


Immer weniger Menschen sterben an einem Herzinfarkt, weil die modernen Therapien schnell und wirksam eingreifen können. Noch früher setzt ein herzbewusster Lebensstil an.

----------------------------------


1,4 Prozent Infarktrisiko oder 40 Prozent? Die meisten Menschen haben es selbst in der Hand. Neben dem Rauchen sind noch andere Faktoren hochgefährlich fürs Herz. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Herzstiftung setzt AXA auf Aufklärung und Überzeugungsarbeit.

80 bis 90 Prozent der Herzinfarkte sind lebensstilbedingt, ermittelte die große „Interheart-Studie“, für die Daten von 15.000 Patienten in 52 Ländern zusammengetragen wurden. Risiko-Genen zum Trotz kann jeder dem Herzinfarkt vorbeugen, familiäre Veranlagung ist kein Schicksal. Experten der Deutschen Herzstiftung sind überzeugt davon, dass rund die Hälfte der Herzinfarkte gar nicht erst stattfinden müsste: „Die Zahl der Herzinfarkte ließe sich mühelos halbieren, wenn sich alle mehr bewegen, nicht rauchen und gesünder essen würden“, sagt Vorstandsmitglied Professor Dr. Helmut Gohlke.

Wenn es dann doch geschieht, kann die moderne Medizin heute deutlich mehr Leben retten.  „Ein Hauptgrund sind schonende, interventionelle Behandlungen“, Dr. Ellen Hoffmann, international renommierte Kardiologin und  Chefärztin der Klinik für Kardiologie am Klinikum München Bogenhausen. Früher galt die Lyse-Therapie, das heißt die Auflösung der Gefäßverstopfung mit Medikamenten als Behandlung der Wahl. Heute bevorzugt man in den meisten Fällen, das Gefäß bei einer Katheteruntersuchung aufzudehnen. Dabei kann gleich ein Stent platziert werden, der das Gefäß künftig offen hält.

Die beste Option ist es jedoch, das Risiko für den Infarkt zu senken.


Kennen Sie Ihr Risiko für eine Herzerkrankung?

Rauchen ist der Todfeind
Die Wahrscheinlichkeit, vor dem 50. Lebensjahr einen Herzinfarkt zu erleiden, erhöht sich durch Rauchen einer Packung Zigaretten pro Tag um das Drei- bis Fünffache. Bereits nach einem Jahr Rauchstopp halbiert sich das Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Tabakrauch schädigt die Gefäße durch vielfache Mechanismen. Vereinfacht erklärt: Das angeregte Nervensystem produziert Stresshormone, die die Blutgefäße verengen und den Herzschlag erhöhen. Mit Kohlenmonoxid belastet, können die roten Blutkörperchen weniger Sauerstoff transportieren, die Blutfließeigenschaften verschlechtern sich drastisch. Die roten Blutkörperchen neigen dazu, sich zusammenzuballen, die Gerinnungsfaktoren des Blutes steigen an, kleinste Zellen, Blutplättchen, kleben zusammen und es kommt zu Gefäßverschlüssen.

„Böses“ Cholesterin LDL erhöht das Risiko.
Eine ungesunde Ernährung, häufig auch erbliche Veranlagung, führt zu einer Störung im Mechanismus der Blutfette. Cholesterin liegt im Körper in zwei verschiedenen „Verpackungsformen“ vor: LDL transportiert das Cholesterin in die Organe, HDL entsorgt es. Bei einem überhöhten Anteil von LDL-Teilchen lagert sich das Cholesterin an den Gefäßwänden ab und führt so zu gefährlichen Verengungen. Aktuelle Erkenntnisse gehen davon aus, dass der LDL-Spiegel bei gesunden Menschen  unter 145  mg/dl liegen sollte, bei einer vorhandenen koronaren Herzerkrankung unter 100 mg/dl, nach einem Infarkt oder bei Diabetes möglichst unter 70mg/dl. Im Einzelfall kommt es immer darauf an, wie viele weitere Risikofaktoren für die Herzgesundheit vorhanden sind. Rauchverzicht wirkt sich unmittelbar positiv aus, weil Studien zufolge mit dem Tabakstopp das „gute“ Cholesterin HDL ansteigt.

Bewegungsmangel ist eine moderne Seuche.
1,2 Millionen Menschen sterben im Europa  jedes Jahr an den zahlreichen Folgen von Bewegungsmangel. Sieben Stunden pro Werktag verbringt jeder Bundesbürger durchschnittlich im Sitzen, „jede zusätzlich Stunde Sitzen erhöht das Sterberisiko“, sagte Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Sporthochschule Köln. Laut einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts GfK schaffen es nur rund 45 Prozent der Bundesbürger, sich insgesamt 150 Minuten pro Woche zu bewegen, wie es Wissenschaftler empfehlen. Eine dänische Studie an der Universität Odense belegte bereits, dass das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung mit jeder Stunde vor dem Fernseher steigt. Bewegung führt dagegen zu einer besseren Energieversorgung der Muskulatur und verbessert die Elastizität der Blutgefäße. Dadurch normalisiert sich der Blutdruck und die Herzfrequenz sinkt. „Günstige Effekte auf die Risikofaktoren der Herz-Kreislauferkrankungen konnten eindeutig nachgewiesen werden.“ sagt die Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen.



Bluthochdruck ist Risiko Nr. 1.
Risikofaktor Nr. 1  für Herz- Kreislauf-Erkrankungen ist Bluthochdruck. Man geht davon aus, dass ein unterer Blutdruckwert von 105mmHg das Herzinfarktrisiko verdoppelt. Der andauernd hohe Druck in den Arterien schädigt das Herz und die Gefäße. Meist kommt es noch zu einer krankhaften Vergrößerung der linken Herzhälfte, die ständig gegen den hohen Druck anpumpen muss. Besonders gefährlich macht den Bluthochdruck, dass er zunächst heimlich, still und ohne Beschwerden auftritt. Etwa 20 bis 30 Millionen Deutsche haben Bluthochdruck, vier von fünf Betroffenen wissen inzwischen Bescheid und immerhin 88 Prozent von ihnen lassen sich auch  behandeln. (Quelle: Deutsche Hochdruckliga)

Lebensgefährlicher Stress
Studien konnten zeigen, dass dauerhafte psychische Belastungen wohl für etwa ein Drittel der Herzinfarkte verantwortlich zu machen sind. Besonders gefährdet scheinen Menschen mit Depressionen zu sein, Grund sind Stresshormone wie Cortisol, die den Stoffwechsel verändern, auf die Gefäße wirken und die Blutgerinnung fördern. Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig vom Helmholtz Zentrum München leitete eine Langzeitstudie dazu und spricht von einem Risikofaktor, der vergleichbar mit dem von zu hohem Cholesterin, Fettleibigkeit und Rauchen ist.

Diabetiker sind in Gefahr.
Mehr als 60 Prozent der koronaren Herzkrankheiten treten in Gesellschaft mit Diabetes auf - das hängt vor allem damit zusammen, dass der gestörte Zuckerstoffwechsel Gefäßverkalkungen Vorschub leistet.  Typ-2-Diabetes bringt sehr häufig weitere Risikofaktoren für Gefäßverkalkungen mit sich, schlechte Cholesterinwerte, erhöhten Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. Tückisch beim Diabetiker-Infarkt: Manchmal fehlen die typischen Symptome, weil durch den erhöhten Blutzucker beschädigte Nerven die Schmerzsignale womöglich nicht weiterleiten.

Auf Kalium und Magnesium achten
Zu niedrige Kalium- und Magnesiumwerte im Blut können Unregelmäßigkeiten auslösen, die von harmlosem „Herzstolpern“ zu gefährlichen Rhythmusstörungen reichen können. Bei einer Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse stimmt der Mineralhaushalt im Normalfall; Mangelerscheinungen können beispielsweise bei Nierenerkrankungen oder regelmäßiger Einnahme bestimmter Medikamente auftreten. Menschen mit einer Herzerkrankung sollten ihren Kalium- und Magnesiumspiegel daher regelmäßig prüfen lassen.


Kennen Sie auch Ihr persönliches Risiko?

Vielen Betroffenen hätte es genützt, rechtzeitig gewarnt gewesen zu sein. Die Deutsche Herzstiftung bietet einen unkomplizierten, anonymen Online-Test an. Es dauert nur wenige Minuten, Ihr persönliches Risiko für einen Herzinfarkt zu ermitteln und schon 24 Stunden später kommt das Ergebnis nach einer Auswertung der Antworten per E-Mail. Hier geht es zum Risikotest.



Herzinfarkt – Was tun? Erstens: keine Minute verlieren!

Die Prognose bei einem Herzinfarkt hängt entscheidend davon ab, wie schnell der Notarzt eintrifft. Es geht nicht nur um das Überleben, sondern auch um die zukünftige Lebensqualität. „Time is muscle”, Zeit ist Muskel, sagen die Mediziner. Je schneller eine Behandlung eingeleitet wird, desto mehr Herzmuskelgewebe kann vor dem Untergang gerettet werden. Weniger Komplikationen treten auf, die Gefahr einer chronischen Herzschwäche wird vermindert.


Gut vorbereitet mit drei Lebensrettern

  • Eine kostenlose App der Deutschen Herzstiftung informiert mit über 20 anschaulichen grafischen Abbildungen über die häufigsten Alarmzeichen und hilft, die Symptome schnell und richtig zu deuten. Außerdem hilft die App bei der überlebenswichtigen Herzdruckmassage und ermöglicht den direkten Notruf 112. Hier geht es direkt zum Download.
  • Die Notfallkarte der Deutschen Herzstiftung ist eine Alternative zur App, die im handlichen Scheckkartenformat über die wichtigsten Alarmsignale informiert, kostenlos zu bestellen unter www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-Notfallkarte.
Eine Checkliste mit den wichtigsten Verhaltensregeln kann helfen, Leben zu retten, zum kostenlosen Download gleich hier:

Checkliste Verhaltensregeln beim Herzinfarkt (pdf, 119 kb)

Wie geht es weiter? Am liebsten schonend

Die Kardiologie hat in den letzten Jahren große Fortschritte bei den schonenden interventionellen Methoden gemacht, das heißt: Therapien, die möglichst ohne schwerwiegende Eingriffe den Krankheitsverlauf gezielt positiv beeinflussen.

Zu Anfang steht bei einem Herzinfarkt oder einer instabilen Angina pectoris immer eine Therapie mit Medikamenten, die die Gefäße erweitern, der Bildung von Blutgerinnseln entgegen wirken und das Herz schützen. Studien belegen, dass disziplinierte Patienten, die ihre Tabletten auf Dauer regelmäßig einnehmen, deutlich weniger erneute Verengungen der Herzkranzgefäße und weniger erneute Herzinfarkte erleiden.


Kunstgriffe in den Arterien

In manchen Fällen reicht eine medikamentöse Therapie alleine nicht aus. Der nächste Schritt ist eine sogenannte invasive Therapie, vereinfacht gesagt: Maßnahmen, die in den Körper eingreifen, dies aber heute so schonend wie möglich tun. Ob eine solche Therapie notwendig ist, entscheidet der Arzt mit Hilfe einer Koronarangiographie, einer Art Röntgendarstellung der Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel. So lässt sich genau feststellen, wo und in welcher Ausprägung Engstellen oder Verschlüsse vorhanden sind. Falls es notwendig sein sollte, Gefäße zu erweitern, gibt es die moderne Methode der Ballondilation. Dazu wird mit einem Katheter ein Ballon in das Gefäß bis zur Engstelle geschoben und mehrfach vorsichtig aufgeblasen, um so das verengte Herzkranzgefäß schonend zu dehnen. Auf die gleiche Art können mit einem Katheter Stents platziert werden, das sind kleine Metallgitter, die die Koronararterien an Problemstellen unterstützen und offenhalten. Diese Stents können auch mit Arzneimitteln beschichtet sein, die ihre Funktion unterstützen.


Hilfe aus dem biologischen Ersatzteillager!

Bei komplizierten Verengungen im Herzkranzgefäß kann es notwendig sein, einen Umgehungskreislauf anzulegen. Dazu wird eine körpereigene Arterie oder Vene, die einer Körperpartie entnommen wird, deren Durchblutung problemlos von anderen Gefäßen übernommen werden kann. Beinvenen eignen sich beispielsweise gut. Viele Bypass-Operationen werden heute minimal-invasiv, das heißt mit kleinsten Schnitten oder wie die Mediziner sagen „durch das Schlüsselloch“ durchgeführt, ohne das Brustbein zu durchtrennen. Nach einer gelungenen Bypass-Operation bleiben viele Patienten jahrelang beschwerdefrei.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA


Machen Sie Ihre Gesundheit zur Herzensangelegenheit – AXA unterstützt Sie dabei.


Wer eine Herzerkrankung hat, weiß, was für einen Einschnitt in die Lebensqualität das bedeuten kann. Kunden von AXA können in diesem Fall ohne zusätzliche Kosten vom gesundheitsservice360° profitieren.

Unser Angebot an Sie ist eine exakt auf die Bedürfnisse von Herzpatienten zugeschnittene und Patientenbegleitung. Neben der optimalen medizinischen Versorgung durch ein deutschlandweites Ärzte- und Kliniknetzwerk bietet Ihnen die Patientenbegleitung eine große Bandbreite begleitender Maßnahmen zur Sicherung des Therapieerfolges:
  • Hilfestellungen, Tipps und Anregungen, den Alltag und die Erkrankung im Griff zu behalten und die Lebenssituation zu verbessern
  • Telefonische Begleitung durch ihren persönlichen Gesundheitsberater
  • Koordination medizinischer Maßnahmen
Hier finden Sie weitere Informationen zur Patientenbegleitung.

Profitieren Sie von einem Netzwerk aus führenden Fachärzten


AXA kooperiert bundesweit mit hochqualifizierten Fachärzten, darunter auch Kardiologen, die mit speziell definierten Qualitätskriterien ausgewählt wurden. Als Herzerkrankter profitieren Sie bei unseren Partnerärzten von:
  • Einer schnelleren Terminvergabe
  • Schulungen durch speziell ausgebildetes Praxispersonal
  • Unterstützung bei Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer allgemeinen Gesundheit und Lebensqualität
Und hier geht es direkt zur Ärztesuche im Partnernetzwerk.

Informieren Sie sich auch über die Vorteile der Privaten Krankenversicherung von AXA. Mehr zu den attraktiven Beiträgen, Bonuszahlungen, flexiblen Leistungen und der erstklassigen Vorsorge erfahren Sie hier.


Linktipps fürs Herz:

Weitere Artikel zur Serie fürs Herz:

  • Bessere Chancen mit neuem Lebensstil. In Teil 1 der Serie fürs Herz erfahren Sie Fakten zum Herzinfarkt und zu den Chancen auf ein besseres Leben danach.
  • Ja zum Leben, mit gesundem Lebensstil! Auch nach dem Infarkt ist es nicht zu spät. Kardiologe Dr. med. Franz Goss macht Mut zu einer bewussten Lebensweise und erklärt, wie Sport und Ernährung die Chancen verbessern, wieder herzgesund zu werden und es zu bleiben.
Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.