Serie Herzbewusst: Teil 2 – Risiken und Therapien

Mit Checkliste zum Download!


Mehr Herzbewusstsein ist lebenswichtig. Als Partner der Initiative Herzbewusst engagiert sich AXA für mehr Aufklärung über das akute Koronarsyndrom. Lesen Sie hier von den Risiken des modernen Lebensstils und den Chancen ärztlicher Therapien.

80 bis 90 Prozent der Herzinfarkte sind vermeidbar. Das beweisen breit angelegte Forschungsprojekte, wie die Interheart-Studie, die in 52 Ländern durchgeführt wurde. Zwar hat die Forschung gerade wieder neue Risiko-Gene für den Herzinfarkt aufgespürt. Familiäre Veranlagung ist dennoch kein Schicksal. Die moderne Medizin kann viel tun. Immer weniger Menschen sterben an einem Herzinfarkt. „Ein Hauptgrund sind schonende, interventionelle Behandlungen“ (Dr. Ellen Hoffmann, Präsidentin der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie). Besser, wenn es erst gar nicht zum Notfall kommt. Die Möglichkeiten haben Sie selbst in der Hand.


Kennen Sie Ihr Risiko für eine Herzerkrankung?

Rauchen ist Todfeind Nr. 1.
Die Wahrscheinlichkeit, vor dem 50. Lebensjahr einen Herzinfarkt zu erleiden, erhöht sich durch Rauchen einer Packung Zigaretten pro Tag um das Drei- bis Fünffache. Bereits nach einem Jahr Rauchstopp halbiert sich das Risiko. Tabakrauch schädigt die Gefäße durch vielfache Mechanismen. Vereinfacht erklärt: Das angeregte Nervensystem produziert Stresshormone, die die Blutgefäße verengen und den Herzschlag erhöhen. Mit Kohlenmonoxid belastet, können die roten Blutkörperchen weniger Sauerstoff transportieren, die Blutfließeigenschaften verschlechtern sich drastisch. Die roten Blutkörperchen neigen dazu, sich zusammenzuballen, die Gerinnungsfaktoren des Blutes steigen an, kleinste Zellen, Blutplättchen, kleben zusammen.

„Böses“ Cholesterin LDL erhöht das Risiko.
Eine ungesunde Ernährung, häufig auch erbliche Veranlagung, führt zu einer Störung im Mechanismus der Blutfette. Cholesterin liegt im Körper in zwei verschiedenen „Verpackungsformen“ vor: LDL transportiert das Cholesterin in die Organe, HDL entsorgt es. Bei einem überhöhten Anteil von LDL-Teilchen lagert sich das Cholesterin an den Gefäßwänden ab und führt so zu gefährlichen Verengungen. Die Faustregel sagt, dass der LDL-Spiegel unter 130 mg/dl oder 7,2 mmol/l liegen sollte, im Einzelfall kommt es aber darauf an, wie viele weitere Risikofaktoren für die Herzgesundheit vorhanden sind. Rauchverzicht wirkt sich unmittelbar positiv aus, weil Studien zufolge mit dem Tabakstopp das „gute“ Cholesterin HDL ansteigt.

Bewegungsmangel ist Volkskrankheit!
600.000 Menschen sterben in Europa an den zahlreichen Folgen von Bewegungsmangel. Laut Statistik sitzen Frauen pro Tag im Durchschnitt 6,7 und Männer 7,1 Stunden. Nur 13 Prozent der Deutschen sind an mindestens drei Tagen der Woche eine halbe Stunde körperlich aktiv (Bundesministerium für Gesundheit). Eine dänische Studie an der Universität Odense belegte gerade wieder, dass das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung mit jeder Stunde vor dem Fernseher steigt. Bewegung führt dagegen zu einer besseren Energieversorgung der Muskulatur und verbessert die Elastizität der Blutgefäße. Dadurch normalisiert sich der Blutdruck und die Herzfrequenz sinkt. „Günstige Effekte auf die Risikofaktoren der Herz-Kreislauferkrankungen konnten eindeutig nachgewiesen werden.“ sagt die Deutsche Liga zur Bekämpfung von Gefäßerkrankungen.

Bluthochdruck ist das verkannte Risiko.
Einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen ist Bluthochdruck. Man geht davon aus, dass ein unterer Blutdruckwert von 105mmHg das Herzinfarktrisiko verdoppelt. Der andauernd hohe Druck in den Arterien schädigt das Herz und die Gefäße. Meist kommt es noch zu einer krankhaften Vergrößerung der linken Herzhälfte, die ständig gegen den hohen Druck anpumpen muss. Besonders gefährlich macht den Bluthochdruck, dass er zunächst heimlich, still und ohne Beschwerden auftritt. Etwa 35 Millionen Deutsche haben Bluthochdruck, nur jeder Zweite weiß davon und nur rund 40 Prozent lassen sich behandeln.

Lebensgefährlicher Stress.
Arbeits- oder Psychostress ist offenbar an fast einem Drittel aller Herzinfarkte beteiligt. Nach neueren Untersuchungen zählt auch die Depression zu den Risikofaktoren. Wie hoch die Mitschuld der psychischen Faktoren ist, lässt sich im Einzelfall schwer nachweisen. Es steht aber fest, dass dauerhafter Stress zu einer erhöhten Herzschlagfrequenz, erhöhtem Blutdruck und dann wohl auch zu einer Schädigung der Gefäßinnenwand führt.

Diabetiker sind in Gefahr.
Der Typ-2-Diabetes erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, weil Diabetes Gefäßverkalkungen begünstigt und häufig mit den Risikofaktoren Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen Hand in Hand geht. Besonders tückisch: Die Hälfte der Infarkte verläuft bei Diabetikern „stumm“, also unbemerkt.

Kalium und Magnesium – Was Sie wissen sollten!
Zu niedrige Kalium- und Magnesiumwerte im Blut können Herzrhythmusstörungen auslösen, die den Herzmuskel schwächen. Menschen mit einer Herzerkrankung sollten ihren Kalium- und Magnesiumspiegel regelmäßig prüfen lassen.


Fünf Minuten für Ihre Sicherheit

Die Herzstiftung bietet einen kostenlosen Risikotest online an.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Machen Sie Ihre Gesundheit zur Herzensangelegenheit – AXA unterstützt Sie dabei.

Wer eine Herzerkrankung hat, weiß, was für einen Einschnitt in die Lebensqualität das bedeuten kann. Kunden von AXA können in diesem Fall ohne zusätzliche Kosten vom gesundheitsservice360° profitieren.

Unser Angebot an Sie ist eine exakt auf die Bedürfnisse von Herzpatienten zugeschnittene und optimal abgestimmte Patientenbegleitung. Neben der optimalen medizinischen Versorgung durch ein deutschlandweites Ärzte- und Kliniknetzwerk bietet Ihnen die Patientenbegleitung eine große Bandbreite begleitender Maßnahmen zur Sicherung des Therapieerfolges:
  • Persönlicher Ansprechpartner bei AXA, der bei allen Fragen zu Leistungsumfang und -abrechnung weiterhilft
  • Hilfestellungen, Tipps und Anregungen, den Alltag und die Erkrankung im Griff zu behalten
  • Vermeidung von Versorgungsbrüchen und Mehrfachuntersuchungen durch optimale Koordination von Hausarzt, Facharzt und Klinik
  • Optimale Versorgung mit kostenlosen oder vergünstigten Hilfsmitteln (z. B. Blutdruckmessgerät)
  • Angebote zur Verbesserung der Lebenssituation, z. B. Teilnahme an einer Koronarsportgruppe
Hier finden Sie weitere Informationen zur Patientenbegleitung.

Profitieren Sie von einem Netzwerk aus führenden Fachärzten

AXA kooperiert bundesweit mit hochqualifizierten Fachärzten, darunter auch Kardiologen, die mit speziell definierten Qualitätskriterien ausgewählt wurden. Als Herzerkrankter profitieren Sie bei unseren Partnerärzten von:
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Herzinfarkt – Was kann der Arzt tun? Erstens: keine Minute verlieren!

Die Prognose bei einem Herzinfarkt hängt entscheidend davon ab, wie schnell der Notarzt eintrifft. Es geht nicht nur um das Überleben, sondern auch um die zukünftige Lebensqualität. „Time is muscle”, Zeit ist Muskel, sagen die Mediziner. Je schneller eine Behandlung eingeleitet wird, desto mehr Herzmuskelgewebe kann vor dem Untergang gerettet werden. Weniger Komplikationen treten auf, die Gefahr einer chronischen Herzschwäche wird vermindert.


Gut vorbereitet mit drei Lebensrettern

  • Eine kostenlose App der Deutschen Herzstiftung informiert mit über 20 anschaulichen grafischen Abbildungen über die häufigsten Alarmzeichen und hilft, die Symptome schnell und richtig zu deuten. Außerdem hilft die App bei der überlebenswichtigen Herzdruckmassage und ermöglicht den direkten Notruf 112.
    Hier geht es direkt zum Download.
  • Die Notfallkarte der Deutschen Herzstiftung ist eine Alternative zur App, die im handlichen Scheckkartenformat über die wichtigsten Alarmsignale informiert, kostenlos zu bestellen unter www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-Notfallkarte.
Eine Checkliste mit den wichtigsten Verhaltensregeln kann helfen, Leben zu retten, zum kostenlosen Download gleich hier (PDF, 99 KB).


Wie geht es weiter? Am liebsten schonend

Die Kardiologie hat in den letzten Jahren große Fortschritte bei den schonenden interventionellen Methoden gemacht, das heißt: Therapien, die möglichst ohne schwerwiegende Eingriffe den Krankheitsverlauf gezielt positiv beeinflussen.
Zu Anfang steht bei einem Herzinfarkt oder einer instabilen Angina pectoris immer eine Therapie mit Medikamenten, die die Gefäße erweitern, der Bildung von Blutgerinnseln entgegen wirken und das Herz schützen. Studien belegen, dass disziplinierte Patienten, die ihre Tabletten auf Dauer regelmäßig einnehmen, deutlich weniger erneute Verengungen der Herzkranzgefäße und weniger erneute Herzinfarkte erleiden.


Kunstgriffe in den Arterien

In manchen Fällen reicht eine medikamentöse Therapie alleine nicht aus. Der nächste Schritt ist eine sogenannte invasive Therapie, vereinfacht gesagt: Maßnahmen, die in den Körper eingreifen, dies aber heute so schonend wie möglich tun. Ob eine solche Therapie notwendig ist, entscheidet der Arzt mit Hilfe einer Koronarangiographie, einer Art Röntgendarstellung der Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel. So lässt sich genau feststellen, wo und in welcher Ausprägung Engstellen oder Verschlüsse vorhanden sind. Falls es notwendig sein sollte, Gefäße zu erweitern, gibt es die moderne Methode der Ballondilation. Dazu wird mit einem Katheter ein Ballon in das Gefäß bis zur Engstelle geschoben und mehrfach vorsichtig aufgeblasen, um so das verengte Herzkranzgefäß schonend zu dehnen. Auf die gleiche Art können mit einem Katheter Stents platziert werden, das sind kleine Metallgitter die die Koronararterien an Problemstellen unterstützen und offenhalten. Diese Stents können auch mit Arzneimitteln beschichtet sein, die ihre Funktion unterstützen.


Hilfe aus dem biologischen Ersatzteillager!

Bei komplizierten Verengungen im Herzkranzgefäß kann es notwendig sein, einen Umgehungskreislauf anzulegen. Dazu wird eine körpereigene Arterie oder Vene, die einer Körperpartie entnommen wird, deren Durchblutung problemlos von anderen Gefäßen übernommen werden kann. Beinvenen eignen sich beispielsweise gut. Viele Bypass-Operationen werden heute minimal-invasiv, das heißt mit kleinsten Schnitten oder wie die Mediziner sagen „durch das Schlüsselloch“ durchgeführt, ohne das Brustbein zu durchtrennen. Nach einer gelungenen Bypass-Operation bleiben viele Patienten jahrelang beschwerdefrei.


Aber Ihr bester Arzt sind Sie selbst!

Linktipps fürs Herz:

  • www.herzbewusst.de mit vielen Informationen und einer Checkliste für den Arztbesuch.
  • Ein nützlicher Begleiter für das Leben nach dem Infarkt ist der Herzbewusst Newsletter, der kostenlos hier zu bestellen ist.
  • Ein zuverlässiger Ratgeber in allen Lebenssituationen ist die Gesundheits-App von AXA. Eine Fülle von praktischen Tipps unterstützt Sie bei einer gesunden Lebensführung, wie z.B ein Pillen-Timer als Gedächtnisstütze.

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