Serie - Wege zum Wunschkind - Teil 1

Die häufigsten Gründe für eine Kinderlosigkeit


Etwa 10 Prozent der Ehen bleiben in Deutschland ungewollt kinderlos. Mit den Methoden der modernen Medizin kann vielen Paaren heute geholfen werden. Einer der Pioniere auf dem Weg zum Wunschkind ist Professor Dr. Thomas Steck vom Kinderwunsch Zentrum Mainz.

"Warum gerade wir?" Beide Partner leiden, wenn sich der Babywunsch nicht erfüllt. Oft stellt sich das Gefühl ein, „zu versagen“, der Erwartungsdruck von Familie und Gesellschaft ist groß – nicht umsonst hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Unfruchtbarkeit als Krankheit klassifiziert. Das lange Warten auf ein Kind kann zur großen persönlichen Belastung und zur Zerreißprobe für die Beziehung werden. "Studien zeigen, dass Infertilität zu den stressvollsten Lebenssituationen gehören kann." (Arbeitsbericht Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag)

Die veränderte Familienplanung arbeitet dem Problem in die Hand: Immer später fällt die Entscheidung für ein Kind. In den 1960er Jahren waren Frauen knapp 25 Jahre bei der ersten Geburt, mittlerweile liegt das Durchschnittsalter bei rund 30 Jahren. Die Chancen auf eine spontane Schwangerschaft sinken mit steigendem Alter deutlich. Etwa 800.000 Paare suchen jährlich Rat bei Gynäkologen, Urologen oder Hausärzten. Schätzungsweise 100.000 Paare nehmen die Hilfe von spezialisierten Kinderwunsch-Zentren in Anspruch.


Mit den Jahren sinkt die Hoffnung

"Wenn es nach ein bis zwei Jahren trotz regelmäßigem ungeschützten Geschlechtsverkehres nicht zu einer Schwangerschaft kommt, spricht man von ungewollter Kinderlosigkeit. Nach etwa zwei Jahren ungewollter Kinderlosigkeit sinken die Chancen rapide: Nur noch knapp fünf Prozent aller Paare bekommen ohne medizinische Hilfe ein Kind. Nicht alle Paare begeben sich nach einem Jahr schon in medizinische Therapie. Mindestens die Hälfte von ihnen kann innerhalb der nächsten drei Jahre als Folge der Behandlung mit der Geburt eines Kindes rechnen. Diese recht allgemeine Prognose kann im Einzelfall besser, aber auch ungünstiger ausfallen, abhängig von der Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit und vom individuellen Altershintergrund." (Kinderwunsch Zentrum Mainz)


"Mit Hilfe der Medizin kann geholfen werden"

Über 30.000 Babies kommen in Deutschland jedes Jahr nach einer Kinderwunsch-Therapie zur Welt. Einer der Pioniere erfolgreicher Kinderwunsch-Behandlungen ist Professor Dr. Thomas Steck, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, der sich schon Mitte der 1980er Jahre mit der medizinischen Hilfe für kinderlose Paare beschäftigte. Er ist Verfasser des einzigen umfangreichen deutschen Lehrbuchs zum Thema und ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet.

"Der Mensch ist leider nicht sehr fruchtbar. Selbst unter optimalen Bedingungen liegt die Chance auf eine Schwangerschaft nur bei etwa 30 Prozent."


Herr Professor Steck, wo liegen denn die häufigsten Ursachen, wenn ein Paar ungewollt kinderlos bleibt?

"Die Ursachen liegen in etwa 30 Prozent der Fälle bei der Frau, ebenso häufig beim Mann, in weiteren 30 Prozent sind beide Partner betroffen, bei etwa zehn Prozent kann die Ursache der Kinderlosigkeit nicht geklärt werden. Bei Männern ist zu 90 Prozent die Spermaqualität das Problem. Die Ursachen dafür liegen häufig lange zurück – Verletzungen, Prellungen, Hodenhochstand oder Entzündungen bei Mumps können die Qualität der Spermien unerkannt schädigen und dann lässt sich das Rad der Geschichte nicht mehr zurückdrehen. Bei Frauen finden wir zu gleichen Teilen hormonelle und anatomische Ursachen wie Störungen der Eileiter oder der Gebärmutter. Relativ häufig ist die Endometriose, bei der die Gebärmutter Schleimhaut sozusagen „in die falsche Richtung“ absondert und die Spermien auf ihrem sowieso schon schwierigen Weg an den Ort der Befruchtung behindert."


Hat die Lebensführung mit der Fruchtbarkeit zu tun?

"Durchaus. Wir wissen, dass sowohl Übergewicht als auch Untergewicht den Zyklus der Frau beeinflussen. Zu den Negativfaktoren gehören auch Rauchen, Alkohol und andere Drogen, die bei der Frau Hormonstörungen und Probleme bei der Eireifung und -Einnistung auslösen können, beim Mann mindern sie Samenmenge und Qualität. Wenn allerdings organische Ursachen vorliegen, richtet die Lebensführung alleine natürlich nichts aus."


Sind psychische Aspekte wie Stress beteiligt?

"Bei Frauen können sich psychische Belastungen auf den Zyklus auswirken. Meist spielt Stress aber eher die Rolle als Störfaktor ungezwungener Sexualität. Unter Stressbedingungen reduzieren sich häufig die sexuellen Kontakte. Bei Fernbeziehungen zum Beispiel hält sich der Eisprung nicht ans Wochenende. Ein lange nicht erfüllter Kinderwunsch kann zusätzlich frustrieren: Das Paar verliert die Lust und unter dem Vorzeichen „Wir müssen aber!“ können Probleme beim Verkehr entstehen."


Entsteht nicht bei einer Kinderwunsch-Behandlung eine zusätzliche emotionale Belastung für das Paar?

"Natürlich kann eine Frustration entstehen, wenn es nicht gleich klappt. Oft entstehen auch Probleme im Arbeitsalltag, weil man versucht, die Ursache der Fehlzeiten geheim zu halten – wenn Arbeitgeber verständnisvoller wären, bliebe hier viel Druck erspart. Die Belastung bei einer Kinderwunsch-Therapie ist für beide Partner jedenfalls nicht zu unterschätzen. Wenn die Anlage zu einer Depression vorhanden ist, kann ein Schub ausgelöst werden – die Mediziner müssen hier sehr vorsichtig sein. Wir nehmen uns daher viel Zeit für das Erstgespräch. Es muss eine Vertrauensbasis entstehen, auf der wir Probleme offen ansprechen können. Das Wichtigste ist ein absolutes Einverständnis zwischen Therapeut und Paar: Wir können nur machen, was das Paar unterstützt, und zwar Frau wie Mann gleichermaßen."

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA

Gute Gesprächspartner, wann immer Sie sie brauchen


Kunden der Privaten Krankenvollversicherung von AXA können sich mit dem gesundheitsservice360° in der Gesundheit lückenlos versorgt fühlen. Zu den zahlreichen Leistungen gehören auch komfortable Informations-Services, die fachkundig und freundlich bei der Orientierung helfen.

Die Medizinische Hotline stellt Ihnen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr kompetente Mitarbeiter zur Verfügung, die alle Fragen z.B. zu Diagnosen, Behandlungsmethoden, Ärzten, Spezialisten und Kliniken beantworten. Sie sind bei der Terminvereinbarung behilflich und bieten außerdem Beratung zu Wechsel- und Nebenwirkungen von Medikamenten.

Hier finden Sie alle Details zum gesundheitsservice360° - eine umfassende Information bekommen Sie aber natürlich auch jederzeit bei Ihrem persönlichen Betreuer.

Informieren Sie sich auch über die Vorteile der Privaten Krankenversicherung von AXA. Mehr zu den attraktiven Beiträgen, Bonuszahlungen, flexiblen Leistungen und der erstklassigen Vorsorge erfahren Sie hier.


Weitere Linktipps:

Lesen Sie auch die beiden weiteren Artikel im PLUS unserer Serie "Wege zum Wunschkind":

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.