So gießen Sie richtig - Tipps für eine sinnvolle Gartenbewässerung

Mit Checkliste "Gießen und Bewässern"

Ein schöner blühender Garten ist der Stolz eines jeden Hobby-Gärtners. Dazu braucht es neben viel Pflege vor allem viel Wasser. Mit etwa 60 Liter bewässern Deutschlands Gartenbesitzer jeden Quadratmeter Rasen und Rosen – allzu oft mit bestem Trinkwasser aus der Leitung. Das summiert sich dann: Bei einem Wasserpreis im Durchschnitt von rund 2 Euro pro Kubikmeter treibt das Gießen die Wasserrechnung ganz schön in die Höhe. Aber auch unter Umweltschutzgesichtspunkten ist ein geringerer Verbrauch von Trinkwasser sinnvoll. Zum Glück ist es ganz einfach, den Durst von Pflanze, Strauch und Baum auch ohne allzu viel kostbares Nass aus der Leitung zu stillen.




Tipp 1: Regenwasser anstatt Trinkwasser

Das Wichtigste am Anfang – stellen Sie Ihre Gartenbewässerung auf Nass von oben um, denn Regenwasser gibt’s gratis. Sammeln Sie Regenwasser in geeigneten Tonnen, in die das Wasser aus den Fallrohren durch einen Kappabfluss fließen kann. Benötigen Sie viel, können Sie mehrere Tonnen durch Kupplungssysteme miteinander verbinden. Wer noch mehr braucht: In die Erde eingelassene Zisternen aus Kunststoff oder Beton fassen bis zu 9.000 Liter. Außerdem bekommt Regenwasser den Pflanzen dank seines geringeren Kalkgehaltes viel besser als Trinkwasser.


Tipp 2: Richtigen Zeitpunkt abpassen

Auch wenn die Pflanzen in der prallen Mittagssonne die Köpfe hängen lassen: Verzichten Sie auf das Bewässern, wenn es noch heiß ist. Zum einen verdunstet zu viel Wasser und zum anderen können sich Wassertropfen auf Blättern und Blüten so aufheizen, dass die Pflanzen verbrennen. Nutzen Sie die frühen Morgenstunden oder die Zeit nach Sonnenuntergang zum Gießen. Gießen Sie nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Selbst bei großer Hitze ist dies in der Regel nicht mehr als zweimal pro Woche der Fall. Beachten Sie die Wettervorhersage, ob nicht vielleicht doch der Regen schneller kommt als gedacht.


Tipp 3: Wassermenge dosieren

Nicht immer gilt der Grundsatz: Viel hilft viel. Wird Wasser zu großzügig und großflächig verteilt, geht eine Menge ungenutzt verloren. Gießen Sie besser gezielt direkt an den Pflanzenwurzeln. Manche Pflanzen, wie Rosen, Lupinen, Flieder und andere Tiefwurzler kommen sogar mit sparsamen Wasserrationen aus. Ihre Wurzeln holen sich das Wasser aus größeren Tiefen. Übrigens: Alle Pflanzen die sich aus einer Aussaat entwickelt haben, bilden kräftigere Wurzeln als Setzlinge – und können sich deshalb besser mit Wasser versorgen.


Tipp 4: Ordentlich anpflanzen und pflegen

Pflanzen Sie neue Setzlinge nicht in einer Trockenperiode, es erfordert unnötige Bewässerung. Die Pflanzen wachsen zudem besser an, wenn sie in der kühleren Jahreszeit gepflanzt werden. Achten Sie beim Anlegen der Beete außerdem darauf, welchen Pflanzen Sonne nichts ausmacht und welche sonnenempfindlich sind. Diese Pflanzen schützen Sie besser vor Austrocknung, wenn Sie die Beete so anlegen, dass sie im Schatten stehen. Wachsen Pflanzengruppen zusammen, sind die Feuchtigkeitsverluste geringer, als wenn sie alleine stehen.

Während eines heißen Sommers dankt es Ihnen Ihr Rasen, wenn Sie seltener mähen. Denn längere Halme können mehr Wasser speichern und trocknen deshalb nicht so schnell aus.
Eine Mulchschicht auf Stauden- und Gemüsebeeten, unter Büschen und in Blumenkübeln speichert Wasser, senkt den Gießaufwand und verbessert die Bodenqualität. Um optimal zu wirken, sollte die Schicht aus Holzhäcksel, Rindenschnitzel oder Rasenschnitt bestehen und rund 5 Zentimeter hoch sein.


Tipp 5: Nützliche Helfer

Wenn Sie mehrere Bäume und Büsche in Ihrem Garten haben, sollten Sie zu Gießringen greifen. Die Ringe aus Kunststoff werden so um die Gehölze gelegt, dass das Gießwasser direkt zu den Wurzeln geleitet wird und nicht in dem umliegenden Boden dringt. Nutzen Sie zum Bewässern Perlschläuche. Das sind Schläuche mit sehr vielen kleinen Öffnungen, die das Wasser quasi „ausschwitzen“. Die feine und sparsame Bewässerung verbraucht damit bis zu 60 Prozent weniger Wasser. Perlschläuche können auf dem oder im Boden verlegt werden.

Eine weitere sinnvolle Anschaffung sind Tröpfchenschläuche, deren kleine Düsen das Wasser in Miniportionen abgeben. Befinden sich die Düsen direkt an den Pflanzen, können diese nahezu jeden Tropfen nutzen. Das reduziert den Wasserverbrauch erheblich. Wer es professionell mag, kann die Tröpfchenbewässerung auch von einem Bewässerungscomputer übernehmen lassen. Er steuert Menge, Dauer und Intervalle der Bewässerung genau nach Bedarf. Bodenfeuchtigkeitssensoren machen das System dann noch genauer. Stellen Sie Kübelpflanzen stets auf Blumenuntersetzer und gießen von unten. Das bekommt den Pflanzen nicht nur besser, sondern spart auch Wasser. Überschüssiges Wasser können Sie außerdem zum Bewässern anderer Blumen nutzen.

Alle Tipps zum richtigen Gießen und Bewässern haben wir für Sie auch noch in einer Checkliste zusammengefasst.

Checkliste "Richtig Gießen und Bewässern" (pdf, 573 kb)

Viel Spaß mit Ihrem Balkon oder Garten!

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