Feuergefahr beim Freizeit-Spaß - Rechtstipps für Lagerfeuer, Grillen und Balkonabende

Jedes Jahr entstehen durchschnittlich 1.100 Waldbrände, selbst im eher verregneten Sommer 2010 wurden rund 520 Hektar Wald vernichtet. Der jährliche Schaden liegt im Durchschnitt bei etwa einer Million Euro, nicht gerechnet die Folgen für die Natur. Hauptursachen sind Brandstiftung und menschliches Fehlverhalten, nur ein bis drei Prozent der Brände gehen auf natürliche Ursachen wie Blitzschlag zurück. 2015 war das Brandrisiko durch die ungewöhnlich trockene und warme Witterung des Frühjahrs besonders hoch, allein der April war einer der zehn trockensten Aprilmonate seit 1881.




Verantwortungsbewusst in Wald und Flur

Gestern stand es wieder in der Zeitung: „Geparktes Auto löst Waldbrand aus.“ Gedankenlosigkeit ist die häufigste Ursache von Bränden in freier Natur: Der Fahrer hatte nicht daran gedacht, dass der erhitzte Katalysator seines Wagens die strohtrockene Wiese am Waldrand entzünden kann.

Nicht nur in den Sommermonaten, aber vor allem jetzt zur Hochsaison der Brandgefahr, kann Verantwortungsbewusstsein beim Naturgenuss vor schlimmen Folgen schützen:

Offenes Feuer (dazu zählen auch Campingkocher!) und Rauchen sind im Wald und in Waldnähe von 1. März bis 31. Oktober offiziell verboten, sollten aber generell zu allen Jahreszeiten tabu sein.

Die gedankenlosen Hinterlassenschaften eines Picknicks können verheerende Auswirkungen haben: ein vermeintlich leeres Einwegfeuerzeug, aber auch jede Glasflasche kann durch einen Brennglas-Effekt zu einem Brandherd werden.

Infobox

Beim so genannten Brennglas-Effekt fällt Sonnenlicht auf eine leicht gebogene, gläserne Oberfläche. Die Hitze wird dabei gebündelt und reflektiert. Liegt in unmittelbarer Nähe ein Stück Papier oder trockenes Holz, kann Feuer ausbrechen.


Pkws und Motorräder dürfen nicht auf trockenen Wiesen und Waldwegen abgestellt werden: Katalysatoren heizen sich während der Fahrt auf und können einen Brand auslösen. Zufahrtswege zum Wald sind zudem grundsätzlich für Notfalleinsätze freizuhalten.

Wenn es dennoch passiert, bitten die Feuerwehren, keine eigenen Löschversuche zu unternehmen, sondern sofort 112 zu rufen. Laienhafte Löschversuche können fatale Folgen haben: Von oben auf die Flammen zu schlagen, verursacht beispielsweise Funkenflug, der zu einer rasenden Ausbreitung des Feuers führen kann.


Aufklärung hilft gegen das Spiel mit dem Feuer

Laut Statistik des Bundeskriminalamtes sind Kinder und Jugendliche für mehr als ein Drittel aller fahrlässigen Brandstiftungen verantwortlich. Ohne böse Absicht wird häufig aus einem Spiel lebensgefährlicher Ernst. Der Bundesverband Eltern rät, Kinder über die Gefahren des Feuers aufzuklären, ohne Ängste zu schüren. Besser als Verbote hat sich praktische Aufklärung mit Spaßeffekt bewährt, wie z.B. das gemeinsame Grillen oder ein Lagerfeuer. Hier kann man den vorsichtigen Umgang mit dem Feuer vorführen und die möglichen Gefahren zeigen.

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA
  • Der Sicherheitsexperte ABUS bietet für Brände bei outdoor Aktivitäten, wie Grillen, Lagerfeuer oder Camping eine intuitiv nutzbare Brandschutzlösung – Feuerlöschsprays – der Lebensretter aus der Sprühdose. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu ABUS.
  • Feuerlöscher-Welt: Alle Brandschutz-Produkte die Sie für ein sicheres Zuhause brauchen!
    Sichern Sie sich gegen Feuergefahr ab und sparen Sie bis zu 6%, weitere Informationen hier
  • Entdecken Sie die Gefahren im eigenen Haus! Nutzen Sie unsere Präventionstipps im „virtuellen Haus“ zu Gefahrenstellen und Sicherheitsmaßnahmen. Informieren Sie sich hier und machen Sie Ihr Zuhause sicherer.
  • Kindersicherheits-Checkliste "Feuergefahren vermeiden": Kinder wollen alles selber ausprobieren - bei Feuer kann das aber schnell gefährlich werden! Nutzen Sie daher die Kindersicherheits-Checkliste (PDF, 5,1 MB) und bereiten Sie Ihr Kind spielerisch auf die Feuergefahren rund ums Haus und beim Grillen vor.


Viel Spaß beim Grillen ohne Risiko!

Häufig wird unterschätzt, dass auch der gemütliche Abend im eigenen Garten oder auf der Terrasse brandgefährlich werden kann. Bis zu 4.000-mal brennt es pro Saison am Grill. Zur Erinnerung hier noch einmal die wichtigsten Regeln für sicheres Vergnügen:

  • Achten Sie beim Aufstellen des Grills auf einen festen Stand und ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien.
  • Der Grill soll niemals unbeaufsichtigt bleiben – vor allem, wenn Kinder in der Nähe sind.
  • Zur Sicherheit sollten ein Eimer Sand, ein Pulverlöscher oder eine Löschdecke zur Hand sein. Niemals darf ein brennender Grill mit Wasser gelöscht werden, weil der entstehende Wasserdampf zu Verbrühungen führen kann.
  • Tabu sind ‚Brandbeschleuniger’ wie Benzin oder Spiritus zum Entzünden des Grills. Verwenden Sie nur Grillanzünder mit GS- oder DIN-Kennzeichnung.
  • Nach dem Grillen kühlt die Glut entweder im Grill aus und wird am nächsten Tag entsorgt oder wird sofort mit einem Eimer Sand erstickt. Auf jeden Fall muss die Asche komplett erkalten, um Bränden vorzubeugen.
Und damit das Grillvergnügen nicht zu Unstimmigkeiten mit dem Nachbarn führt, hat Markus Hannen, Partneranwalt der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG aus der Bonner Anwaltssozietät Dr. Franken, Grillo, Steinweg, das Wichtigste zu Rechte und Pflichten beim Grillen für Sie zusammen gestellt.


Rechtstipp: Übermäßiger Rauch und Gerüche sollten verhindert werden

Eine bundesweit eindeutige Rechtsprechung besteht nicht, bei Streitfällen rund ums Grillen wird vor Gericht von Fall zu Fall geurteilt. „Auch wenn es kein ganzheitliches Grillverbot gibt, gestaltet sich das gelegentliche Brutzeln von Würstchen auf dem Balkon oder der Terrasse eines Mehrfamilienhauses problematisch“, sagt Hannen. Das Gesetz schreibt vor, dass Nachbarn nicht übermäßig mit Qualm und Gerüchen belästigt werden dürfen – insbesondere wenn der Rauch in die Wohn- oder Schlafräume der Nachbarn eindringt. Da der Balkon-Griller im Sommer damit rechnen muss, dass die Fenster offen stehen, sollte er hier unbedingt Rücksicht nehmen. Missachtet er dies, kann ein Eingreifen der Polizei drohen. „Kann der Hobby-Koch das Grillen dennoch nicht lassen, muss er mit einer Geldbuße in Höhe von 100 Euro rechnen“, sagt Hannen.

Verursacht ein Nachbar bei der Befeuerung seines Grills übermäßigen Qualm, der die Nachbarschaft nachweislich erheblich belästigt, kann der Nachbar dagegen vorgehen, indem er sich im ersten Schritt an den Vermieter wendet.


Rechtstipp: Grillverbote sind bindend

Wenn die Hausordnung oder eine Klausel im Mietvertrag das Grillen auf dem Balkon untersagt, müssen sich die Bewohner an dieses Verbot halten. „Sollte der Mieter das Grillverbot auch nach einer Abmahnung missachten, kann der Vermieter das Mietverhältnis fristlos kündigen“, sagt Hannen.

Ein Grillverbot kann auch für den Elektrogrill gelten. „In der Rechtsprechung werden zwar Unterschiede gemacht, ob ein Elektro- oder Holzkohlegrill benutzt wird. Aber auch wenn bei einem Elektrogrill meist weniger Qualm entsteht, hängt es von der örtlichen Rechtssprechung ab, ob dieser benutzt werden darf“, ergänzt Hannen. Hat der Vermieter kein Grillverbot im Mietvertrag verhängt, darf auch kein nachträgliches Grillverbot ausgesprochen oder per Aushang einseitig in die Hausordnung aufgenommen werden, so der ROLAND-Partneranwalt.


Rechtstipp: Grillfeiern ankündigen

Bei Grillpartys auf größerer Terrasse oder im Garten eines Mehrfamilienhauses sollten Gastgeber etwa 48 Stunden vor dem Fest die Nachbarn informieren. So können sich diese darauf einstellen und die Fenster rechtzeitig schließen. Wie häufig auf der Terrasse oder im Garten gegrillt und gefeiert werden darf, lässt sich pauschal nicht beantworten. Da gesetzliche Grundlagen fehlen, beurteilen Gerichte das Grillen und Feiern entsprechend der örtlichen Gegebenheiten sehr unterschiedlich.

Grundsätzlich sollten große Gartenfeste aber höchstens viermal im Jahr, Feste auf Balkonen oder Terrassen in der Zeit von April bis September maximal einmal im Monat gefeiert werden. „Die örtliche Lärmschutzverordnung ist dabei einzuhalten: Nach 22:00 Uhr ist Nachtruhe, sodass auch in normaler Gesprächslautstärke auf Balkonen oder Terrassen nicht mehr weiter gefeiert werden darf. Allerdings darf sich bis zu diesem Zeitpunkt niemand über ein lebhaftes Gespräch oder über Gläserklirren aufregen“, sagt Hannen.


Rechtstipp: In Parks an die Regeln halten

An schönen Sommertagen zieht es viele Menschen in öffentliche Parks zum Grillen. „Hier ist die Rechtsprechung eindeutig. Es gibt nach keinem Landesgesetz das Recht, in der freien Landschaft – insbesondere am Strand oder in einem Park – zu grillen“, klärt Hannen auf. Nach den Naturschutz-, Wald- oder Landes-Immissionsschutzgesetzen ist dies grundsätzlich nur an dafür vorgesehenen Plätzen erlaubt. Verstöße werden mit hohen Bußgeldern bestraft. Diese bemessen sich unter anderem auch danach, wie hoch der durch das Grillen entstandene Sachschaden ist.

Das Grillen in den Sommermonaten ist ein geselliger Zeitvertreib für Freunde und Familien und muss bis zu einem gewissen Maß von Nachbarn geduldet werden. „Wer weiterhin ein freundschaftliches Verhältnis zur Nachbarschaft pflegen will, sollte unbedingt darauf achten, Qualm und starke Gerüche zu vermeiden“, rät Hannen.

Zuletzt noch ein Wort zu den beliebten Höhepunkten von Sommerpartys: Die sogenannten Himmelslaternen gelten zu Recht als hochgefährliche Brandstifter und dürfen in Deutschland nicht ohne Genehmigung aufsteigen. 

Die Rechtstipps in diesem Artikel wurden Ihnen von der ROLAND-Rechtsschutzversicherung präsentiert.

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.