Gesundes Zuhause – Einsatz für den Baubiologen

Zuhause – das ist der Ort, an dem wir uns sicher und geborgen fühlen sollten, rein theoretisch. In der Praxis aber ist unser Verhältnis zu den eigenen vier Wänden oft belastet – im wahrsten Sinn des Wortes. Das ist kein Wunder, denn in den vergangenen Jahrzehnten wurden immer mehr Baumaterialien und Hilfsstoffe verbaut, der großflächige Einsatz von Chemie war gang und gäbe. Aber auch die Natur kann im eigenen Heim gnadenlos zuschlagen. Ein Baubiologe, der den Beschwerden der Bewohner auf den Grund geht, kann da oft besser und nachhaltiger helfen als der Hausarzt.




Baubiologe als „Wohn-Detektiv“

Um herauszufinden, was wo im Haus im Argen liegt, rückt der Baubiologe zur Begutachtung mit modernen Messgeräten an. Zuerst analysiert er die Wohnbedingungen nach allen Regeln der Kunst. „Betroffene sollten darauf achten, dass der Experte tatsächlich eine wissenschaftliche Untersuchung vornimmt und nicht mit der Wünschelrute anrückt“, betont Frank Mehlis, Baubiologe und Vorstand des Verbands Baubiologie.

Ein kompetenter „Wohn-Detektiv“ sollte sich in Physik, Mikrobiologie und Chemie auskennen. Während der Spurensuche werden zum Beispiel Feuchtigkeitsmessungen durchgeführt und Proben der Raumluft und des Hausstaubs genommen. Denn zu den häufigsten baubiologischen Problemfällen gehört – vor allem in alten Gebäuden – der Schimmelpilz. Wer mit ihm lebt, lebt riskant: „Seine Gifte schwächen das menschliche Immunsystem, das heißt, man wird häufiger krank“, erklärt Frank Mehlis.

Schimmelpilze entstehen, wenn Luftfeuchtigkeit auf kalte Flächen trifft und es in geschlossenen Räumen zu „Niederschlag“ kommt. Dieses Kondenswasser ist der ideale Nährboden für Bakterien und Milben, aber auch Schimmelpilze fühlen sich hier wohl. Viele Menschen, die über Kopfschmerzen, Schleimhautentzündungen, Übelkeit, Atemwegserkrankungen und Allergien klagen, leiden in erster Linie an mangelnder Wohngesundheit.


Gesunde Planung von Anfang an

Baubiologen sind aber nicht nur zur Schadensbegrenzung da – sie stehen auch zur Vorsorge zur Verfügung. Schon in der Planungsphase kann ein Experte rechtzeitig auf mögliche Schadstoffquellen hinweisen. Dabei geht es auch um die Auswahl der richtigen Bau- und ­Ausbaustoffe. Die Beratung verhindert Baufehler und damit aufwändige nachträgliche Maßnahmen und Renovierungen. Aber Achtung: Nicht jeder Baubiologe verfügt über die nötige Ausbildung und Erfahrung. Denn die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, was bedeutet, dass sich im Prinzip jeder so nennen darf. Ausgebildete Fachleute in der Nähe finden Sie deshalb am besten über Verbände und Institutionen der Umweltanalytik.


Unbedenkliche Baumaterialien

  • Kork, Linoleum, Massivholz, Woll-, Naturfaser- und Naturhaarteppich, Terrakotta u.a. schonen das Wohnklima.
  • Geeignet für außen und innen sind Naturharz-Dispersionsfarbe, Silikatfarbe, Kasinfarbe und Kalkfarbe.
  • Die desinfizierende Wirkung von Kalkputz verhindert Schimmelbildung und ist daher ideal für Küche und Bad.
  • Zellulose, Holzfaser, Flachs, Hanf, Kokosfaser, Schafwolle, Hobelspänen, Roggen und Schilfrohr sorgen für gute Dämmung.
  • Lehmputz verbessert das Raumklima und sorgt für „gute Luft“ zum Beispiel in den Schlafräumen.

Auskünfte zum Thema Wohngesundheit

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