Ohren auf – beim Einsatz aber nur mit Gehörschutz!



Demonstrationen, Massenveranstaltungen, Musikkonzerte und vor allem das Spiel der lokalen Mannschaft im Stadion – was für die meisten Menschen ein schönes Ereignis ist, bedeutet für die Sicherheitskräfte Stress. Und das nicht nur im unmittelbaren Einsatz zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Der Körper ist weiteren, gesundheitsschädlichen Nebenerscheinungen ausgesetzt. Ein Teil davon ist der Lärm, der auf Dauer krank macht.



Ganz aus dem Weg gehen kann man solchen Belastungen als Polizist oder Ordnungskraft im Einsatz nicht – aber es gibt Möglichkeiten, sich vor Lärm und dessen Auswirkungen wirkungsvoll zu schützen.

Lärmschwerhörigkeit ist mit jährlich ca. 5.500 neuen Krankheitsfällen mittlerweile einer der häufigsten Berufskrankheit. Lärm kann ganz einfach als jedes unerwünscht laute Geräusch beschrieben werden. Die Aufgabe des Ohres – Geräusche in Form von Schallwellen aufzunehmen und zu verarbeiten – ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Was für den einen zum Beispiel als angenehme Musik wahrgenommen wird, kann jemand anderes als Lärm empfinden. Die objektive Messgröße des Schalls (der Lautstärke) ist der Schalldruck, der in Dezibel (dB) angegeben wird.


Was ist Lärm?

Man denke nur an die – seit der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika populären – Vuvuzelas, die laut Messungen des TÜV Nord einen Schalldruckpegel von bis zu 120 Dezibel erreichen – wobei bereits eine kurzzeitige Lärmeinwirkung von ca. 100 bis 110 dB zu permanenten Gehörschäden führen kann. Eine Vuvuzela steht also einem Flugzeugtriebwerk mit ca. 120 dB um nichts nach – das sollte zu Denken geben.


Wenn Lärm zu viel wird - Gehörschäden und Folgen.

Das Wichtigste zuerst: lärmbedingte Hörschäden sind nicht heilbar! Generell unterscheidet man zwischen akuten Gehörschäden (ausgelöst durch Schusswaffen oder Explosionen, bei dem ein plötzlich einsetzender Hörverlust eintritt) und chronischen Gehörschäden (Innenohrschwerhörigkeit durch die dauerhafte Aussetzung von Lärm über 80dB). Hierbei wird das Verstehen von Sprache, besonders in Umgebungen mit Hintergrundgeräuschen, erschwert – zum Beispiel durch permanenten Verkehrslärm bei Polizisten im Außendienst.

Bei Hörverlust werden die Haarzellen im Innenohr geschädigt, die nicht mehr nachwachsen. Diese Haarzellen wandeln normalerweise Schallschwingungen in elektrische Signale um, die über das Nervensystem weitergeleitet werden. Werden diese Schwingungen durch die Schädigung der Haarzellen nicht mehr weitergeleitet, so entsteht ein lärmbedingter Hörverlust.

Über die Folgen der Hörschädigung hinaus steigen mit dem Lärmpegel auch Stress und Blutdruck und damit das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Weitere Folgen der Lärmbelastung können Konzentrations- oder Schlafstörungen, Lärmtraumata, Tinnitus sowie ein erhöhtes Unfallrisiko aufgrund des Überhörens von Signalen und Warnungen sein.


Hören Sie auf Ihre Ohren – so schützen Sie sie.

Als Polizist oder Sicherheitskraft kennen Sie Ihre persönliche Situation in Bezug auf die Ausstattung mit Gehörschutz von Seiten Ihrer Dienststelle am besten. Sollten Sie mit entsprechendem Gehörschutz ausgestattet sein, dann ist es wichtig, diesen auch konsequent einzusetzen. Denn der Mensch verträgt pro Tag nur eine bestimmte Menge an Lärm. Zum Beispiel können 5 Minuten Nachlässigkeit pro 8 Stunden Arbeitstag (bei gleichbleibend hoher Lärmbelastung) zu lebenslangen Gehörschäden führen. Die Schädlichkeit des Lärms hängt also von der Einwirkungszeit und dem Schallpegel ab – nur bei 100% Tragezeit wird ein Gehörschaden sicher vermieden.


Welche Arten von Gehörschutz gibt es und was kosten sie?

Das Angebot an Gehörschutz ist vielfältig und reicht von simplen Gehörschutzstöpseln (landläufig als „Oropax“ bekannt) über höherwertigen Gehörschutz mit einstellbaren Dämmventilen, individuell an den Gehörgang angepassten Gehörschutz bis hin zu aktiven, elektronisch geregeltem Gehörschutz. Die Kosten liegen von wenigen Cent für einfache Gehörschutzstöpsel bis zu 800 Euro für maßgefertigten, aktiven Gehörschutz.

Für den Einsatzbereich in Stadien oder bei Veranstaltungen eignen sich Impulsschall-Gehörstöpsel am besten. Sie können ohne Hör- und Kommunikationsverluste während des Einsatzes getragen werden. Sie dämpfen normale Umweltgeräusche nur minimal, bieten aber einen sicheren Schutz vor Knalltraumata bei Impulslärm, wie bei Waffen- und Artilleriefeuer oder detonierender Pyrotechnik.

Bislang stehen der Polizei Impulsschall-Gehörstöpsel nur in Ausnahmefällen zur Verfügung, Sie können sie aber als Polizeibeamter günstig beziehen – ab ca. 10 Euro pro Paar, wiederverwendbar.

Vorteil der DBV Das PLUS für Kunden der DBV

Damit Sie sowohl im Beruf als auch in der Freizeit bestens abgesichert sind, bieten wir Ihnen die Risiko-Unfallversicherung “Unfall komfort” der DBV an. Hier ein Auszug der wichtigsten Leistungen der “Unfall komfort”:
  • Lebenslange Absicherung gegen finanzielle Folgen von Unfällen
  • In der Freizeit, beim täglichen Dienst und auf Dienstreisen
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Mehr über die herausragenden Leistungen und kleinen Prämien der Risiko-Unfallversicherung der DBV „Unfall komfort“ erfahren Sie hier.


Und noch ein nützlicher App-Tipp:

Überprüfen Sie, wie laut Ihre Umgebung ist und ob dieser Lärmpegel gesundheitsschädlich sein kann. Informieren Sie sich, wie Lärm Ihr Gehör schädigt, wie sich ein Hörschaden bemerkbar macht und wie Sie sich vor Lärm schützen können.

Funktionen:

  • Messung des Geräuschpegels in Dezibel (dB) über das Mikrofon Ihres Smartphones
  • Bewertung der Gefährlichkeit des aktuellen Geräuschpegels
  • Lärmtabelle zum Vergleich von Alltagsgeräuschen
  • Informationen zur Wirkung von Lärm, zu Anzeichen eines Hörschadens und zum Gehörschutz
Die LärmApp wird vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte herausgegeben und kann hier jeweils heruntergeladen werden:
App-Store für iPhone
Android

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