Löschen, retten, bergen, schützen und vieles mehr – Berufsbeschreibung Feuerwehr!



Feuer war schon immer Segen und Fluch zugleich – vor allem durch das Entstehen größerer Städte wurde die Brandgefahr immer größer. Die erste Feuerwehr geht auf das Römische Reich zurück, wurde bereits im Jahr 21 v. Chr. gegründet und bestand aus 600 Sklaven. In Deutschland ist man sich nicht einig, welche die älteste Freiwillige Feuerwehr ist – diesen Titel beanspruchen mehrere Feuerwachen für sich. Die älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands ist nachweislich die Berliner Feuerwehr, die im Jahre 1851 gegründet wurde – die älteste Berufsfeuerwehr der Welt ist die Feuerwehr in Wien, die schon seit 1686 besteht.

Heute sind fast 40.000 Personen bei der Berufsfeuerwehr beschäftigt und sorgen für Sicherheit in Städten und auf den Straßen. Das sind ca. 4 % aller Beschäftigten der Inneren Sicherheit. Beschäftigte der Feuerwehr haben eine Vielzahl von Aufgaben wahrzunehmen und sind oftmals einem großen Risiko ausgesetzt. Im Gegenzug dazu, genießen Sie ein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit – laut einer Forsa-Umfrage sind sie sogar die angesehenste Berufsgruppe in Deutschland!



Was ist der Unterschied zwischen Freiwilliger Feuerwehr und Berufsfeuerwehr?

In fast jedem Ort findet man eine Freiwillige Feuerwehr – die aus Personen besteht, die sich in der Freizeit für die Sicherheit im Ort engagieren. In der Regel hat die Freiwillige Feuerwehr keine besetzten Feuerwehrhäuser – erst nach dem Eingang eines Notrufes werden die Feuerwehrleute alarmiert und sie rücken zum Einsatz aus. Freiwillige Feuerwehrleute bekommen keine Entlohnung. Die Berufsfeuerwehr besteht aus hauptamtlichen Mitarbeitern, die dafür bezahlt werden. Sie besetzen im Schichtdienst eine Feuerwache, warten auf Einsätze und erledigen allgemeine Aufgaben im Rahmen des Wachbetriebes (z.B. Schlauchwäsche, Fahrzeugwartung oder Verwaltungsaufgaben).


Die Tätigkeitsfelder der Feuerwehr

Ein Bediensteter erledigt Tätigkeiten im Innendienst (in der Zentrale der Feuerwache) und im Außendienst (Einsatz). Im Vordergrund stehen dabei die vier Grundaufgaben der Feuerwehr:

Retten:
Das Retten von lebenden Menschen oder Tieren aus akuten Gefahren gehört zur Hauptaufgabe. Das bezieht sich nicht nur auf Brände, sondern auch auf die Befreiung von verschütteten, abgestürzten, eingeklemmten, verunglückten Personen oder Tieren nach Unfällen.

Löschen:
Das Feuerlöschen ist seit jeher die zentrale Aufgabe der Feuerwehr. Heute gilt es, dabei auf weitere Umstände, wie giftige Rauchgasbildung, Minimierung des Löschwasserverbrauchs, Vermeidung von Einsatzschäden und mögliche Umweltschäden zu achten.

Bergen:
Bergen bedeutet das Befreien eines toten Menschen, Tieres oder eines Gegenstandes aus einer Zwangslage. Bergungseinsätze beinhalten die Befreiung von getöteten Personen oder Tieren nach Unfällen, Bränden und Unglücken aus Wracks, Gebäuden oder Gewässern.

Schützen:
Präventionsmaßnahmen werden bei der Feuerwehr groß geschrieben – sie wird nicht erst nach einem Unglück aktiv, schon im Vorfeld wird versucht, bekannte Risiken zu minimieren und Gefahren auszuschließen. Zum Beispiel wird bei Brandsicherheitsdiensten im Rahmen von Veranstaltungen kontrolliert, ob Fluchttüren und Rettungszufahrten frei gehalten werden und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Auch Beratung und Aufklärung wird geleistet – zum Beispiel Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten.

Und damit die Arbeit in diesen vier Haupttätigkeitsfeldern reibungslos funktioniert, müssen Bedienstete der Feuerwehr viele weitere Aufgaben erfüllen. Darunter fallen zum Beispiel die Wartung und Pflege der Fahrzeuge und Geräte, das ständige Üben für den Ernstfall, Lernen von Theorie und neuen Techniken (zum Beispiel in Feuerwehrschulen), Ausführen von Reparaturen an der Feuerwache, Objektbesichtigungen durchzuführen (zum Beispiel Sprinkleranlagen oder Feuermelder bei Neubauten überprüfen), Protokolle anzufertigen.

Auch Einsätze zur Bindung von Öl auf Fahrbahnen, Entfernen von umgestürzten Bäumen, Errichten von Dämmen bei Hochwasser, Leerpumpen von überfluteten Kellern oder das Entfernen von Bienen-, Wespen- und Hornissennestern gehören zum Alltag. Meistens übernimmt eine Berufsfeuerwehr auch den städtischen Rettungsdienst mit eigenen Rettungswagen. Ein Berufsfeuerwehrmann/-frau ist in der Regel zugleich auch Rettungsassistent.


Berufliche Chancen bei der Feuerwehr

Wie man sieht, ist der Beruf sehr vielfältig – denn es ist möglich, unterschiedlichste Spezialaufgaben innerhalb der Feuerwehr zu übernehmen. Rettungsassistent, Drehleitermaschinist, Taucher, Löschbootführer oder Brandschutzsachverständiger sind nur einige davon. Grundsätzlich werden Berufsfeuerwehrmänner/-frauen  bei der jeweiligen Gemeinde eingestellt. Voraussetzungen sind für den mittleren Dienst ein Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung, für den gehobenen Dienst ein abgeschlossenes FH-Studium und für den höheren Dienst ein Hochschulabschluss.

Nachdem man bei der Feuerwehr des Öfteren mit Menschen zu tun hat, ist auch soziale Kompetenz gefordert. Teamgeist ist Voraussetzung, damit im Einsatz alles funktioniert und eine Affinität zu moderner Technik ist ebenso wichtig. Umsichtige Entscheidungen zu treffen und die Aufgaben sorgfältig auszuführen gehört zum Arbeitsalltag von Feuerwehrleuten. Und nicht zu vergessen: Feuerwehrmänner/-frauen müssen sportlich und aktiv sein – der Job ist nichts für „Faulpelze“!

Erfüllt man diese Voraussetzungen, dann sieht es mit einer Karriere bei der Feuerwehr – mit allen Vorzügen einer Beschäftigung im Öffentlichen Dienst – sehr gut aus. Die Aufstiegs- und Spezialisierungsmöglichkeiten sind bestens und eine Anstellung bei der Feuerwehr gilt als krisensicher.

Auch die Entlohnung kann sich sehen lassen – diese ist abhängig von der Region und natürlich vom Dienstgrad – als Berufsfeuerwehrmann/-frau im mittleren Dienst (Besoldungsgruppen A 7 bis A 9) erhält man ein Einstiegsgehalt von ca. 2.000 bis 2.300 Euro Brutto. Im gehobenen Dienst (Besoldungsgruppe A 9 bis A 13) kann man als Brandoberamtsrat um die 4.000 Euro Brutto verdienen und im höheren Dienst  (Besoldungsgruppe A 9 bis A 16) als Branddirektor sogar bis zu 6.000 Euro Brutto. Mehrarbeit-, Feiertags-, oder Familienzuschläge werten das Gehalt zusätzlich auf.

Vorteil der DBV Das PLUS für Kunden der DBV

Als Spezialversicherer für den Öffentlichen Dienst kennen wir den speziellen Versicherungs- und Vorsorgebedarf der jeweiligen Berufsgruppen. Im Vordergrund steht bei der DBV ein genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmtes Paket aus Produkten, Services, Beratung und Betreuung.

Die Produktpalette reicht hierbei von der Unfallversicherung, Krankenversicherung, Dienst-/Berufsunfähigkeitsversicherung, Hausrat oder Wohngebäudeversicherung, Haftpflicht, Rechtsschutz, Existenzsicherung oder Rentenvorsorge bis hin zur perfekten Fahrzeugversicherung. Hier finden Sie weitere Informationen über die Produkte und Leistungen der DBV.


Risiken im Beruf

Natürlich darf man bei diesem anspruchsvollen Beruf die Risiken und Gefahren nicht außer Acht lassen – denn die Unfallgefahr für Feuerwehrleute ist bei Einsätzen relativ hoch. Die häufigste Unfallursache laut einer Untersuchung der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen ist die „Stolperfalle Schlauch“, wobei sich die Feuerwehrmänner/-frauen Verletzungen durch Stolpern, Rutschen und Stürzen zuziehen. Diese reichen von verstauchten Knöcheln über Hand- und Beinbrüche bis hin zu ausgeschlagenen Zähnen.

Schlimmer sind die Unfälle bei Bränden, bei denen sich Feuerwehrleute schwere Schädigungen der Lunge durch Rauch oder Verbrennungen zuziehen können, die sogar bis zur Dienst-/Berufsunfähigkeit führen können. Auch das Unfallrisiko bei rasanten Rettungsfahrten, Forstarbeiten und Rettungen aus hohen Gebäuden ist nicht zu vernachlässigen. Deshalb ist eine richtige Absicherung im Unfall- und Dienst-/Berufsunfähigkeitsbereich unerlässlich.

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