Risikogruppe Lehrer – gezielte Prävention gegen das drohende Burnout

Serie Burnout Lehrer – Teil 2



Lange Ferien, freie Nachmittage, eine sichere Anstellung – klingt nach paradiesischen Verhältnissen. Aber ist das wirklich so? Haben Lehrer tatsächlich so ein „dolce vita“? Die Realität sieht leider anders aus – die „freie“ Zeit geht für Unterrichtsvorbereitungen drauf, in vielen Ferien ist Fortbildung angesagt und der Sold hält sich wahrlich in Grenzen. Wer den Lehrerberuf mit Freude ausüben möchte, sollte eine gute Portion Idealismus und Stärke mitbringen – denn die psychischen und physischen Belastungen sind nicht zu unterschätzen.



Erschreckende Zahlen untermauern diese These: um die 30% aller Lehrer und Erzieher leiden unter Erschöpfung – bis hin zum endgültigen Burnout. Die Zahl der Krankheitstage hat sich seit dem Jahr 2000 sogar verdoppelt. Muss man bereits als Lehramtsstudent, Referendar und in weiterer Folge als Lehrer mit diesem Berufsrisiko leben oder gibt es Strategien, die gegen Stress und Ausbrennen helfen? Die gute Nachricht: Es gibt sie! Die DBV hat die besten Mittel zur Burnout-Prävention für Sie recherchiert.  




Wenn es da ist, ist es zu spät!

Burnout bezeichnet einen chronischen psychischen und physischen Erschöpfungszustand und ist eine ernste Erkrankung, die eine lange Genesungszeit nach sich zieht. Wenn Sie sich ständig müde fühlen, sich kaum noch konzentrieren können, sich die Misserfolge im Berufsleben häufen und Sie eine immer größere Abneigung gegenüber Schülern, Eltern oder Kollegen verspüren, dann ist es höchste Zeit zu handeln. Burnout kommt nicht von heute auf morgen, meistens dauert es Jahre, bis der absolute Zusammenbruch erfolgt – und oft dauert der Weg zurück in ein normales Leben annähernd gleich lange.


Warum sind gerade Lehrer so anfällig für Burnout?

Wer mit anderen Menschen und deren Problemen, Sorgen und Ängsten beruflich zu tun hat, muss mit diesen Belastungen auch selbst psychisch fertigwerden. Wie bei allen Erziehungs-, Pflege- und Sozialberufen, stellen Lehrer an sich selbst hohe ethische und qualitative Ansprüche, denen Sie versuchen gerecht zu werden – das erzeugt Druck. Dieser Druck wird von Schülern, Eltern, der Schulleitung und von gesellschaftlicher Seite her noch weiter verstärkt. Dazu kommt die zeitliche Belastung – der Schultag hört für Lehrer nicht mit der letzten Unterrichtsstunde auf. Lehrer identifizieren sich häufig so stark mit dem Beruf, dass Sie auch außerhalb der Schule noch versuchen, ihr pädagogisches Fachwissen einzusetzen und weitere Aufgaben – zum Beispiel in Verbänden und Organisationen – zu übernehmen. Kurz gesagt: schwierige Schüler, zu hohe Klassenstärken, administrative Pflichten und zu wenig Privatleben – all dies führt zu chronischer Überlastung.


Was können Lehrer zur Prävention gegen Burnout unternehmen?

Ideal zur Entschleunigung wäre der Mix aus einer Änderung der Einstellung gegenüber der Schule und den Schülern, besserem Zeitmanagement und Änderungen im sozialen Umfeld. Wichtig ist, sich ein wenig von den Problemen im Unterricht zu distanzieren und sie nicht mit ins Privatleben zu nehmen. Auch die Pflege von sozialen Kontakten mit Freunden, Familie und Bekannten, trägt dazu bei, sich nicht rund um die Uhr mit Lehrerthemen zu beschäftigen und bei gemeinsamen Unternehmungen ein wenig abschalten zu können. Ganz oben steht ebenso das Aufbauen von mehr Selbstvertrauen, um auch mal „Nein“ sagen zu können und damit sich selbst und die eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen.

Hilfreich ist auch Sport und Bewegung – idealerweise in der freien Natur. Dadurch bekommt man den Kopf frei und die körperliche Betätigung wirkt sich positiv auf Körper und Geist aus. Autogenes Training oder Yoga sind gute Mittel, um die Belastbarkeit zu stärken und die seelische Stabilität zu verbessern. Legen Sie verbindliche Ruhephasen fest – zum Beispiel einen Nachmittag in der Woche nichts für die Schule zu tun oder jeden Tag nach 18.00 Uhr. Bleiben Sie zu Hause wenn Sie krank sind und schleppen Sie sich nicht um jeden Preis in die Schule. Binden Sie Ihre Schüler mehr in die Gestaltung des Unterrichts ein – das Klima in der Klasse wird dadurch aufgelockerter und Sie entspannter.

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Als Spezialversicherer für Beamte und den Öffentlichen Dienst lohnt es sich, unsere Tarife und Leistungen zu vergleichen. Im Vordergrund steht bei der DBV ein speziell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmtes Paket aus Produkten, Services, Beratung und Betreuung.

Die Produktpalette reicht hierbei von der Unfallversicherung, Krankenversicherung, Dienst-/Berufsunfähigkeitsversicherung, Hausrat oder Wohngebäudeversicherung, Privathaftpflicht inkl. Dienst- und Vermögensschadenhaftpflicht, Rechtsschutz, Existenzsicherung oder Rentenvorsorge bis hin zur perfekten Fahrzeugversicherung. Weitere Informationen über die Produkte und Leistungen finden Sie hier.

Auf jeden Fall ist es ratsam, auf den Krankheits- und Pflegefall gut vorbereitet zu sein und sich mit einer Krankenversicherung für Beamte abzusichern. Weitere Informationen über die Krankenversicherungen der DBV finden Sie hier.


Bereits im Studium ausgebrannt?

Schafft man – aus welchen Gründen auch immer – das Arbeitspensum im Studium nicht, kann das zu Depressionen führen und sogar im Burnout enden. Erkennt der Student erste Symptome eines nahenden Burnouts ist es höchste Zeit, sich über einen Wechsel des Studiums Gedanken zu machen – das belegt auch eine Studie des Prof. Udo Rauin von der Goethe-Universität Frankfurt, die besagt, dass 60% derer, die später an Burnout erkranken, bereits im Studium glauben, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein.

Ausführliche Beratungsgespräche zu Studienbeginn sollten den Studenten konkrete Einblicke in die tatsächlichen Anforderungen des Lehrerberufs vermitteln. Die Integration von frühen Praxiserfahrungen – Unterrichtspraktika oder Lehrassistenzen – wäre auch ein Mittel, um bereits nach kurzer Studienzeit erkennen zu können, ob die Wahl des Lehrerberufs tatsächlich passt oder ob es besser wäre, das Studium zu wechseln, um nicht während oder nach des Studiums ins Burnout zu schlittern.

Hier finden Sie einen aufschlussreichen Fragebogen zum Thema „Bin ich für den Lehrerberuf überhaupt geeignet“.


Studium geschafft – der Weg in den Beruf und ins Burnout ist frei!

Der nächste Schritt ist das Referendariat. Man ist kein Student mehr – aber auch noch kein vollwertiger Lehrer. Eine knifflige Situation – von Kollegen und Schülern ernst genommen zu werden, ist nicht so einfach. Wie geht man damit am besten um? Wird man nicht ernst genommen, ist das eine sehr belastende Situation. Hat man ganz zu Beginn noch einen Betreuer zur Seite – der durch seine Anwesenheit natürlich auch dazu beiträgt, dass die Schüler im Referendar keinen vollwertigen Lehrer sehen – steht man im zweiten Referendars-Jahr völlig alleine da und muss sich vor der Klasse behaupten.

Beide Situationen lösen Stress aus. Neben den üblichen Burnout-Präventionstipps kann es als Referendar hilfreich sein, sich unter der Kollegenschaft eine Art „Mentor“ – eine enge Bezugsperson im Lehrerzimmer – zu suchen. Dies sollte ein erfahrener Pädagoge sein, der dem Lehrerberuf mit Entspanntheit begegnet. Der Referendar profitiert nicht nur von der Ruhe, die ihm vermittelt wird, sondern auch vom Erfahrungsschatz und von langjährigem Insiderwissen. Auch der ältere Kollege fühlt sich gut dabei, denn er kann einem jungen Kollegen unter die Arme greifen – er hat vermutlich vor vielen Jahren ähnliches erlebt.


Therapiemöglichkeiten: Wenn keine Prävention mehr hilft

Treten die Burnout-Symptome bereits massiv auf, ist es zu spät für präventive Maßnahmen – es wird Zeit für Behandlung und Therapie. Wichtig ist das frühe Erkennen der Krankheit, denn in einem frühen Stadium kann eine ausgedehnte Erholungsphase, zum Beispiel ein mehrwöchiger Klinikaufenthalt, helfen. Sind aber bereits starke psychische und physische Beeinträchtigungen vorhanden, ist neben einer stationären Behandlung auch langfristige professionelle psychologische Beratung und Therapie notwendig.


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