Geküsst und gekündigt!

Kann Liebe am Arbeitsplatz Konsequenzen haben?


Jeder zehnte Deutsche lernt seinen Partner bei der Arbeit kennen. Eine Beziehung ist erlaubt, aber oft nicht gern gesehen. Und sie kann riskant werden. Denn ganz so privat wie in der Freizeit sollte man dann doch nicht miteinander umgehen. Und was passiert, wenn der Chef etwas gegen Beziehungen unter Kollegen hat? Oder sogar der eigene Chef die zweite Person in der Beziehung ist?

Im ersten Teil dieser Serie ging es um harmlose Flirts, sich entwickelnde Beziehungen und um Liebe im Büro im Allgemeinen. In diesem Teil geht es ein wenig ernster zur Sache – Wenn aus einer Liebelei im Büro eine untragbare Situation für das Paar, andere Mitarbeiter, den Chef oder Vorgesetzten wird…

Hier ein Kuss, da eine Berührung – das kann doch keine Problemen bringen, oder?

So einfach ist das leider nicht. Am ständigen Flirten kann sich nicht nur der Chef oder der Vorgesetzte stoßen – auch Kollegen könnten sich dadurch belästigt fühlen oder neidisch werden. Aus Tuscheln kann ganz schnell Mobbing werden und die Stimmung dem Paar gegenüber ist am Boden. Was der Chef dazu sagt, ist natürlich nicht in allen Unternehmen gleich. Manche stört es nicht, wenn Kollegen mehr, als nur das Büro teilen – andere sehen das überhaupt nicht gerne. Und wenn es dem Chef zu viel an „Liebelei“ im Büro wird, kann er sehr wohl etwas dagegen unternehmen.

Verletzen nämlich Arbeitnehmer – in diesem Fall durch lange Unterhaltungen oder permanenten Turteleien – ihre arbeitsrechtlichen Pflichten, weil sie nicht bei der Sache sind und die Arbeitsleistung darunter leidet, kann eine Abmahnung ausgesprochen werden. Auch dürfen keine privaten E-Mails an den Partner über den Firmencomputer geschrieben werden. Das ist eine private Tätigkeit, die während der Arbeitszeit nicht erlaubt ist und zur Abmahnung führen kann.


Kann der Chef Beziehungen am Arbeitsplatz generell verbieten?

Grundsätzlich ist das Liebesleben Privatsache – auch wenn die Beziehung im Büro begonnen hat. Klauseln im Arbeitsvertrag, wie zum Beispiel „Beziehungen unter Kollegen am Arbeitsplatz sind verboten“, sind in Deutschland nicht zulässig. Solche Beschränkungen würden gegen das Allgemeine Persönlichkeitsrecht verstoßen. In den USA setzte ein großes Handelsunternehmen eine Ethikrichtlinie auf, in der unter anderem festgesetzt war, dass es Mitarbeitern verboten sei, mit Kollegen zum Abendessen auszugehen oder eine Liebesbeziehung zu beginnen, wenn einer der Beteiligten Einfluss auf den Arbeitsplatz des anderen hat.

Diese Regelungen wollte das Unternehmen auch bei den Mitarbeitern in Deutschland anwenden – das wurde aber vom Bundesarbeitsgericht als nicht zulässig befunden, da es gegen ein Grundrecht verstößt. Kurz gesagt: Der Vorgesetzte kann Beziehungen am Arbeitsplatz nicht grundsätzlich verbieten – stößt es sich jedoch daran, findet die Führungsebene mit Sicherheit Mittel und Wege, um dies zu unterbinden. Es kommt häufig zu einer angeblichen betriebsbedingten Kündigung, zu Mobbing oder zu Bossing durch den Chef – wobei ein Zusammenhang mit der Liebe am Arbeitsplatz nur schwer zu beweisen ist.

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Wenn der Chef seine Karten ausspielt – Versetzung oder ein anderes Aufgabengebiet

Eine Maßnahme, an die manche Chefs sofort denken wenn eine Beziehung am Arbeitsplatz nicht gewünscht wird, ist die Trennung der beiden Liebenden – falls Sie in der gleichen Abteilung arbeiten. Das ist nur zum Teil zulässig, denn eine vom Arbeitgeber veranlasste Änderung des Arbeitsorts muss sich nach „billigem Ermessen“ richten. Das bedeutet, dass kleinere Änderungen – wie zum Beispiel der Wechsel in ein anderes Zimmer – im Rahmen sind. Nicht erlaubt sind jedoch gravierende Umstellungen, wie die Zuweisung einer niederen, belastenden oder schmutzigeren Arbeit, als der bisherige, genauso wenig wie der Umzug von einem Einzelbüro in ein Großraumbüro, nur um das Paar zu trennen.

Einem Wunsch von frisch Verliebten – gemeinsam in Urlaub zu fahren – darf der Chef oder Vorgesetzte nichts entgegensetzen, denn er ist verpflichtet, Urlaubswünsche zu berücksichtigen, außer es stehen dem dringende betriebliche Belange entgegen – und die sind für manche Chefs nicht allzu schwer zu finden ...

Ein besonders heißes Eisen – die Liaison mit dem Vorgesetzten oder dem Chef

Im Grunde gilt hier dasselbe wie bei Beziehungen unter Mitarbeitern. Solange die Liebe freiwillig ist und nicht aufgrund der Stellung des Vorgesetzten, Ausbilders oder Chefs herbeigeführt und ausgenutzt wird, ist auch hier nichts dagegen einzuwenden, solange die Situation sich nicht auf die Arbeitsleistung auswirkt. Die IG Metall rät in solchen Fällen, den nächsthöheren Vorgesetzten und die anderen Mitarbeiter über die Beziehung zu informieren – dazu kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter sogar verpflichten.

In manchen Fällen können derartige Beziehungen den Betriebsfrieden stören oder gefährden, da es zu Interessenskonflikten oder Verletzungen von Geheimhaltungspflichten kommen kann, die im schlimmsten Fall sogar eine Kündigung zur Folge haben. Besondere Vorsicht ist bei Beziehungen zwischen Azubis und Ausbildern geboten – vor allem, wenn der Auszubildende minderjährig ist. Dann macht sich der Ausbilder sogar strafbar, da es sich dabei um „sexuellen Missbrauch eines Schutzbefohlenen“ handelt, der mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann.

Auch die Beziehung mit dem Chef stellt ein bestehendes Abhängigkeitsverhältnis dar und sollte zur Wahrung des Arbeitsklimas den anderen Mitarbeitern gegenüber offen kommuniziert werden. Natürlich vermuten die Kollegen eine Bevorzugung des Partners, aber durch den offenen und ehrlichen Umgang mit der Beziehung fällt die Missgunst meist weniger schlimm aus.


Wenn die Liebe erlischt, kann es brenzlig werden

In den meisten Beziehungen geht die Trennung nur von einer Person aus – der andere bleibt verletzt und enttäuscht zurück. Nach dem Beziehungsaus werden verschiedene Phasen und Stimmungen durchlebt – unter anderem auch Wut. Stört der Verlassene bewusst und ständig durch verbale Entgleisungen oder sogar Handgreiflichkeiten gegenüber dem Ex-Partner das Betriebsklima, kann das bei schweren Vergehen ohne vorherige Abmahnung die fristlose Kündigung zur Folge haben.

Es muss nicht immer gleich ein Jobwechsel sein – Tipps für das Beziehungsende

Wegen einer verflossenen Beziehung den Job zu wechseln, sollte nur die letztmögliche Konsequenz darstellen – schließlich hat man hart an der Karriere im Unternehmen gearbeitet. Es gilt somit einen Weg zu finden, um mit der Situation klar zu kommen, weiterhin produktiv im Betrieb zu arbeiten und auch dem Ex-Partner begegnen zu können. Ein paar Tipps können hierbei helfen:

Abstand gewinnen: Meistens ist es für beide das Beste, wenn man sich gerade in der ersten Zeit nach der Trennung aus dem Weg geht. Ein paar Tage Urlaub sind mit Sicherheit eine gute Idee – sollte keine Auszeit möglich sein, ist es hilfreich, die Mittagspause mit anderen Kollegen an Orten, an denen man mit dem Ex-Partner nicht war, zu verbringen. Hilft das alles nichts und ist der Schmerz zu groß, wenn man den anderen sieht, sollte über eine Versetzung im Unternehmen nachgedacht werden.

Den Kollegen gegenüber offen mit der Situation umgehen: Irgendwann dringt die Trennung zu allen Kollegen durch und es kommen die wildesten Gerüchte auf. Daher ist es besser, offen und ehrlich zu kommunizieren, dass es eine Trennung gab.

Privates sollte privat bleiben: Keine Streitigkeiten am Arbeitsplatz austragen – das schadet nur dem eigenen Image. Kollegen sollten keinesfalls in den Konflikt mit einbezogen werden. Der Versuch, andere auf seine Seite zu ziehen, bedeutet auch Stress für Kollegen.

Regeln festlegen: Sofern noch eine gewisse Gesprächsbasis vorhanden ist, helfen Regeln für den Umgang im Büro, um die ganze Sache nicht noch schlimmer zu machen.

Keine Racheaktionen und Eifersucht: Eine Affäre oder ähnliches mit einem anderen Kollegen anzufangen, um es dem Ex-Partner heimzuzahlen hilft niemanden. Resultiert daraus ein Eifersuchtsdrama, ist die Stimmung im Büro unwiederbringlich zerstört.

Liebe lässt sich kaum steuern oder vermeiden – auch nicht am Arbeitsplatz. Wir hoffen, Sie wissen jetzt zumindest Bescheid, wie Sie sich während der Partnerschaft und nach einem Beziehungsende verhalten sollten und welche Konsequenzen Sie im Fall des Falles zu erwarten haben.

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