Franz-Josef Risthaus über seinen Kampf gegen Prostatakrebs

Prostatakrebs

“Ich brauchte sie – und sie waren da!“

Versicherungsmakler Franz-Josef Risthaus, 69, über seinen Kampf gegen den Prostatakrebs, die alarmierende Erst-Diagnose, die langwierige Behandlung – und über die Unterstützung durch den gesundheitsservice360°.

Herr Risthaus, erinnern Sie sich noch an den Tag, als bei Ihnen Prostatakrebs diagnostiziert wurde?

So, als wäre es erst gestern passiert. Bei einer Routine-Vorsorge im Mai 2019 wurde ein stark erhöhter PSA-Wert von 6,25 gemessen. Die Kontrolluntersuchung in der Klinik ergab dann, dass sich der Krebs schon über die Kapsel der Prostata hinaus ausgebreitet hatte. Zum Glück hatte er noch nicht die benachbarten Lymphknoten befallen. Trotzdem war meine Situation sehr heikel. Die zusätzlich durchgeführten Gewebeproben in einer Spezialklinik zeigten hoch aggressive und bösartige Zellmuster mit einem „Gleason Score 5+4“. Ich wusste: Jetzt muss sofort etwas passieren!

Für welche Behandlung haben Sie sich entschieden? Bestrahlung, Chemotherapie, Operation?

Der behandelnde Professor der Klinik riet mir, die Prostata operativ entfernen zu lassen. Dieses Krankenhaus ist auf Operationen mit der neuesten Roboter-Technik spezialisiert und führt jedes Jahr rund 1800 dieser Prostata-Entfernungen durch. Ich hatte das recherchiert und ließ mich überzeugen, den Eingriff am 15. Juli 2019 dort durchführen zu lassen…

… und dann begannen die Komplikationen…

… das wäre noch untertrieben: Direkt vor der OP stellte der Professor fest, dass meine Blase mit dem Dickdarm verwachsen war. Er wollte die Organe per Roboter-Technik trennen. Dabei wurde der Dickdarm verletzt und eine Not-Operation war erforderlich. Während man auf den Not-Operateur wartete, wurden mir zwar zehn gesunde Lymphknoten entfernt – aber nicht die Prostata. Das alles dauerte inklusive Not-OP siebeneinhalb Stunden statt der ursprünglich geplanten zweieinhalb Stunden einer Prostata-Entfernung.  

Wie ging es Ihnen nach dieser Tortur, was haben Sie unternommen?

Erst einmal gar nichts. Es hat gut drei Wochen gedauert, bis ich wieder so stabil war, dass ich die Klinik verlassen konnte. Aber gleich darauf habe ich mich an AXA gewandt – an das Case Management Onkologie des gesundheitsservice360° - ich bin dort seit 1979 krankenversichert. Frau Alicja Sausen von der Patientenbegleitung hat sich sofort mit größtem Engagement für mich eingesetzt. Sie nahm Kontakt zu einer Hamburger Spezialklinik auf, um eine Zweitmeinung einzuholen. Und daraufhin hat mich der leitende Professor dieser Klinik tatsächlich persönlich angerufen! Frau Sausen hatte für mich sozusagen den roten Teppich ausgerollt.

Und was sagte dieser Arzt zu Ihrer Erkrankung?

Der Hamburger Professor ging sehr gründlich vor. Zuerst bat er mich um meine Krankenakte, dann studierte er sie sorgfältig, besprach mit mir alle medizinischen Möglichkeiten und empfahl mir mit viel Einfühlungsvermögen keine Operation, sondern eine Kombination aus Bestrahlung und Anti-Hormontherapie.

Wie haben Sie die Gespräche mit dem Arzt und die Arbeit des gesundheitsservice360° von AXA in dieser Notsituation empfunden?

Ich fühlte mich außerordentlich gut betreut. Und zwar von allen Beteiligten. Nicht nur wegen der Menschlichkeit und der Fachkompetenz des Professors. Sondern auch aufgrund des enormen persönlichen Einsatzes der Gesundheitsbegleiter im AXA-Team. Diese waren jederzeit für mich ansprechbar. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass AXA die Kosten für eine PET/CT-Untersuchung übernimmt, damit die Ärzte exakt bestimmen können, wo die Krebstumore sind, um sie möglichst zielgenau zu bestrahlen.

Wie lange dauerte Ihre Bestrahlungs-Therapie?

Ich bekam diese hochenergetische elektrische Bestrahlung bis Ende 2019. An 44 Werktagen hintereinander, jeweils fünf Minuten lang. Nur an den Wochenenden war Pause.

Und die Nebenwirkungen?

Die gab es natürlich. Bei mir waren es aber erfreulicherweise recht wenige. Doch viel wichtiger war für mich das Ergebnis: Die Bestrahlung hatte die Krebszellen vernichtet und offensichtlich dafür gesorgt, dass sich keine neuen bilden. Damit das auch so bleibt, bekam ich alle drei Monate hochdosierte Hormonspritzen: Diese Anti-Hormone senken den Testosteronspiegel und sollen so verhindern, dass der Krebs neue Nahrung bekommt. Auch hier hatte ich wieder Nebenwirkungen.

Brauchen Sie die Hormon-Spritzen immer noch?

Nein, damit war am 15. Dezember 2020 endlich Schluss – deshalb erinnere ich mich auch so genau an das Datum. Seitdem wird mein körperlicher Zustand weiterhin sehr engmaschig kontrolliert. Das ist mir auch extrem wichtig.

Wie leben Sie jetzt mit dem – hoffentlich überwundenen – Prostatakrebs?

Ich fühle mich, als sitze ich auf einem Pulverfass. Ich bin realistisch, ich weiß, dass jederzeit wieder etwas kommen kann. Aber ich tue alles in meiner Kraft stehende dafür, dass das nicht passiert. Ich bin jetzt 69, arbeite weiterhin sehr gern als selbständiger Versicherungsmakler. Derzeit aber nur noch an drei statt fünf Tagen die Woche. Doch meine Arbeit hilft mir dabei, auf andere Gedanken zu kommen.

Wie würden Sie Ihre aktuelle Lebenseinstellung beschreiben?

Positiv und optimistisch: Ich bin seit vier Jahren wieder verheiratet und möchte mit meiner Frau noch viele schöne gemeinsame Jahre verbringen. Wir machen gemeinsam Sport, fahren Fahrrad. Ich spiele sogar wieder Tennis. Auch wenn ich durch den Krebs viel von meiner körperlichen Leistungsfähigkeit verloren habe: Ich bringe immer noch ein ordentliches Doppel auf den Platz!

Wie wichtig war Ihre Frau für Sie beim Kampf gegen den Krebs?

Enorm wichtig. Sie hat sich einfach grandios verhalten. Sie war jeden Tag im Krankenhaus und sie begleitet mich bis heute zu allen Untersuchungen. Ich kann mit ihr über alles reden. Außerdem machen wir alle zwei Tage gemeinsam Frühsport mit Youtube-Videos. Das schlaucht ganz schön, tut aber unglaublich gut.

Was würden Sie nach Ihren Erfahrungen anderen zum Thema Prostata-Vorsorge raten?

Lasst Euch regelmäßig untersuchen! Und lasst Eure PSA-Werte kontrollieren. Wenn Ihr privat versichert seid und das Unternehmen diese Kosten übernimmt – umso besser! AXA hat mir all das gezahlt und noch viel mehr für mich getan: Wenn es wegen der hohen Behandlungskosten bei mir finanziell mal wieder etwas eng wurde, hat sich Frau Sausen von der Patientenbegleitung dafür eingesetzt, dass meine Rechnungen möglichst rasch bezahlt wurden, damit ich wieder Geld auf dem Konto hatte. Mein Urteil über AXA steht fest: Ich brauchte sie – und sie waren da!

Interessante Fakten zu Prostatakrebs

  • Jedes Jahr erkranken etwa 60.000 Männer an einem Prostata-Karzinom
  • Das Risiko steigt mit dem Lebensalter (Diagnose mit durchschnittlich 72 Jahren)
  • Früherkennung: Tastuntersuchung (Prostata, Darm), PSA-Test
  • Symptome: Im frühen und fortgeschrittenen Stadium sind Beschwerden sehr selten
  • Diagnose: Lokal begrenzt (nur in der Prostata), lokal fortgeschritten (Kapsel der Prostata durchbrochen), metastasiert (Krebsgewebe in Lymphknoten, Metastasen in anderen Organen)
  • Therapie-Formen: Abhängig von der Schwere der Diagnose – Beobachtung, Bestrahlung, Anti-Hormontherapie, Operation (Entfernung der Prostata, bzw. der Metasthasen).

    Quelle: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/index.php