Der perfekte Businessplan

Manche beginnen schon während ihres Studiums, andere warten zumindest ihre Ausbildung ab oder so lange, bis sie auf ein stabiles berufliches Netzwerk zählen können: Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit ist man endlich sein eigener Chef. Trotzdem ist besondere Vorsicht angebracht: Als Gründer oder Freiberufler bewegt man sich außerhalb der meisten sozialen Sicherungssysteme. Ein Absturz tut also besonders weh. Damit es nicht soweit kommt, solltest du zuvor einen detaillierten Businessplan aufstellen.




Planungssicherheit – für dich und deinen Investor

Der Businessplan ist spätestens dann unverzichtbar, wenn du von einer Bank Startkapital, also einen Kredit, öffentliche Fördermittel oder Risikokapital von Business-Angels einsammeln willst. Ohne solide Analyse deines Geschäftsmodells wirst du auf verschlossene Türen stoßen. Doch auch wenn du beispielweise als Grafiker, Programmierer oder Texter nur einen Computer und einen hellen Kopf brauchst und sonst keine weiteren Investitionen vornehmen musst, ist es sinnvoll, sein Vorhaben schriftlich zu skizzieren. Was sind also deine Ziele? Wie willst du vorgehen? Was sind deine realistischen Umsatz- und Gewinnerwartungen? Und wie willst du die Zeit überbrücken, bis dein Geschäft so viel abwirft, dass es zum Leben reicht?


Blick über den Tellerrand und in die Zukunft

Das Herzstück des Businessplans ist eine kurze Zusammenfassung deiner Idee, die so genannte Executive Summary. Sie soll nüchtern, knapp und auf den Punkt beschreiben, worum es in deinem Business gehen soll. Du kannst sie entweder ganz an den Anfang oder an den Schluss stellen – auf jeden Fall an eine exponierte Stelle. Richtig viel Arbeit macht anschließend die Marktanalyse. Aus ihr kannst du viel lernen: Was ist der konkrete Nutzen deines Produktes oder Dienstleistung? Gibt es dafür eine Nachfrage? Gibt es vergleichbare Angebote oder stößt du in eine neue Marktnische vor? Wie stehen die Zukunftschancen und welche technologischen oder gesellschaftlichen Entwicklungen sorgen dafür, dass die Zeit genau jetzt reif ist für dein Business? Manche Ideen verschwinden an diesem Punkt im Nirwana der nie gemachten Erfindungen. Für die, die übrigbleiben, liefert die Marktanalyse schon erste Anhaltspunkte über die Zielgruppe, Preise, mögliche Kooperationspartner oder Vermarktungsstrategien.


Daten, Zahlen, Fakten

Wichtig ist, dass du dein Angebot so genau wie möglich beschreibst und sein Alleinstellungsmerkmal hervorhebst. Was also kannst du leisten, was sonst niemand kann? Solltest du ein Produkt herstellen wollen, egal, ob eine neue App oder ein Maschinenbauteil, beschreibst du den Status-quo der Entwicklung, ob bereits ein Prototyp existiert und ob du ein Patent angemeldet hast.
Ob als Wissensarbeiter im Home-Office oder in einer ganzen Etage in einen coolen Büro-Tower: Erkläre die Struktur deines künftigen Unternehmens, die Abteilungen, die Mitarbeiteranzahl, welche Qualifikationen deine Mitstreiter haben müssen, welcher kontinuierlicher Weiterbildungsbedarf besteht und die Rechtsform deiner Firma.



Geld kommt, Geld geht – aber bleibt auch was hängen?

Mit diesen Informationen kannst du nun einen Liquiditätsplan und einen Finanzplan aufstellen. Wie also willst du Miete, Material und Mitarbeiter bezahlen, solange du noch auf deinen ersten Kunden wartest? Wann soll die Firma die Gewinnzone erreichen und wann genau rechnest du mit Einnahmen in welcher Höhe? Bleibe bei deiner Einnahmen-Ausgaben-Rechnung so realistisch und kritisch wie möglich. Denn es kann nicht nur darum gehen, Beteiligungskapital zu gewinnen, sondern ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen, das deine Existenz sichert. Wer seinen Businessplan prüfen lassen möchte, wendet sich an die Industrie- und Handelskammer oder an eine auf Gründungen spezialisierte Unternehmensberatung.

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