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I FEEL GOOD – AUCH BEI DER ARBEIT.

Wie sieht der perfekte Arbeitsplatz aus?

„Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps”. Dieses uralte Sprichwort ist nun wirklich Schnee von gestern, geht es doch immer mehr um die Frage, wie man den Arbeitsplatz so gestalten kann, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen. Denn glückliche Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter. So weit, so einfach. Jedoch stehen Visionen und Chancen ernsten Problemen und Hürden gegenüber.

Von Kickern und Kapuzenpullis.

Schließt einfach mal eure Augen und stellt euch den für euch perfekten Arbeitsplatz vor. Wie sieht der aus? Sofalandschaft statt Schreibtisch? Bier statt Kaffee? Und dazu eher Sneaker als Lackschuhe? Eins ist klar: es geht immer um das gute Gefühl bei der Arbeit. Und das bekommt man, wenn man genau so sein kann, wie man ist, ohne sich zu verstellen oder zu verkleiden. Viele Startup-Unternehmen – zum Beispiel in der Startup-Hochburg Berlin – setzen genau auf diesen Wohlfühlfaktor.

Arbeit soll in erster Linie Spaß machen. Dann sind die manchmal unumgänglichen Überstunden gar nicht mehr so wild, da alle an einem Strang ziehen, um dieses neue und hippe Produkt auf den Markt zu bringen. Alle haben ein gemeinsames Ziel, das sie gemeinsam erreichen wollen. Beste Freunde eben, ein wenig wie in einer WG. Klingt doch klasse, oder? In Startups hat man das Gefühl, wirklich dabei, statt nur ein Angestellter zu sein. Man hat Mitspracherecht, die Möglichkeit Dinge selbst zu gestalten und feiert dabei eine große Party mit den besten Freunden im Büro.

Viele Unternehmen haben so schnell Erfolg und wachsen rasant. Doch mit dem Wachstum kommen oft die Probleme. Mehr Arbeit bedeutet mehr Mitarbeiter und wie man es von ausufernden Partys kennt, wird es immer schwieriger, eine große Menschenmenge unter Kontrolle zu halten. 

Je mehr Leute dann mitsprechen wollen, desto komplizierter wird es, alles unter einen Hut zu bringen. Aus Wohlfühlatmosphäre wird schnell Stress und Ellbogen-Mentalität. Probleme, die nicht wenige Startups zur Aufgabe gezwungen haben.

Alles nur Illusion oder schöne Utopie?

Wie gelingt es also, das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass glückliche Mitarbeiter tolle Arbeit verrichten können? Clevere Menschen sind im Sommer 2011 auf die Idee einer völlig neuen Berufsgruppe gekommen: dem Feelgood Manager. Und diese Idee kam nicht aus dem Silicon Valley, sondern direkt hier aus Deutschland. Was macht also so ein Feelgood Manager? Genauer gesagt eine Feelgood Managerin, denn dieser spezielle Beruf ist fest in weiblicher Hand. Eine von ihnen ist Gabriele Fendl, die weltweit erste Certified Feelgood Managerin. 

Sie erklärt ihren Job so: “Ein Feelgood Manager ist jemand, der die Kommunikations- und Unternehmenskultur prägt und fördert, sich für Unternehmenswerte einsetzt, Rahmenbedingungen für Feelgood-Kultur im Unternehmen etabliert“.

Zu den Tätigkeiten zählt also weit mehr als die Organisation von gemeinsamen Grillabenden, die terminliche Koordination von Rückenmassagen oder das Übernehmen lästiger Behördengänge. Eine gute Feelgood Managerin kann, wenn sie ihren Job gut macht, richtig etwas bewegen und ein wichtiger Baustein für den Erfolg eines Unternehmens sein.

Chancen und Risiken.

Wir wissen nun, dass es durchaus möglich ist, aus dem Job eine Party zu machen. Zumindest solange, wie alle mitziehen und es sich gut koordinieren lässt. Ein Kicker und jede Menge Bier reichen aber nicht. Es muss eine ganz eigene Unternehmenskultur aufgebaut und täglich gelebt werden – von allen. Eine Feelgood Managerin hilft da weiter. Doch selbst die schafft es nur schwer, alle Fäden in der Hand zu halten, wenn der Erfolg eines Unternehmens plötzlich neue Probleme aufwirft. Zu viele Köche haben schon so manchen Brei verdorben, um mit einem weiteren, alten aber nicht weniger wahren Sprichwort zu schließen. 

Man muss sein Unternehmen, die Mitarbeiter und sich selbst beobachten und ständig hinterfragen, auch wenn man eventuell zum Schluß kommt, dass man sich verändern und etwas komplett anderes machen muss. Die Möglichkeiten nochmal komplett von vorne zu beginnen, sind da. Stop and start again – solange man sich gut fühlt.

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