Arbeitszeit: Wie lange ist normal?

Wie sieht es in Europa aus?

Das Thema Arbeitszeit ist heikel und sollte keinesfalls im ersten Bewerbungsgespräch angesprochen werden. Der potenzielle Arbeitgeber könnte so nur einen schlechten Eindruck gewinnen, es gehe einem mehr um die Freizeit als um den Job! Dennoch ist es wichtig, das anzusprechen und auch hier gut zu verhandeln. In der Regel wird die Arbeitszeit – zusammen mit dem Gehalt – erst in der zweiten Gesprächsrunde zur Sprache gebracht. Hier eine Übersicht, damit du gut gerüstet bist.




Arbeitszeit nach Branchen in Deutschland

Als ersten Orientierungspunkt, was man beim Thema Arbeitszeit zu erwarten hat, gibt es einige hilfreiche Datenbanken im Internet. So führt das WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung die tarifliche Wochen- und Jahresarbeitszeit nach Branchen gelistet auf.

Die geringste Wochenarbeitszeit gibt es demnach bei der Deutschen Telekom AG mit 34 Stunden, gefolgt von der Eisen-, Stahl-, Metall-, Holz-, Kunststoff-, Papier- sowie der Druckindustrie (jeweils 35 Stunden). Das Bauhauptgewerbe und die Landwirtschaft sehen mit 40 Stunden die längsten Arbeitszeiten vor (hier geht es zur WSI-Tariftabelle). Weitere detaillierte Informationen zur durchschnittlichen Arbeitszeit nach Branchen und Berufen bietet auch das Statistische Bundesamt


Wie lange arbeitet man im europäischen Umland?

Aktuelle Zahlen zur Arbeitszeit im europäischen Vergleich unterscheiden die tatsächliche Arbeitszeit, die tarifliche Sollarbeitszeit, die Arbeitszeit für Selbstständige, die gesamte Lebensarbeitszeit sowie die Zahl der Urlaubs- und Feiertage.

Tatsächliche Arbeitszeit der Angestellten pro Jahr: Mit 2.095 Stunden pro Jahr arbeitete man unterm Strich in Rumänien am längsten, gefolgt von Ungarn (2.021), Griechenland (1.971), Deutschland (1.904), Großbritannien (1.856), Italien (1.813), Spanien (1.798) und Frankreich (1.679). Am meisten Freizeit genießt man mit 1.670 Stunden in Finnland.

Tarifliche Sollarbeitszeit (ohne Überstunden): Polen und Ungarn fordern mit 1.856 und 1.848 Stunden am meisten, am wenigsten sehen Frankreich (1.602) und Dänemark (1.628) vor. Deutschland rangiert mit 1.659 Stunden auf dem drittletzten Platz.

Arbeitszeit der Selbständigen: Die fleißigsten Selbstständigen findet man in Österreich (2.551 Stunden pro Jahr), Deutschland (2.459) und Frankreich (2.453).

Urlaubs- und Feiertage: Wer arbeitet muss auch einmal frei haben – das gilt mit im Schnitt jeweils 40 freien Tagen in 2010 vor allem für Dänemark und Deutschland (je 30 Urlaubs- und 10 Feiertage). Auf Platz drei kommen Italien (28 und 9) und Malta (24 und 13), gefolgt von Tschechien (25 und 11), Österreich (25 und 11) und Spanien (22 und 14). Schlusslichter sind Rumänien (21 und 6) und Polen (20 und 8).

Die Lebensarbeitszeit liegt im EU-Schnitt bei 34,5 Jahren. Die ansonsten fleißigen Ungarn begnügen sich dabei mit 29,3 Jahren, während die Schweden mit 40,1 Jahren am längsten Arbeiten. In Deutschland sind es im Schnitt (noch) 36,8 Jahre.


Tipp: Arbeitszeit und Arbeitsrecht

Da wir insgesamt viel Zeit in unserem Beruf zubringen, solltest du dir unbedingt ein Betätigungsfeld aussuchen, das dir auch wirklich liegt! Und denke daran, den Punkt Arbeitszeit nicht über die Gehaltsverhandlung zu vergessen, denn hier liegt viel Potenzial für Lebensqualität und Work-Life-Balance.

Sollte es dennoch zu Problemen oder Fragen kommen, hat beispielsweise die auf Arbeitsrecht spezialisierte Kanzlei Hensche Rechtsanwälte in ihrem Internetauftritt die wichtigsten Punkte zu dem Thema Arbeitszeit und Arbeitszeitrecht übersichtlich zusammengetragen, z.B. welche Grenzen für die tägliche Arbeitszeit gelten, wann davon abgewichen werden darf und welche Sonderregelungen es gibt.

AXA startklar! wünscht dir viel Erfolg bei deiner Vertragsverhandlung!

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