Coach, Trainer, Mediator – Chancen und Einstieg

Wer in einem festen Arbeitsverhältnis ist, träumt oftmals von den Freiheiten eines Selbstständigen – und wer selbstständig ist oftmals von der Sicherheit einer festen Anstellung. Denn die Selbstständigkeit ist gerade am Anfang nicht der leichteste Weg, um schnell in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Wer aber seine eigenen Ideen realisieren will, seine eigenen Vorstellungen durchsetzen möchte und am liebsten sein eigener Herr ist, der sollte das Wagnis durchaus angehen – aber immer gut vorbereitet, sorgfältig geplant und langfristig durchdacht! Heute zeigt dir AXA startklar!, was es bei den Berufen Coach, Trainer und Mediator alles zu beachten gilt.




Definition Coach und Trainer:

Der Begriff Coach leitet sich von „to coach“ ab und bedeutet betreuen/trainieren. Damit wird eine Vielzahl von Trainings- und Beratungskonzepten bezeichnet, die der Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele und der dazu notwendigen Kompetenzen dienen. Ein Coach ist dabei immer auch zugleich ein Partner bei der Bewältigung unternehmerischer Herausforderungen und Probleme.

Die Grenzen zwischen Coaching, Beratung und Training sind dabei fließend, da die Bezeichnungen nicht geschützt sind und es keine staatlich anerkannte Ausbildung und auch keine festgelegten Qualitätsstandards für die Coaching-Tätigkeit gibt. Das heißt aber auch, dass die Qualität in diesem Segment von Scharlatanerie bis hin zu qualitativ hochwertigen Angeboten reicht – umso größere Sorgfalt musst du bei deinem Einstieg in diesen Bereich an den Tag legen! Denn sonst sind nicht nur deine Startchancen deutlich schlechter, meist ist auch gleich eine ordentliche Stange Geld für die Ausbildungskosten mit in den Sand gesetzt. Diese Kosten fallen an, wenn du dich bei einem der deutschlandweit rund 20 Coaching-Verbände zertifizieren lassen willst und können zwischen 300 bis 17.000 Euro betragen, die Ausbildungsdauer variiert dabei je nach Angebot zwischen einem Monat und zwei Jahren.


Aufgaben von Coaches und Trainern:

Laut einer Harvard-Studie sind die Hauptaufgaben von Coaches und Trainern:

  • Leistungssteigerung: Die Entwicklung der Kompetenzen von Fach- und Führungskräften zur Unterstützung des Wandels in Unternehmen.
  • Führungskompetenzen verbessern: Durch eine realistische Einschätzung der Fähigkeiten und Leistungen die Effektivität der Führungskräfte steigern.
  • Führungsstil: Unangemessene oder störende Verhaltensweisen identifizieren und Lösungsvorschläge sowie geeignete Trainingsmaßnahmen erarbeiten.
  • In 3 % der Fälle dient der Coach auch persönlichen Zielen wie zum Beispiel der Work-Life-Balance.

Definition und Aufgaben Mediator:

Einen Mediator kann mal als Sonderform eines Coaches oder Berater ansehen, denn erstens gibt es hier einige festgelegte Qualitätsstandards, andererseits ist auch das Thema genauer eingegrenzt sowie die Methodik wissenschaftlich valide und verifiziert. Ein Mediator ist ein unabhängiger Vermittler zur konstruktiven Beilegung eines Konflikts. Konstruktiv bedeutet, dass die tieferliegenden Ursachen eines Konflikts objektiv aufgearbeitet und ein nachhaltiger Modus Vivendi gefunden wird, damit der Konflikt auch in Zukunft nicht wieder aufbricht.
 
Dabei hilft der Mediator zunächst den Konfliktparteien in Einzelgesprächen, deren jeweilige Anliegen überhaupt erst umfassend zu ergründen sowie diese dann in einem nächsten Schritt sachlich und verständlich zu argumentieren. Das ist wichtig, denn der letztendliche Konfliktauslöser (der Trigger) und die tieferen Ursachen des Konflikts sind meist unterschiedlich. Und in der Hitze des Konflikts haben die Beteiligten zudem selten die Ruhe für eine sachdienliche Diskussion, häufig fehlt es auch an der kommunikativen Kompetenz, die eigenen Anliegen umfassend, verständlich und klar darlegen zu können – hier hilft der Mediator bei der Analyse und der anschließenden konstruktiven Kommunikation.


Die Voraussetzungen sind gleich: Keine Anfänger!

Dies zeigte sich auch in der bereits zitierten Harvard-Studie:

  • Für 65 % der beauftragenden Unternehmen sind Erfahrungen des Coaches in ähnlichen Fällen das Hauptkriterium – das ist schlecht für Berufseinsteiger
  • 61 % legen Wert auf eine fundierte Methodologie (die im Vorfeld entsprechend klar herausgearbeitet werden muss)
  • 50 % verlangen gute Referenzen als wichtigstes Auswahlkriterium
  • 29 % achten auf eine Zertifizierung
  • Und nur 13 % verlangen eine psychologische Ausbildung

Tipp

Nutze deine Ausbildung für das wichtige „Training on the Job“. Sammle hierbei nicht nur wichtige Erfahrung, sondern auch einschlägige Referenzen und vergiss den Aufbau eines eigenen beruflichen Netzwerkes nicht! Gerade für Selbstständige ist das umso wichtiger (hier findest du Tipps zum Netzwerken für Anfänger). Erfolgsversprechend ist auch, die Selbstständigkeit zunächst nebenberuflich als zweites Standbein zu planen und aufzubauen – dafür könntest du auf eine halbe Stelle oder 30 Stunden pro Woche reduzieren – und erst dann, wenn es läuft und du Fuß gefasst hast, vollständig in die Selbstständigkeit zu wechseln.


Weitere Informationen

An der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, der FernUniversität in Hagen, der Universität Heidelberg und der Universität Potsdam kannst du teilweise im Fernstudium oder nebenberuflich eine Ausbildung zum Mediator ablegen. Weitere Informationen bekommst du auch bei der Deutschen Gesellschaft für Mediation (DGM).

Im KarriereSPIEGEL findest du eine Checkliste, wie du die richtige Coaching-Ausbildung findest. Auch das Internetportal www.weiterbildung-coaching.de kann dir hier mit vielen Tipps und Informationen weiterhelfen.

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