Mit dem Chef auf Dienstreise

Worüber soll ich mich unterhalten? Wie viel Vertraulichkeit ist erlaubt? Und was erwartet man von mir? Wer das erste Mal mit seinem Chef auf Dienstreise geht, ist vor allem: unsicher. Dabei sagt schon die Einladung viel aus: dass dein Boss dir vertraut, deine Gesellschaft schätzt und denkt, dass du das Ding schon wuppen wirst. Halte dich an ein paar Spielregeln – und du wirst bei ihm wie bei Geschäftspartnern einen guten Eindruck hinterlassen:



  • Die Anreise: Wenn ihr mit dem Auto fahrt, wird wahrscheinlich dein Chef am Steuer sitzen. Als rücksichtsvoller Beifahrer verzichtest du auf Kommentare. Sollte er zu schnell fahren oder sich nicht an die Verkehrsregeln halten, ist höflicher Einspruch erlaubt. Ansonsten orientierst du dich an seinem Kommunikationsbedürfnis: Wenn er schweigend Musik hören möchte, schweigst du, wenn er plaudern möchte, plaudere mit ihm. Gleiches gilt für die Reise per Bahn oder Flugzeug. Wenn du deinen Chef und seinen Geschmack schon besser kennst, kannst du auch anbieten, gemeinsam eine DVD zu schauen, die du mitgenommen hast.
  • Das Business: Im Idealfall hast du bereits vor der Abreise geklärt, was dein Chef sich von deiner Anwesenheit verspricht. Wie und in welcher Rolle sollst du ihn bei den Terminen unterstützen? Sollst du Protokoll führen oder dich um einzelne Ansprechpartner kümmern? Wer weiß, was zu tun ist, ist fachlich vorbereitet und hat alle Arbeitsmaterialien zur Hand. Dass du dabei bist hat ein Ziel: Es soll die Dienstreise erfolgreicher machen. Kümmere dich also rechtzeitig darum, Antworten auf deine Fragen zu bekommen. Du könntest dafür deinen Chef zum Beispiel auf einen Kaffee im Betriebsrestaurant einladen, um die Geschäftsreise zu besprechen.
  • Zwischen den Terminen: Pausen sind auf einer Dienstreise keine Freizeit. Auch wenn du noch nie zuvor in Paris warst und gerne den Eiffelturm anschauen möchtest: Diese Reise ist nicht der richtige Anlass. Gehe stattdessen mit deinem Chef essen und verbessere deinen Small-Talk – das wird dir in deinem weiteren Berufsleben noch von Nutzen sein. Verpönt sind Themen, über die man leicht in Streit geraten kann, also Politik und Religion. Sport ist erlaubt, sofern sich beide dafür interessieren und auch bei unterschiedlichen Lieblingsvereinen Fairplay walten lassen. Anzüglichkeiten sind tabu. Was zwischen zwei Gabelbissen gut funktioniert: die Kochkünste des Gastgebers, die Umgebung, Anmerkungen zu Land und Leuten, solange man sich nicht abfällig äußert. Ansonsten gilt: Wer sich aufrichtig für sein Gegenüber interessiert und Anteil nimmt, wirkt sympathisch.
  • Das Abendprogramm: Schon wieder essen! Mach’ einen angenehmen Abend daraus – auch für deinen Chef. Wenn du dich tagsüber wacker geschlagen hast und nun denkst, es sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um über deine beruflichen Pläne zu sprechen, täuschst du dich. Deinen Boss jetzt mit Ansprüchen zu überrennen, wäre taktlos. Ihr habt schließlich beide einen anstrengenden Tag hinter euch. Halte dich also an die Small-Talk-Regeln und bespreche bestenfalls die Pläne für den nächsten Arbeitstag. Wer noch fit genug ist für einen Absacker an der Hotelbar, darf die Einladung seines Chefs annehmen, sollte aber nicht die Initiative ergreifen. Steige aus, bevor du den Alkohol spürst. Ein Schwips würde den guten Eindruck trüben.
Klingt machbar? Ist es auch! Wer den Business-Trip gut gemeistert hat, wird vielleicht bald wieder von seinem Chef hören: „Packen Sie Ihre Reisetasche.“ Eine echte Chance - nicht nur für Berufseinsteiger -, um einen guten Kontakt zu seinem Vorgesetzten herzustellen und sein Netzwerk außerhalb des eigenen Unternehmens zu erweitern.

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