Im Flow - Wenn sich Arbeit nicht mehr wie Arbeit anfühlt

Eigentlich wissen wir alle, wie es sich anfühlt, vollkommen im Fluss zu sein, konzentriert und fokussiert auf unsere Beschäftigung, jenseits von Terminen und unerreichbar für Ablenkungen: Kinder kennen den Zustand, wenn sie in ihr Spiel versunken sind, junge Erwachsene, wenn sie in einem Game die Welt retten (oder aufbauen) oder im Club alles um sich herum vergessen und einfach nur tanzen. Handwerker erleben  ihn, wenn sie vollständig in ihrem Werk aufgehen, Büroangestellte und Wissensarbeiter, wenn sie sich Information für Information vorwärtshangeln ohne ihre SMS oder Netzwerke zu checken, so lange, bis die Präsentation endlich steht. Plötzlich ist es spät, man war wie im Rausch, hat einfach die Zeit vergessen. Ein sonderbarer Zustand, dem Psychologen den Namen Flow gegeben haben. Manche nennen ihn einfach Glück.




Der Job muss herausfordern – aber nicht zu sehr

Nicht jede Aufgabe ist in der Lage, uns in den Flow zu versetzen. Sie muss gerade so anstrengend sein, dass sie Konzentration erfordert und wir dennoch zuverlässig zu Ergebnissen kommen. Sie darf aber nicht öde sein und uns unterfordern. Außerdem braucht sie ein klares Ziel. Ob eine vollendete Autoreparatur, ein Schriftstück oder ein Kunstwerk, ist zweitrangig. Außerdem wichtig: dass wir genug Zeit haben. Wenn wir in einer halben Stunde zum Mittagessen verabredet sind oder in eine Besprechung müssen, werden wir kaum in den Flow geraten. Stattdessen werden wir die Uhr im Auge behalten und nicht wirklich produktiv arbeiten.


Mythos Multitasking

Die moderne Arbeitswelt macht es uns nicht gerade leicht, in den Flow zu kommen. Ständig blinkt und piept etwas, Fotos müssen kommentiert und Clips geteilt werden, dazwischen fordern Mails: Lies! mich! jetzt! Das Gehirn mag so etwas gar nicht. In manche Aufgaben muss man sich als Kopfarbeiter zuvor vertiefen, so wie der Handwerker erst prüfen muss, ob er alle Werkzeuge und Materialen zur Hand hat. Das trifft vor allem auf Menschen zu, die erfinden, analysieren, schreiben, programmieren oder forschen. Jedes Mal, wenn wir aus der Konzentration gerissen werden, benötigen wir zwischen 15 und 30 Minuten, um uns wieder vollkommen auf unsere Aufgabe einzulassen. Wenn du in den Flow kommen (und bleiben) willst, triffst du deshalb besser einige Vorkehrungen:

  • Der Termin mit dir selbst: Reserviere in deinem Kalender einen festen Zeitraum. Nimm diesen Termin so ernst wie ein Gespräch mit deinem Chef: Akzeptiere keine anderen Einladungen für diese Zeit.
  • Der richtige Zeitpunkt: Gut ist der Nachmittag, wenn das letzte Meeting für den Tag überstanden ist und du keine weitere Verpflichtung mehr hast. Und keine Sorge: Open end heißt nicht Überstunden ohne Ende. Du wirst dich wundern, wie schnell du vorankommst, wenn du ungestört arbeitest.
  • Einfach mal offline: Jetzt geht es ans Eingemachte: an die Störquellen. Beende dein Mail-Programm, stelle dein Smartphone stumm und schließe die Bürotür. Wenn du es vorher mit deinem Chef und den Kollegen abgesprochen hast, kannst du vielleicht sogar deine Anrufe weiterleiten.
Vielleicht stellt sich das produktive Gefühl nicht sofort ein. Lasse dich davon nicht entmutigen. Es gibt Managementtrainer, die davon überzeugt sind, in den Flow zu kommen, könne man üben – und jedes Mal wird es ein wenig leichter.

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