Sind Industriekaufmänner Alleskönner?



Wer kann schon von sich behaupten, Einkäufer, Lagerist, Personaler und Kundenberater in einer Person zu sein und darüber hinaus noch das Marketing und die Finanzen im Griff zu haben? Industriekaufleute sollten all diese Aufgaben erfüllen.


Was sind die Aufgaben eines Industriekaufmanns?

Industriekaufleute sind am gesamten Produktions- und Verkaufsprozess einer bestimmten Ware beteiligt. Sie befassen sich mit kaufmännisch-wirtschaftlichen Aufgabenbereichen, wie zum Beispiel der Materialwirtschaft (Angebote für Rohstoffe einholen, Verhandlungen mit Lieferanten führen, Waren bestellen und prüfen etc.), Vertrieb und Marketing (Angebotskalkulation, entwickeln von Werbe- und Marketingstrategien, Kundenakquise), Personal-, Finanz- und Rechnungswesen (Personalabrechnungen, Urlaubsplanung, Zahlungsverkehr, Statistiken etc.).


In welchen Branchen kann man als Industriekaufmann arbeiten?

Ein großer Vorteil der Ausbildung zum Industriekaufmann ist die Vielfalt der Arbeitsmöglichkeiten. Diese erstreckt sich auf nahezu alle Wirtschaftsbereiche, z.B. in der Chemie-, Nahrungsmittel-, Elektro-, Fahrzeug- oder Textilindustrie. Übrigens: der Frauenanteil in der Ausbildung ist sehr hoch – 2010 befanden sich 31.824 Frauen (von deutschlandweit insgesamt 50.523 Personen) in der Ausbildung – also fast 63%*!


Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung zum Industriekaufmann dauert drei Jahre und teilt sich in zwei Teile. Erstens die Ausbildung im Betrieb – also im Büro, den Lagern, Archiven oder Produktionshallen und zweitens in der Berufsschule. Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung gibt es keine, die meisten Betriebe stellen jedoch überwiegend Bewerber mit Hochschulreife ein. Am Ende steht eine Abschlussprüfung, die aus vier Prüfungsbereichen besteht. Inhalte der schriftlichen Prüfung: Geschäftsprozesse, kaufm. Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Im Bereich „Einsatzgebiet“ besteht die Prüfung aus einer Präsentation und einem Fachgespräch.


Wie sieht es mit Verdienst und Karrierechancen aus?

Industriekaufleute verdienen sogar in der Ausbildung schon ganz gut. Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Jahr (abhängig von Branche und Bundesland) zwischen 718 und 781 Euro und steigert sich bis zum dritten Jahr auf 827 bis 898 Euro. Nach abgeschlossener Ausbildung beträgt der Durchschnittsbruttoverdienst pro Monat je nach Bundesland zwischen 1700 und 2300 Euro. Die Karriereleiter steigt man nach der Ausbildung mit Zusatzqualifikationen oder einem Studium schnell nach oben – siehe auch den Beitrag „ Was bringen dir Zusatzabschlüsse und weitere Qualifikationen im Beruf?“

Viel Erfolg bei deiner Berufswahl!

* Quelle: Statistisches Bundesamt, Bildung und Kultur, Berufliche Bildung 2010, Fachserie 11, Reihe 3, Seite 29.

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