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Love is in the air

Liebe am Arbeitsplatz

Während im Konferenzraum alle anderen angestrengt über dem Memorandum kleben, werfen sich Pia und Felix verstohlene Blicke zu. Es ist Dampf auf dem Thema und die Luft ist schlecht. Alle riechen die Arbeit, die hinter den neuesten Innovationen des Abteilungsleiters stecken. Hier freut sich gerade niemand, aber Pia und Felix ist das vollkommen egal.

Schmetterlinge im Bauch

Sie sind seit elf Tagen, sechs Stunden und vier solcher Meetings ein Paar. Frisch verliebt ist man umgeben von einer Aura der Glückseligkeit und immun gegen den Sauerstoffmangel in Konferenzräumen. Am Arbeitsplatz aber freut man sich besser nach innen, wenn man die Kollegin oder den Kollegen datet. Nein, in diesem Stadium der Beziehung ist es nicht ratsam, händchenhaltend über den Flur zu tänzeln oder sich in der Kantine endlos Nasenküsschen zu geben, während man sich selig das Dessert teilt. In diesem Stadium der Beziehung ist das Gebot der Stunde: Diskretion. Diskretion. Diskretion.

Liebe am Arbeitsplatz geht klar!

Aber besser diskret bleiben

Es ist ratsam, die Beziehung eine Zeit lang geheim zu halten. Zum einen weiß man nicht, wie sie sich entwickelt. Man hat sich schließlich am Arbeitsplatz verliebt und braucht Zeit, sich privat besser kennenzulernen. Er sieht im Anzug echt stattlich aus und besticht im Büro durch Eloquenz, lümmelt aber am Wochenende gerne in Jogginghosen rum, lässt kein Fußballspiel im Pay TV aus und flucht dabei akzentfrei in fünf Sprachen. Sie meistert ihren Job souverän, beeindruckt dabei mit kühler Effizienz und kluger Weitsicht. Er fand das vom ersten Moment an ziemlich sexy. Kaum jemand weiß, dass sie in ihrer Freizeit Skydiverin ist und vier Achttausender bestiegen hat. Mit 21 Jahren.

Die Herausforderungen für das junge Glück liegen also zunächst einmal im privaten Bereich. Verliebt hat man sich schließlich in den Kollegen und nicht den Privatmenschen. Es ist wohl ratsam, abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln, bevor man im Unternehmen seine Verbindung öffentlich macht. Dann aber steht der Liebe am Arbeitsplatz nichts mehr im Wege. Wenn man die Kollegen einweiht und einräumt, dass man sich schon eine ganze Weile privat trifft, liefert man den Beweis gleich mit, dass die Jobperformance unter der Beziehung nicht gelitten hat.

Herz vor Verstand, denn wehren ist zwecklos

Private Beziehungen unter Kollegen sind selbstverständlich erlaubt. Diese Freiheit fällt unter das in Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz garantierte Recht zur freien Entfaltung der Persönlichkeit. Der Arbeitgeber kann vom Arbeitnehmer durch die Zahlung des Arbeitslohns nämlich nur seine Arbeitskraft verlangen. Nicht jeder Chef heißt eine Beziehung unter Angestellten gut, allerdings darf er hierzulande nichts dagegen unternehmen. Doch vorsicht: Vorgesetzte können natürlich abmahnen. Und zwar in guten wie in schlechten Zeiten. Knutschen im Kopierraum ist ebenso unangemessen wie  fliegende Kugelschreiber und hysterisches Gebrüll im Zuge eines schmutzigen Rosenkrieges. Hier gilt in allen Lebenslagen und Beziehungsphasen: Diskretion und Anstand wahren!

Anders ist die Handhabung in den USA, wo laut Wall Street Journal 10 Prozent aller Firmen innerbetriebliche Beziehungen vertraglich untersagen. Interessant ist, dass die Bundeswehr offen gelebte Beziehungen zwischen Soldaten protegiert, indem sie beispielsweise im Kampfeinsatz gemeinsame Wohncontainer bereitstellt. Das gilt gleichermaßen für heterogene wie homosexuelle Verbindungen. Es spielt dabei auch keine Rolle, wenn die Partner unterschiedliche Dienstgrade haben.

Gehen wir ein paar Wochen zurück: Pia und Felix haben sich im Kreis der Mitarbeiter wochenlang beäugt, viel geredet und gescherzt. Die Chemie stimmte und es gibt nichts besseres, als beim Karrierestart jemand Gleichgesinntes an seiner Seite zu wissen. Die gemeinsamen Mittagspausen wurden ausgedehnt, man blieb abends länger im Büro als gewöhnlich und im Intranet führten beide ergiebige Fachdiskurse.

Sie haben die Contenance bewahrt, über den Job gesprochen oder das Wetter oder gemeinsame Interessen und erst spät gemerkt, dass der überwiegend professionelle Smalltalk nichts anderes war als ein wilder, ungezügelter Flirt. Die Liebe kam daher wie ein Wolf im Schafspelz. Er sprach von Fallzahlen, sie von gutem Teamgeist, er fand anerkennende Worte über den Chef, sie sah Verbesserungspotential bei der Buchführung. Löblich, aber irreführend, denn was beide wochenlang in ihrer Amtssprache zu sagen versuchten war nichts anderes als: Ich. Will. Dich.

Das ist OK und nachvollziehbar, denn wir verbringen viel Zeit bei der Arbeit. Etwa 250 Tage im Jahr. In der Regel suchen wir uns Jobs, von denen wir uns erhoffen, auf nette Menschen und ein angenehmes Arbeitsklima zu treffen. Erstaunt es da, wenn man sich am Arbeitsplatz verliebt? Wir verbringen schließlich mehr Zeit im Job als mit unseren besten Freunden. Die wahre Singlebörse ist der Arbeitsplatz. Fast jedes dritte Liebespaar lernt sich in der Firma kennen. 

Wo ein Wille ist...

...ist auch ein Weg!

Burn Out Forscher sagen, dass es nicht gut tut, wenn man seine Arbeit mit nach Hause nimmt. Pia sieht das anders, denn heute nimmt sie Felix mit nach Hause. Und der ist ihr nicht in der Bar aufgefallen, nicht von Freunden vorgestellt worden oder in einer Datingplattform aufgepoppt. Sie sind Kollegen und das ist kein Nachteil, denn, seien wir ehrlich, gibt es doch nichts Schöneres, als auf unbestimmte Zeit rund um die Uhr mit der Person zusammensein zu können, nach der man sich verzehrt. Klingt nach gemeinsamer Weltreise ohne Reisekosten. Oder Ruhestand.

Haken gibt es trotzdem, denn die gibt es ja überall im Leben. Was halten die Kollegen von der Liaison? Wie sieht das die Chefin? Gilt man als leicht zu haben? Wird man nur noch als Paar wahrgenommen? Ziehen einen die Kollegen noch ins Vertrauen, wenn sie vermuten, dass man Internas mit seinem Partner teilt? Was, wenn man zwei konkurrierenden Abteilungen angehört? Was, wenn man als Azubi die Chefin datet? Das sind Fragen, die man nicht allgemeingültig beantworten kann, denn man weiß ja nie, wo die Liebe hinfällt. Und meist ist sie stärker als professionelle Vorsätze oder ausdefinierte Betriebsstrukturen. 

Pia und Felix sitzen im Auto und haben sich erstmals seit elf Wochen für einen Moment nichts zu sagen. Es war ein langer Tag im Büro und man switcht gedanklich in den Feierabendmodus. Die beiden sind glücklich. Sie kriegen das hin und die Beziehung hat Zukunft. Das kann lange halten. Vielleicht bis zum Ruhestand und darüber hinaus.

AXA startklar! wünscht Pia und Felix (oder wie auch immer ihr heißen mögt) viel Glück!

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