Lernen von den Alten

Ein Mentor hilft dir, Kontakte zu knüpfen, Fettnäpfchen zu umgehen und die Spielregeln der Geschäftswelt zu erlernen – eine wichtige Stütze bei deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung.




Lernen von den Alten

Jedes Unternehmen hat seine eigene, geradezu organische Struktur. Wie redet man miteinander? Wo verläuft der Dienstweg? Wo lauert die unsichtbare rote Linie, die du nicht übertreten darfst, damit du es dir nicht mit Entscheidern aus Personal- und Fachabteilungen verscherzt? Was du in deinem Praktikum gelernt hast, kann in dem Unternehmen, in dem du deinen ersten festen Job antrittst, ungültig sein. Dein Mentor ist derjenige, der dich an die Hand nimmt und dich sicher um die Klippen führt.



Ein Mentor für alle Fälle

Mentoring-Programme gibt es extra zugeschnitten auf Schüler, Studenten und Wissenschaftler, Frauen und Migranten, Nachwuchsführungskräfte und Gründer – und für junge Berufsanfänger. Die Funktion des Mentors übernimmt ein erfahrener Experte, der einen zuvor festgelegten Zeitraum als Berater und Coach an deiner Seite bleibt. Große Konzerne haben in der Regel ihr eigenes Mentoring-Programm aufgelegt. Mittelständische Unternehmen, die kein eigenes Angebot stemmen können, schließen sich oft mit anderen Firmen zusammen. Berufsverbände und Handelskammern gehören auch zu den Anbietern. Du interessierst dich dafür? Dann ist die Personalabteilung deine erste Anlaufstelle. Dort wird man dir sagen, wo und wie du dich bewerben kannst.



Großer Bruder mit Biss

Das Verhältnis zwischen Mentor und Mentee, so nennt man seinen Schützling, sollte geprägt sein von Vertrauen, Offenheit und Kritikfähigkeit. Dein Mentor wird dich begleiten bei deiner persönlichen und beruflichen Entwicklung. Das bedeutet, dass du mit ihm ehrlich über deine Lebensziele sprechen solltest. Dazu gehören neben der Karriere auch Konflikte, Familienplanung oder deine angestrebte Work-Life-Balance. Umgekehrt wird der Mentor auch ehrlich zu dir sein: Er wird dir Feedback geben und Tipps, dich an seiner Erfahrung und seinem Fachwissen teilhaben lassen. Er wird dir aber auch die Leviten lesen, wenn du dich nicht auf ihn einlässt oder Fehler machst. Was dein Mentor nicht ist: dein persönlicher Kuschelbär. Entwicklung funktioniert nur, wenn man reflektiert und seine Grenzen überschreitet. Das kann auch wehtun.



Kontakt halten

Dein Mentor sollte stets für dich ansprechbar sein. Sicher, er hat noch andere Termine und Aufgaben. Aber grundsätzlich solltest du schnellen Rat per Telefon, E-Mail, Skype oder Chat von ihm bekommen können, wenn du Hilfe benötigst. Zudem ist der direkte Kontakt wichtig: Experten empfehlen, sich aufgeteilt in mehrere Treffen zwei bis drei Stunden pro Monat Zeit füreinander zu nehmen. Ob im Büro oder beim Mittagsessen, spielt keine Rolle. Hauptsache, es entsteht eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Wichtig: Dein Mentor ist nie dein Chef. Vielleicht arbeitet er sogar in einem anderen Unternehmen, das heißt dann Cross-Mentoring.


Warum machen Unternehmen das?

Du hast dich erfolgreich für ein Mentoring-Programm beworben und jetzt kostenlos einen persönlichen Coach an deiner Seite? Herzlichen Glückwunsch. Dein Arbeitgeber hat dich offenbar als ein vielversprechendes junges Talent erkannt. Dein Potential – vielleicht als zukünftige Führungskraft – lässt sich dein Arbeitgeber etwas kosten. Wenn du das Unternehmen verlässt, nimmst du wertvolles Wissen mit, das deinem Chef verloren geht. Deshalb will er, dass du bleibst und dich bei ihm entfalten kannst. Mach’ das Beste daraus.


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