Selbstmarketing für Angestellte:

Glänzen, nicht blenden

Jeder kennt so einen: mit einer ganz großen Klappe, der es immer so hindreht, als sei das gelungene Projekt allein sein Verdienst. Chefs lassen sich von ihm gerne einlullen, die Teammitglieder verabscheuen ihn. Dennoch - in Zeiten befristeter Verträge und brüchiger Erwerbsbiografien kann jeder etwas von Kollege Großmaul lernen: Wie man sich und seine Leistung ins rechte Licht rückt, sich bei den richtigen Personen in Erinnerung ruft und einen guten Eindruck hinterlässt. Denn was früher eine Disziplin exklusiv für Selbstständige war, wird in einer flexiblen Arbeitswelt auch für Angestellte wichtig: das Selbstmarketing – und zwar mit Substanz.




Markenpflege fürs Ich

Ob man es nun Selbstmarketing, Eigen-PR oder Human Branding nennt – die erfolgreiche Positionierung der eigenen Person erfordert ein Alleinstellungsmerkmal. Werber sagen dazu Unique Selling Point (USP). So wie der eine Energy-Drink für Höchstleistung im Sport und der andere für nächtlichen Glamour steht, kann sich auch der einzelne Berufstätige ein Image verpassen und mit Leben füllen. Was also kannst du besonders gut? Was unterscheidet dich von anderen? In welches Fachgebiet willst du dich reinknien, um es darin zur Meisterschaft zu bringen?


Spezialist vs. Generalist

Bemühe dich gar nicht erst, dich in eine eierlegende Wollmilchsau zu verwandeln. Wer alles irgendwie passabel kann, bleibt ewig Assistent. Wer aber eine Nische findet und sich darin entfaltet, schärft sein Profil. Versuche also derjenige in der Firma zu werden, den alle fragen, wenn sie etwas über chinesische Absatzmärkte oder Buchhaltungs-Apps wissen wollen. Das Arbeitsleben der Zukunft braucht mehr Spezialisten als Generalisten. Der angenehme Nebeneffekt: Man muss nicht mehr Everybody’s Darling spielen, sondern darf sich in einer solchen Position durchaus Ecken und Kanten erlauben. Im besten Fall interpretieren andere Menschen das als Charakter und starke Persönlichkeit.


Ins Rampenlicht!

Wenn du dein Alleinstellungsmerkmal gefunden hast, musst du es sichtbar machen. Lenke das Gespräch beim Mittagessen, bei der Firmenveranstaltung oder im Meeting dezent darauf, warum genau der Bereich, um den du dich fortan kümmern willst, in Zukunft wichtig wird. Nerve die Leute nicht bei jeder Gelegenheit, du willst schließlich nicht als der Freak mit dem Spleen in Erinnerung bleiben, aber bleibe hartnäckig am Thema dran. Die Saat in den Köpfen wird aufgehen: Da ist einer, der sich auskennt. Platziere deine Expertise überall, wo du Menschen begegnest: Auf der Konferenz, in Online-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn oder auf deiner eigenen Webseite. Besonders wirkungsvoll ist ein Blog zum Thema. Hier besteht die Chance, dass ein Personenkreis auf dich aufmerksam wird, der weit über die Belegschaft deines Arbeitgebers hinausgeht. Natürlich darfst du auch Kunden, Lieferanten und Kollegen zum Mitlesen einladen


Etabliere dich

Wenn du nun ein internes und externes Netzwerk geknüpft hast, füllst du es mit Leben. Schreibe deinen Kontakten eine Mail, wenn ein neuer Blog-Eintrag online gegangen ist oder richte eine Abo-Funktion ein. Besuche Fachvorträge, Messen oder Stammtische von Gruppen, die sich für dein Spezialgebiet interessieren. Vielleicht kannst du sogar bald einen Vortrag halten oder einen Beitrag in einer Fachzeitschrift schreiben. Jeder dieser Schritte beschleunigt den Aufbau deines Netzwerks, langsam wirst du einem Fachpublikum und in Branchenkreisen bekannt. Wenn jetzt also dein Vertrag endet und dein Arbeitgeber ihn nicht verlängern möchte, solltest du dir keine Sorgen machen müssen. Irgendwo wartet schon eine andere Firma auf dich.

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