Steck’ die Uni in die (Laptop-)Tasche

Tagsüber im Büro Leistung bringen und abends im Hörsaal pauken? Hört sich anstrengend an. Auf Weiterbildung verzichten und damit riskieren, dass man in einer sich immer schneller wandelnden Wissensgesellschaft den Anschluss verliert? Geht gar nicht. Online-Universitäten wie Coursera, Udacity oder edX lösen das Dilemma: Sie erlauben kostenlose Weiterbildung in gut verdaulichen Häppchen – vor deinem eigenen Rechner in lockerer Atmosphäre.




Partnerschaft mit Top-Unis

Spieleentwicklung mit HTML5,  die Folgen von Umweltveränderungen auf die menschliche Gesundheit oder Anforderungen von Pferden an ihre Ernährung – das Kursangebot der virtuellen Unis ist so breit wie dein Grinsen nach einer Gehaltserhöhung. Möglich macht das die Kooperation der Anbieter mit renommierten Hochschulen. edX etwa arbeitet mit Berkley in Californien, Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology zusammen. Coursera ist Partner von insgesamt 33 Hochschulen, darunter Princeton und die Columbia Universität. Udacity schließlich hat Kurse zur Auswahl, die ursprünglich für Studenten der Stanford Universität konzipiert waren.



Konzentration nach eigenem Zeitplan

Ganz ohne Aufwand funktioniert das Lernen aber auch in einem Massive Open Online Course (MOOC) nicht: Einzelne Kurse dauern zwischen sieben und zehn Wochen. Vorlesungen, Seminare und Debatten lassen sich ansehen, wann man möchte und gerade Zeit hat. Daneben gibt es Live-Fragestunden, bei denen man mit Dozenten und Kommilitonen diskutieren und Fragen erörtern kann. Wer mehr wissen will, bekommt Zugang zu digitalen Lehrbüchern. In praktischen Übungen, oft über ein Multiple-Choice-Verfahren am Bildschirm, werden Lernerfolge kontrolliert, zudem sind Hausaufgaben fällig und Tests. Studenten aus Deutschland, die Kurse über Udacity belegt hatten, legten die Prüfungen in Hochschulen in Freiburg, Berlin und München ab.



Bildung für alle

„Wir wollen die Hochschulbildung demokratisieren“, sagte Udacity-Mitgründer und Informatik-Professor Sebastian Thrun im Interview mit Zeit Online. Was das bedeutet? Dass Bildung raus soll aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm. Jeder soll unabhängig von seinem Vermögen, seiner Herkunft, seinem Wohnort, Geschlecht oder Vorbildung die Chance auf Wissen bekommen. Deshalb sind Online-Universitäten auch kostenlos. Ein echter Vorteil, wenn man zum Beispiel in Bayern lebt, wo Universitäten Studiengebühren verlangen. Mitte 2012 waren bereist 160 000 Studenten bei Udacity angemeldet – da war das Portal gerade einmal wenige Monate alt. Ob virtuelle Unis auch die beruflichen Chancen verbessern, bleibt abzuwarten. Zertifikate von edX, Coursera und Udacity sind nicht gleichzusetzen mit einem Bachelor, Master oder einer von der IHK anerkannten Fortbildung. Dennoch sollte jeder Personalverantwortliche und Fachvorgesetzte Interesse daran haben, wenn Angestellte in Eigeninitiative eine neue Programmiersprache lernen, sich in die Grundlagen von Grafikdesign reinfuchsen oder ihre Allgemeinbildung aufmöbeln.



Was bringt’s?

Junge Erwerbstätige, die noch eine lange berufliche Zukunft vor sich haben, bekommen umgekehrt die Möglichkeit, zwanglos in unterschiedliche fachliche Disziplinen reinzuschnuppern und daraus Ideen für die eigene berufliche Zukunft zu entwickeln. Und vielleicht wird sogar der Headhunter über das Online-Studium auf einen aufmerksam: Coursera gab im Dezember 2012 bekannt, Firmen gegen eine Gebühr Informationen über besonders begabte Studierende auszuhändigen. Zudem ist damit zu rechnen, dass es künftig noch einfacher wird, sich online weiterzubilden: Udacity etwa arbeitet bereits an einer mobilen Version seiner Lernplattform. Auf dem Tablet oder Smartphone ist lernen dann endlich so spontan und unabhängig wie du.


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