Trainee, Assistent, Junior – was sind die Berufseinstiege wert?

Viele Wege führen nach Rom, auch was deinen Berufseinstieg angeht. Da gibt es Hospitanzen, Praktika, Volontariate und Referendariate auf der einen Seite, Traineeprogramme und Assistenzstellen auf der anderen und drittens noch den Direkteinstieg „light“ als Junior oder auch gleich direkt, ohne Schnörkel und Besonderheiten. Aber wo liegen nun genau die Unterschiede?




1. Berufserkundung durch praktische Tätigkeit

Hospitanz, Praktikum, Volontariat, Referendariat: Allen gemeinsam ist das Ziel der Branchen- und Berufserkundung, mal mit mehr oder weniger praktischem Engagement und mit mehr oder weniger Vergütung. Eine darüber hinausgehende Zusammenarbeit ist nicht von vorneherein beabsichtigt, kann sich aber bei sehr guten Leistungen manchmal ergeben.

  • Der Unterschied zwischen Hospitant und Praktikant ist, das ersterer mehr zuschaut (mitläuft und begleitet) und das meist nur einige Wochen. Der Praktikant wird dagegen schon eher als vorübergehende (und dringend benötigte) Hilfskraft angesehen, der so in den Beruf reinschnuppern und wichtige Praxiserfahrung und Berufskenntnisse gewinnen kann.
  • Volontariate findet man vor allem im Medienbereich sowie in der öffentlichen Verwaltung. Ein Volontariat dauert in der Regel 15 bis 24 Monate und sollte den Charakter einer Ausbildung haben. Öfters ist ein Mindestalter von 18 Jahren vorgeschrieben, häufig auch ein Studium. Das Ziel eines Volontariats ist im Idealfall, den gesamten Ablauf einer Redaktion oder einer Verwaltung kennenzulernen. In der Praxis werden Volontäre allerdings häufig wie normale, aber günstigere Arbeitnehmer eingesetzt, daher solltest du im Vorstellungsgespräch darauf achten, dass dir auch tatsächlich Weiterbildungschancen und verschiedene Einblicke zugesichert werden.
  • Das Referendariat wiederum ist eine Ausbildung speziell für den öffentlichen Dienst und das Beamtentum. Dieser Vorbereitungsdienst soll praktische Kenntnisse vermitteln, die so nicht im Universitätsstudium vermittelt werden konnten und dauert in der Regel zwei Jahre.

2. Inhouse-Nachwuchskräfte-Schmiede

Bei Traineeprogrammen und Assistentenstellen werden Hochschulabsolventen innerhalb von 12 bis 24 Monaten systematisch zu möglichst vielfältig einsetzbaren Nachwuchskräften aufgebaut. Eine Übernahme wird daher meist in Aussicht gestellt – durch die wertvollen Erfahrungen, Kontakte und tiefen Einblicke ist es zumindest ein gutes Sprungbrett für den weiteren Berufsweg. Beim Gehalt ist von 15.000 bis über 50.000 Euro alles drinnen, je nach Branche und Größe des Unternehmens.

Trainees durchlaufen im Idealfall spezielle Förderprogramme, Seminare, Abteilungen und regelmäßige Feedback- und Entwicklungsgespräche. Die zukünftigen Führungskräfte oder Spezialisten sollen Einblicke in das Zusammenspiel einzelner Abteilungen erhalten und dabei alle wichtigen Firmenbereiche und Personen kennenlernen und selbst eingeführt werden.

  • Beim Allgemeinen Traineeprogramm wirst du in verschiedenen Abteilungen und Projekten eingesetzt, dein letztendlicher Zielbereich steht noch nicht fest und ergibt sich meist aus deinen Stärken.
  • Beim Fachtraineeprogramm steht der spätere Übernahmebereich schon zu Beginn fest. Das Traineeprogramm soll helfen, dich auf diesen speziellen Bereich bestmöglich vorzubereiten, dazu gehört auch das Kennenlernen benachbarter Abläufe und Abteilungen.
  • Das Traineestudium ist dagegen mit einem Werksstudium oder einem berufsbegleitenden Studium zu vergleichen. Im Ausgleich für eine studiumsbegleitende Praxistätigkeit (wöchentlich oder in den Semesterferien, meist auch die Abschlussarbeit) bekommst du ein Traineegehalt und einen Fuß in das Unternehmen.
Als Assistent eines Vorstandes oder einer Geschäftsführung wiederum lernst du die Entscheidungsmechanismen von der höchsten Ebene aus kennen. Im Unterschied zum Trainee ist die Einarbeitungsphase allerdings meist recht kurz. Durch die unterstützende Tätigkeit für deine Führungskraft erwirbt du Fachwissen, tiefe Einblicke in das Unternehmen und wirst (mal mehr oder weniger erfolgreich) in sein/ihr internes und externes Netzwerk eingeführt. Da können sich mit unter sehr interessante Kontakte ergeben! Der Wechsel auf eine zu Beginn noch nicht näher definierte Zielposition erfolgt dann in der Regel nach 2 bis 4 Jahren.


3. Der Direkteinstieg

Eine Junior-Stelle ist quasi ein Direkteinstieg „light“: weniger Anforderungen, weniger Entscheidungskompetenzen und weniger Verantwortung – und ja, auch weniger Geld. Du wächst durch Training-on-the-job als Berufseinsteiger in deine vorgegebene Stelle hinein. Meist sind dabei mehrere Junior einem Senior unterstellt. Nach 1 bis 2 Jahren, spätestens aber nach 4, sollte der Anfängerstatus dann offiziell überwunden sein.

Aber auch wenn der Direkteinstieg ganz ohne irgendwelche Besonderheiten gelingt, wird die Probezeit von im Schnitt 6 Monaten in der Regel dazu genutzt, um dich auf deine neue Position einzuarbeiten und in die Unternehmensabläufe einzuführen. Meist bekommst du dann Mentoren oder jeweils bestimmte Kollegen, die dich dabei unterstützen. Da sich deine Arbeitskraft als Berufseinsteiger erst noch voll entfalten muss, bekommst du selbstverständlich auch hier in der Regel ein geringeres Einstiegsgehalt.


Im Vorstellungsgespräch wachsam sein

Ob nun Trainee, Junior oder Assistent – die angebotenen Jobs sind also keineswegs zweitklassig, du solltest nur darauf achten, dass die festgelegten Inhalte und Perspektiven auch dem jeweiligen Label entsprechen. Das bedeutet für das Vorstellungsgespräch, konkrete Fragen zu stellen: Welche Aufgaben, Betreuung, Weiterbildungsmöglichkeiten und Chancen auf eine Festanstellung bekommst du? Und entspricht das Gehalt auch deinem Engagement? Tipps für deine Gehaltsverhandlung findest du hier.

In jedem Fall solltest du die Gelegenheit nutzen und neben Fachwissen auch ein berufliches Netzwerk aufbauen. Das kann sich vielfach als nützlich für die nächsten Karriereschritte erweisen. Wie das genau geht, erfährst du hier.

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