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Brief an die Eltern

"Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst..."

Gut und schön, aber wie sage ich meinen Eltern, dass sich meine Füße nun ihren eigenen Tisch suchen? Den Eltern klar zu machen, dass man soweit ist, kann ganz schön schwierig sein. Hier seht ihr einen Beispiel-Brief.

Liebe Mama, lieber Papa!

Bestimmt wundert Ihr euch, warum ich euch einen Brief schreibe. Wir sehen uns ja schließlich täglich. Wenn die Antworten auf Fragen doch immer so leicht wären … Ich schreibe euch, eben weil wir uns täglich sehen. Und weil sich manches besser schreiben als sagen lässt.
Seit 18 Jahren wohnen wir zusammen. Das ist eine verdammt lange Zeit.

Und ich muss zugeben: überwiegend eine sehr schöne! Klar hatten wir unsere Meinungsverschiedenheiten. »Sei spätestens um 12 zu Hause«, »dreh die Musik leiser«, »räum dein Zimmer auf«, »geh mal zum Friseur« oder »lern doch mal für die Schule« waren eure unbestritten gut gemeinten Ratschläge.

Natürlich haben mir die nicht gepasst! Ist doch klar! Welcher pubertierende Jugendliche hat schon Lust auf solche Ansagen? Jetzt aber, da ich die Pubertät allmählich hinter mich gebracht habe, kann ich ja zugeben, dass ihr oft – nicht immer! – recht hattet. Meistens kamen eure Einwände ja aus Fürsorge, und wer könnte euch das schon verübeln! Ihr seid schließlich Eltern und könnt nicht anders.

Doch auch, wenn eure Entscheidungen über mich und meine Zukunft bisher vielleicht die richtigen waren, wird es allmählich Zeit, dass ich das Ruder in die Hand nehme. Ich weiß, auch ihr habt Pläne für mich geschmiedet und wünscht euch sehr, dass ich euch diesen Wunsch erfülle. Aber daraus wird leider nichts! Denn dann würde ich nicht glücklich werden. Und das wollt ihr doch auch nicht!

Bitte versteht, dass ich erwachsen geworden bin. Oder vielmehr: dass ich es werden möchte und die lang ersehnte Freiheit kaum erwarten kann – natürlich mit allem was dazu gehört: Rechten, Pflichten, Risiken, und vor allem Eigenverantwortung.

Ich möchte mich selbst verwirklichen, meinen eigenen Traum leben, herausfinden, wer ich bin, was ich kann und – darauf habt ihr selbst immer Wert gelegt – weiterlernen, fürs Leben. Dinge, die ihr längst könnt und mit Links macht: einen Haushalt führen, Alltagsdinge regeln, auf eigenen Beinen stehen, eigenes Geld verdienen. Glaubt mir, es wird Zeit!

Jetzt denkt ihr vielleicht: Kochen, waschen und putzen kann ich doch auch zu Hause lernen und mir mein Taschengeld mit Rasenmähen und Autowaschen verdienen. Aber das ist es nicht! Um all das (und noch mehr) zu lernen muss ich weg, ausziehen aus dem Hotel Mama und einziehen in die eigenen vier Wände. Die Abnablung von zu Hause ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung meiner eigenen Persönlichkeit. Versteht ihr? Ich muss weg!

Bevor du jetzt anfängst zu weinen, Mama, überleg mal, was auch ihr davon haben werdet: endlich mal wieder sturmfreie Bude! Dann könnt ihr mal wieder Fünfe gerade sein lassen. Vor meiner Geburt wart ihr doch auch keine Kinder von Traurigkeit! Außerdem nervt euch nie wieder meine Musik und ihr könnt mein Zimmer endlich zu eurem Hobbyraum umbauen. Na, freundest du dich langsam mit dem Gedanken an, Papa?

Es ist doch auch kein Abschied für immer. Wisst ihr doch! Aber jetzt muss ich erst mal raus, Hörner abstoßen, eigene Erfahrungen sammeln, mein Leben selbst in die Hand nehmen – von mir aus auch hinfallen und wieder aufstehen. Das gehört zum Erwachsenwerden nun mal dazu. Wenn ich diesen Schritt jetzt nicht gehe, wann dann? Ihr wollt doch schließlich auch nicht, dass ich mit 30 noch bei euch wohne und euch auf der Tasche liege, oder?!

Apropos Tasche: Ich pack dann mal.

Bis bald!

Euer (mittlerweile erwachsenes) Kind :)

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