Fit für die Welt?

Teil 2: Respekt für China

Das Statistische Bundesamt zählt fast 90.000 Chinesen in Deutschland, das Auswärtige Amt nennt 900 chinesische Unternehmen, die hier tätig sind. Überall auf der Welt trifft man heute die Vertreter der expandierenden Wirtschaftsmacht. Die global aktiven Chinesen gelten als offen, wissbegierig und haben ihren Horizont längst auf internationale Dimension erweitert. Kulturunfälle passieren trotzdem immer wieder.



Im Humboldt Kosmos auf www.humboldt-foundation.de erzählt ein ehemaliger chinesischer Austauschstudent von einem typisch deutsch-chinesischen Missverständnis: Von einer offiziellen Einladung kehrte er eines Abends mit einem Bärenhunger zurück. Der ahnungslose deutsche Gastgeber hatte ihn nur einmal aufgefordert, nachzunehmen. Ein höflicher Chinese wird sich allerdings immer erst bei der zweiten oder dritten Aufforderung bedienen.

Bescheidenheit und Respekt. Das sind die zwei Grundprinzipien der chinesischen Umgangsformen, die auch für die Generation 2.0 gelten. 

Chinesen sagen meist nicht „Nein“ sondern höflicher: „Ich habe eine andere Idee"        
                

Chinesen schätzen Teamwork mit Deutschen im Allgemeinen sehr. Probleme im interkulturellen Verständnis gibt es trotzdem, vor allem bei toughen Aussagen in unserem westlichen Sprachgebrauch. Wo Deutsche „Nein“ sagen, wird ein Chinese die Ablehnung höflicher ausdrücken. Im Gegenzug verstehen wir „no problem“ als Zusage, während der Gesprächspartner aus Fernost vielleicht nur eine verbindliche Floskel einschiebt. Auf der sicheren Seite im Dialog mit China bist Du mit extrem aufmerksamer Kommunikation. Faustregel: lieber viel zu höflich als ein bisschen zu lässig!
 
Do‘s                                                              
Visitenkarten immer mit beiden Händen überreichen oder entgegennehmen und aufmerksam lesen
Ältere mit besonderem Respekt behandeln 
Ruhig, freundlich, ohne große Gestik sprechen      
Zurückhaltung bei der Selbstdarstellung
Beziehungen aufbauen, Networking ist ein Klassiker in China, Guanxi genannt                                                            
 
 
Don‘ts
Fester Händedruck gilt als unfein
Nicht mit dem Finger auf Gesprächspartner zeigen
Ein klares „Nein“ ist unhöflich
no go: Probleme direkt ansprechen
Jeans im Business
 
 
Mehr wissen
: Spezielles China-Wissen bietet das Buch: Der China-Knigge: Eine Gebrauchsanweisung für das Reich der Mitte von Yu-Chien Kuan und Petra Häring-Kuan.

Bitte posten! Habt ihr lustige oder peinliche Situationen in der interkulturellen Zusammenarbeit erlebt? Berichtet über eure Erfahrungen.

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