Erst mit vier werden Kindern Gefahren bewusst

Gefahrenbewusstsein und sicherheitsorientiertes Verhalten sind von vielen Fähigkeiten abhängig, die ein Kind erst im Laufe der Kindheit erwirbt. Erst ab etwa vier Jahren kann es durch eigene Erfahrungen und Lernen wie auch durch aufklärende Hinweise der Eltern zunehmend ein Bewusstsein für Gefahren entwickeln. Und selbst dann vergeht noch viel Zeit, bis es in der Lage ist, Risiken und Gefahren vorausschauend zu erkennen und schließlich auch durch entsprechendes Verhalten zu vermeiden oder abzuwehren.
Aus der intensiven Erforschung der kindlichen Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten weiß man heute, ab wenn die körperliche, geistige und seelische Entwicklung es Kindern ermöglicht, Risiken und Gefahren zu erkennen und einzuschätzen.



Gefahrenbewusstsein im Alter von 0-14 Jahren

Gefahrenbewusstsein im Alter von 0-4 Jahren:
Säuglinge und Kleinkinder besitzen noch kein Bewusstsein für Gefahren.

Gefahrenbewusstsein im Alter von 4 Jahren:
Ein erstes Gefahrenbewusstsein setzt ein.

Gefahrenbewusstsein im Alter von 5-6 Jahren:
Kinder können akute Gefahren erkennen, was aber nicht bedeutet, dass sie sich davor auch schon schützen können (akutes Gefahrenbewusstsein). Beispiel: Das Kind merkt erst oben auf dem Baum, dass es auch hinunterfallen kann.

Gefahrenbewusstsein im Alter von 8 Jahren:
Kinder lernen nun allmählich, Gefahren vorausschauend zu erkennen (vorausschauendes Gefahrenbewusstsein). Beispiel: Das Kind weiß, dass es vom Baum herabstürzen kann und überlegt sich vorher, ob es das Hinaufklettern wagen soll.

Gefahrenbewusstsein im Alter von 9-10 Jahren:
Kinder beginnen ein vorbeugendes Gefahrenbewusstsein zu
entwickeln und können durch bewusstes Handeln Gefahrensituationen verhindern (vorbeugendes Gefahrenbewusstsein). Beispiel: Das Kind legt eine Unterlage unter den Baum, damit ein eventueller Sturz abgemildert wird.

Gefahrenbewusstsein im Alter von 14 Jahren:
Meist wird erst mit diesem Alter ein vorausschauendes und vorbeugendes Gefahrenbewusstsein umgesetzt.

Quelle: Elternratgeber zur Unfallverhütung im Kindesalter, Hrsg.: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung