Gesundheitstipp: So schmeckt auch bittere Medizin

Arzneimittel kindgerecht verabreichen

Kinder lassen sich häufig nur ungern Medikamente verabreichen. Hier helfen Geduld und manchmal auch einige Tricks.
Oft erfordert es einige Geduld, einem Kind eine erforderliche Medizin zu geben. Vielleicht macht es erst gar nicht den Mund auf, spuckt das Medikament wieder aus oder erbricht kurz nach der Einnahme.
Viele Wirkstoffe gibt es für die Anwendung bei Kindern auch in Form von Tropfen, Saft oder Zäpfen, die meist einfacher zu verabreichen sind, als zum Beispiel Tabletten.




Gut zu wissen für die Gabe von Medikamenten

  • Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin beraten, wie Sie Ihrem Kind das Medikament am sichersten geben und ob Sie es mit Lebensmitteln oder Getränke vermischen können.
  • Bei manchen Wirkstoffen kann der unangenehme Geschmack zum Beispiel mit Saft oder Tee etwas überdeckt werden. Milch oder Milchprodukte wie Joghurt eignen sich dagegen in der Regel nicht, da hierdurch die Aufnahme und Wirkung bestimmter Wirkstoffe - zum Beispiel bei Antibiotika - beeinflusst werden kann. Auch Grapefruitsaft ist nicht geeignet, da darin enthaltene Stoffe die Wirkung von Medikamenten erheblich verstärken können.
  • Damit sich das Kind nicht verschluckt, sollte es seine Arznei möglichst im Sitzen oder aufrecht einnehmen.
  • Zäpfchen gleiten besser, wenn sie in der Hand vorgewärmt und mit etwas Wasser abgespült wurden. Zum Einführen kann auch etwas Vaseline verwendet werden. Cremes oder Öle sollten Sie hierzu nicht nehmen, da die Aufnahme des Wirkstoffs hierdurch beeinträchtigt werden kann.
  • Sprechen Sie beruhigend auf Ihr Kind ein und erklären Sie ihm - wenn es schon etwas älter ist - weshalb die Einnahme nötig ist.
  • Manchmal hilft auch die Aussicht auf eine kleine Belohnung.
  • Machen Sie Ihrem Kind jedoch nicht vor, es handle sich bei dem Arzneimittel um eine Süßigkeit.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, Ihrem Kind etwas mit Gewalt einzuflößen.
Falls einmal eine Anwendung vergessen wurde oder Ihr Kind kurz nach der Einnahme eines Medikaments erbrochen hat, sollten Sie in der kinderärztlichen Praxis nachfragen, wie Sie weiter verfahren sollen. Keinesfalls sollten Sie Ihrem Kind zum Ausgleich beim nächsten Mal die doppelte Dosis geben; dies könnte eine gefährliche Überdosierung verursachen.


Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kindergesundheit-info.de, http://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/alltagstipps/im-krankheitsfall/arzneimittel-verabreichen/tipps/51746/