Stützen des Staates im Hintergrund. Die Finanzbeamten.

Finanzbeamte sind das Rückgrat des Staates, wenn es um die Finanzierung von öffentlichen Aufgaben geht. Ohne ihre Tätigkeiten würde wichtigen öffentlichen Einrichtungen – wie zum Beispiel der Inneren Sicherheit, Bildung oder Infrastruktur schlicht und einfach das Geld fehlen und sie könnten ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Kurz gesagt: Finanzbeamte sind die verlängerte Hand des Staates, wenn es um die Finanzierung des Staatshaushaltes geht.



Dieses Geld wird in erster Linie in Form von Steuern eingenommen. Die Zahlen sind enorm: 2013 nahm der deutsche Staat insgesamt 619,7 Milliarden Euro Steuern von Bund, Ländern und Gemeinden (Gebietskörperschaften) ein. Die Gemeinschaftssteuern – das sind die Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer und die Kapitalertragssteuer – trugen mit 442,8 Milliarden Euro den größten Teil zum Gesamtaufkommen bei. Um diese Steuern zu bearbeiten, einzuheben und zu prüfen, benötigt der Staat Finanzbeamte mit vielfältigen Aufgaben und Kompetenzen.




Steuern und Finanzbeamte – so entwickelte sich alles

Steuern und  Finanzbeamte haben eine lange Tradition und waren von jeher wichtig für einen funktionierenden Staat. Bereits im frühen Altertum gab es Steuern und Abgaben – damals nannte man diese Tribut, Zehnt oder auch Zoll. Erste, heute noch erhaltene Belege über staatlich verordnete Abgaben, stammen aus Ägypten, datiert mit dem dritten Jahrhundert vor Christus. In Rom gab es dann die ersten „Finanzbeamte“, das waren hohe Beamte, die dafür abgestellt waren, die Steuererklärungen der Bürger zu prüfen – und die „Censores“ trieben die fälligen Steuern auch ein. Im späten Mittelalter wurde damit begonnen, Steuern und Zölle auf Bier, Salz oder Wein zu erheben. Zusätzlich wurden Straßen und Brücken mit Zöllen belegt – mit diesem Geld konnten Städte angelegt und Verkehrswege gebaut werden. Ende des 18. Jahrhunderts wurden von Adam Smith vier Grundsätze aufgestellt, die heute noch in leicht abgewandelter Form gelten – das sind Praktikabilität, Gerechtigkeit, Ergiebigkeit und Unmerklichkeit. Somit muss die Höhe der Besteuerung der wirtschaftlichen Leistung angepasst werden – das wurde auch vom Bundesverfassungsgericht bestätigt.



Die Aufgaben von Finanzbeamten heutzutage

Kaum ein anderer Bereich im Öffentlichen Dienst bietet so vielfältige Aufgabengebiete, wie der des Finanzbeamten. Abhängig von der angestrebten Laufbahn, sehen auch die Ausbildung und Aufgaben aus. In der Finanzverwaltung arbeiten Beamte im einfachen, mittleren, gehobenen und höheren Dienst. Hier einige der wichtigsten Bereiche:


Veranlagungsbereiche
In dieser Stelle werden die eingereichten Steuererklärungen bearbeitet, rechtlich geprüft und die zu zahlende Steuer wird festgesetzt. Der Veranlagungsbereich ist innerhalb des Finanzamtes in verschiedene Stellen unterteilt –  zum Beispiel für die Bearbeitung von Körperschaften, Einzelgewerbebetrieben, Personengesellschaften oder Arbeitnehmern.

Vollstreckungs- und Erhebungsbereich
Dieser Bereich stellt sicher, dass die fälligen Steuern gezahlt werden. Hier werden die Zahlungseingänge überwacht, Mahnungen erstellt und auch Ratenzahlungen vereinbart. Bei nicht einbringbaren Zahlungen sucht dieser Bereich nach Vollstreckungsmöglichkeiten (z. B. Sachpfändungen), veranlasst Zwangsversteigerungen oder leitet Insolvenzverfahren ein.

Rechtsbehelfsstelle
Die Rechtsbehelfsstelle prüft Einsprüche gegen Steuerbescheide.


Außenprüfung
Hierbei wird von Betriebsprüfern vor Ort in Unternehmen geprüft, ob die Buchführung mit den Belegen und Angaben in der Steuererklärung übereinstimmt. Durch persönliche Gespräche und Verhandlungen mit den Betriebsinhabern lassen sich oft Sachverhalte besser klären.

Steuerfahndung
Finanzbeamte bei der Steuerfahndung sind in der Aufklärung von Steuerstraftaten und Steuerordnungswidrigkeiten sowie der Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen tätig. Steuerfahnder haben im Strafverfahren wegen Steuerstraftaten nach den Vorschriften der Strafprozessordnung dieselben Rechte und Pflichten wie die Behörden und Beamten des Polizeidienstes. Unter bestimmten Umständen dürfen sie sogar Hausdurchsuchungen durchführen und Gegenstände beschlagnahmen.

Grundbesitzstelle
Von dieser Stelle werden Grundstücke und Gebäude erfasst und für steuerliche Zwecke bewertet. Das ist vor allem für die Gemeinden wichtig, denn sie benötigen diese Werte für die festzusetzende Grundsteuer, die jeder Eigentümer eines Grundstücks zu bezahlen hat.


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Ausbildung und Berufseinstieg

In den einfachen Dienst der Steuerverwaltung können Anwärter mit einem Hauptschulabschluss und einem halbjährigen Vorbereitungsdienst direkt ohne Prüfung einsteigen. Sie sind dann zumeist für interne Dienstleistungen verantwortlich (zum Beispiel als Boten oder Pförtner) und sorgen für den reibungslosen Ablauf des Berufsalltags.

Um Beamter im mittleren Dienst zu werden, muss eine Ausbildung zum Finanzwirt absolviert werden. Voraussetzung für die Zulassung ist neben der deutschen oder EU Staatsangehörigkeit und gesundheitlicher Eignung mindestens ein Realschulabschluss oder gleichwertiger Bildungsstand. Die Ausbildung zum Finanzwirt dauert zwei Jahre und ist in theoretische und berufspraktische Inhalte aufgeteilt – bis zum Abschluss führt man die Amtsbezeichnung „Steueranwärter“ und ist Beamter auf Widerruf. Der Abschluss erfolgt durch die Laufbahnprüfung, danach bieten sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten im Innen- und Außendienst.


Der Einstieg in den gehobenen Dienst erfolgt über ein Studium zum Diplom-Finanzwirt (Steuerakademie). Dafür sind – neben den bereits erwähnten allgemeinen Voraussetzungen – Abitur oder Fachhochschulreife bzw. ein gleichwertiger Bildungsstand nachzuweisen. Das Studium dauert drei Jahre, wobei Grund- und Hauptstudium davon 21 Monate einnehmen, die restliche Zeit wird in berufspraktischen Studienzeiten in Ausbildungsfinanzämtern absolviert. Für die Dauer des Studiums befindet man sich im Beamtenverhältnis auf Widerruf und führt die Amtsbezeichnung „Finanzanwärter“. Auch hier stehen dem Absolventen nach erfolgreicher Laufbahnprüfung viele Möglichkeiten im Innen- und Außendienst offen. Als Beamter im gehobenen Dienst ist man nicht nur als Sachbearbeiter tätig, sondern kann entsprechend Qualifikationen, Berufserfahrung und Führungsqualitäten auch mit der Leitung eines Teams oder eines ganzen Sachgebietes betraut werden.


Auch für Personen, die bereits ein Studium absolviert haben, ergeben sich sehr gute Karrieremöglichkeiten in der Finanzverwaltung. Der Einstieg in den höheren Dienst erfolgt nach Abschluss eines rechts-, wirtschafts-, finanz- oder sozialwissenschaftlichen Studiums und einer Einführungszeit von einem Jahr. In diesem Jahr durchläuft der Berufsanwärter – im Rahmen eines dreimonatigen Studiums an der Bundesfinanzakademie und neun Monaten Praxis in einem Finanzamt – alle wichtigen Bereiche und muss seine Eignung nachweisen. Nach Abschluss werden die höheren Beamten in leitenden Funktionen eingesetzt. Sie übernehmen die organisatorische, fachliche und personelle Verantwortung ein bestimmtes Fachgebiet. Sie haben auch die Möglichkeit, Lehraufgaben an den Bildungseinrichtungen der Steuerverwaltung zu übernehmen und den Nachwuchs auszubilden.



Aufstiegschancen und Besoldung

Wie in anderen Bereichen des Öffentlichen Dienstes unterscheidet sich die Besoldung von Bundesland zu Bundesland. Die Besoldung im einfachen Dienst beginnt in der Besoldungsgruppe A 2 mit ca. 1.900 Euro im Monat und kann bis zur Gruppe A 6 und langer Dienstzugehörigkeit auf ca. 2.500 Euro steigen. Im mittleren Dienst erhält man während der Anwärterzeit ca. 1.100 Euro im Monat, danach in der Gruppe A 6 ungefähr 2.100 Euro und nach Aufstieg bis in die Besoldungsgruppe A 9 bis zu knapp 3.300 Euro. Im gehobenen Dienst steigt man nach der Anwärterzeit – mit knapp 1.200 Euro im Monat – gleich in die Besoldungsgruppe A 9 ein und verdient über 2.500 Euro mit Steigerungspotenzial bis auf knapp 5.000 Euro entsprechend der Dienstzugehörigkeit. Topverdiener sind Beamte im höheren Dienst mit einem Einstiegssold von knapp 4.000 Euro in A 13 und der Möglichkeit, bis A 16 aufzusteigen und knapp 6.900 Euro zu verdienen. In allen Fällen gilt, dass zu den Grundgehältern noch Zuschläge und Zulagen hinzukommen.



Risiken im Beruf

Finanzbeamte leben nicht gefährlicher, als andere Personen, die einer Tätigkeit im Büro nachgehen. Hauptrisiko sind – aufgrund des hohen Drucks keine Fehler zu machen – psychische Störungen, Depressionen bis hin zum Burn-Out. Finanzbeamte im Außendienst müssen mit höherem Gefahrpotenzial rechnen, denn Sie können tatsächlich zum „Feindbild“ mancher Unternehmer werden. Außerdem bewegen sich Beamte im Außendienst öfter im Straßenverkehr und sind dadurch auch den typischen Gefahren ausgesetzt. Eine passende Absicherung im Unfall-, Kranken- und Dienstunfähigkeitsbereich ist daher ein besonders wichtiger Punkt in der Karriereplanung beim Finanzamt.

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