Hygienekontrolleure – unterwegs im Dienste der Sauberkeit und Gesundheit

Das Thema Hygiene ist heutzutage ständig präsent. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „gesunde Kunst“. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts schenkte man der Hygiene keine große Aufmerksamkeit – selbst in der Medizin wurde Sauberkeit und Desinfektion bis zu diesem Zeitpunkt als nicht wichtig erachtet. Wie man es mit der persönlichen Körperhygiene und mit der Sauberkeit im Wohnumfeld hält, bleibt auch heute noch weitestgehend jedem selbst überlassen. Für öffentliche Einrichtungen gibt es jedoch strenge Gesetze und Richtlinien – und das ist auch gut so, denn nur dadurch können gesundheitsgefährdende Zustände erkannt werden.



Für die Einhaltung dieser Hygienevorschriften sorgen nun die sogenannten Hygienekontrolleure – früher auch als Gesundheitsaufseher bezeichnet.

Welche Aufgaben Hygienekontrolleure darüber hinaus noch verrichten, welchen wichtigen Beitrag sie zu unserem Gesundheitssystem leisten, wie die Ausbildung zu diesem Beruf im Öffentlichen Dienst aussieht und vieles mehr, erfahren Sie hier – in Ihrem PLUS.




Die Überprüfung der Hygiene – eine Aufgabe des öffentlichen Gesundheitswesens

Hygienekontrolleure sind der lange Arm der Gesundheitsämter, die für die Einhaltung von Hygienevorschriften zuständig sind. In Deutschland sind – zu unser allem Glück – die Maßstäbe an die Hygiene besonders hoch, daher können sich Hygienekontrolleure im Öffentlichen Dienst über einen Mangel an Arbeit und Aufgaben nicht beschweren. Alleine in den über 7.000 Hallen- und Freizeitbädern haben die Hygienekontrolleure alle Hände voll zu tun. Sie überprüfen die Wasserqualität und die sanitären Einrichtungen – denn wer möchte schon in einem verschmutzen Pool seine Bahnen ziehen, mit der Rutsche in einem nicht einwandfreien Wasser landen oder sich gar mit Legionellen infizieren?

Die Überprüfung der geltenden Vorschriften ist enorm wichtig, um den Ausbruch von Krankheiten und Seuchen vorzubeugen. Im Gesundheitsbereich macht dies alleine die Zahl an vermeidbaren Krankenhausinfektionen deutlich: Jährlich erkranken in Deutschland 400.000 bis 600.000 Patienten an Krankenhausinfektionen – von denen 20 bis 30 Prozent, also ca. 80.000 bis 180.000, vermieden werden könnten.

Aber auch verschmutztes Wasser macht krank – deshalb liegt ein weiteres Einsatzgebiet von Gesundheitsämtern und Hygienekontrolleuren in der Umwelthygiene, insbesondere in der Überwachung von Trinkwasserversorgungsanlagen, Schwimmbädern und Gemeinschaftseinrichtungen.

Kurz gesagt: Einsatzorte von Hygienekontrolleuren sind alle Einrichtungen, von denen theoretisch eine Gesundheitsgefahr ausgehen kann. Darunter fallen zum Beispiel Kinder- und Altenheime, Schulen und Tagesstätten, Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen, Physiotherapieeinrichtungen, Nagel-, Fußpflege- und Tattoostudios sowie Sozialstationen. Auch Gaststätten, Kantinen, Imbisse, Fast-Food-Ketten oder Gourmetrestaurants werden von den Hygienekontrolleuren des Gesundheitsamts in regelmäßigen Abständen genau unter die Lupe genommen.

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Als Spezialversicherer für den Öffentlichen Dienst kennen wir den speziellen Versicherungs- und Vorsorgebedarf der jeweiligen Berufsgruppen. Im Vordergrund steht bei der DBV ein genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmtes Paket aus Produkten, Services, Beratung und Betreuung.

Die Produktpalette reicht hierbei von der Unfallversicherung, Krankenversicherung, Dienst-/Berufsunfähigkeitsversicherung, Hausrat oder Wohngebäudeversicherung, Haftpflicht, Rechtsschutz, Existenzsicherung oder Rentenvorsorge bis hin zur perfekten Fahrzeugversicherung. Weitere Informationen über die Produkte und Leistungen finden Sie hier.


Die Tätigkeitsbereiche von Hygienekontrolleuren

Wie schon beschrieben, sind die Überprüfung der Hygienevorschriften in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, bei Krankentransporten, Rettungsdiensten, Blutspendediensten, Einrichtungen des Zivil- und Katastrophenschutzes und des Wassers im Allgemeinen, die Haupt-Tätigkeitsfelder von Hygienekontrolleuren. Die Überprüfung der gesamten Trinkwasserversorgung und Kläranlagen obliegen ihnen ebenso, wie das Festlegen von Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten. Darüber hinaus überprüfen sie öffentliche Anlagen wie Spielplätze, Bahnhöfe oder Flughäfen und beraten die Bevölkerung z.B. in Fragen der Wohnungshygiene (Schimmelpilz, Umweltschadstoffe, etc.). Auch im internationalen Schiffsverkehr werden Hygienekontrolleure eingesetzt – sie kontrollieren die Einhaltung der deutschen Hygienevorschriften unter anderem in den internationalen Seehäfen entlang des Rheins, der Donau, des Nord-Ostsee-Kanals und in Kiel, Bremerhaven und Hamburg.

Ein Beispiel: Hygieneinspektoren nehmen im Bäderbereich Wasserproben aus Schwimm- und Badebecken und analysieren diese auf die mikrobiologischen und chemischen Anforderungen (Chlorgehalte, ph-Werte etc.), überprüfen die Hygiene an sonstigen Einrichtungen wie Barfußbereiche, Sitzflächen, raumlufttechnische Anlagen, Trinkwasser-Installationen sowie die Toiletten und Duschen. Sollten den Hygienekontrolleuren Unstimmigkeiten in Bezug auf die Hygiene auffallen, haben Sie das Recht, eine Verwarnung auszusprechen und bei besonders unhygienischen Verhältnissen – zum Beispiel in Hallen- oder Freibädern –  diese sogar vorübergehend zu schließen.


Voraussetzungen, Berufseinstieg, Ausbildung und Verdienst

Wer seine berufliche Zukunft als Hygienekontrolleur im Gesundheitsbereich sieht, sollte auf alle Fälle ein grundsätzliches Interesse an Naturwissenschaften mitbringen, zeitlich und örtlich flexibel sein – denn Außeneinsätze stehen vielfach auf der Tagesordnung. Chemie, Biologie und Gesundheitslehre sollten ebenso kein weißes Blatt Papier sein, um in der Ausbildung in diesen Fächern keinen Schiffbruch zu erleiden. Auch eine gewisse Portion Selbstbewusstsein und Taktgefühl ist Voraussetzung, denn es gilt in schwierigen Situationen – zum Beispiel bei Hygieneverstößen in sozialen Einrichtungen – den Leitern den Ernst der Dinge klarzumachen und eventuelle Maßnahmen anzusprechen, die den Verantwortlichen oft vor Probleme stellen.

Voraussetzung für eine Bewerbung zur Ausbildung als Hygienekontrolleur – dem sogenannten Vorbereitungsdienst – ist die Fachoberschulreife oder ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Die zwei- bis dreijährige Ausbildung (Dauer und genaue Inhalte unterscheiden sich je nach Bundesland) ist in einen theoretischen Teil an einer Berufsschule des öffentlichen Dienstes (in Berlin, München, Gera, Düsseldorf) und den praktischen Bereich aufgeteilt.

Im theoretischen Teil wird Wissen unter anderem in den folgenden Bereichen vermittelt: Gesundheits- und Umweltrecht, Gesundheitsberichterstattung und Statistik, Biologie, Mikrobiologie, Prävention übertragbarer Krankheiten, Allgemeine Hygiene und Wasserhygiene, Maßnahmen zur Hygiene in öffentlichen Einrichtungen, umweltbezogener Gesundheitsschutz (z .B. Umwelttoxikologie), Bakteriologie, Gesundheitspädagogik und Schädlingsbekämpfung sowie Kommunikations- und Konfliktlösungstechniken. Der praktische Teil erfolgt im Labor – dort werden praktische Übungen durchgeführt und Analyseverfahren angewendet. In ergänzenden Betriebspraktika erlernt man die späteren Aufgaben – diese können zum Beispiel in Gesundheits- oder Ordnungsämtern, Krankenhäusern, Badeanstalten oder Wasserwerken absolviert werden. Im Rahmen der Ausbildung absolvieren angehende Hygienekontrolleure einen Desinfektoren-Lehrgang.

Die Vergütung im Vorbereitungsdienst zum Hygienekontrolleur liegt – je nach Bundesland – zwischen 790 und 1000 Euro. Bei einer entsprechenden Vorbildung im Gesundheitsbereich kann die Entlohnung auch ein wenig höher ausfallen. Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung sind die Kriterien für die Übernahme ins Beamtenverhältnis erfüllt. Das Einstiegsgehalt als Hygienesekretär im mittleren Dienst ist die Besoldungsgruppe A6 und beträgt zwischen 2.000 und 2.400 Euro im Monat. Im mittleren Dienst führt der Weg nach oben über den Hygieneobersekretär und den Hygienehauptsekretär zum Hygieneinspektor mit einem Sold von ca. 2.800 Euro. Gelingt der Aufstieg in den gehobenen Dienst – durch Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen – steigt die Entlohnung auf ca. 3.500 Euro.


Risiken im Beruf

Wie viele Berufe im Gesundheitswesen, bringt auch die Tätigkeit als Hygienekontrolleur gesundheitliche Risiken in Bezug auf Ansteckung oder Infektion mit sich. Gegen die meisten schützen Impfungen, die in solchen Berufsfeldern vorgeschrieben sind. Gegen Infektionen ist jedoch der beste Schutz immer der sorgsame und vorschriftsgemäße Umgang mit dem untersuchten Material. Im Bereich der Verwaltungstätigkeiten von Hygienekontrolleuren ergeben sich die üblichen Probleme einer sitzenden Beschäftigung – zum Beispiel Rückenschmerzen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Bewegungsmangel. Aufgrund der Tätigkeit bei Besichtigungen vor Ort kommen die Gefahren des Straßenverkehrs – und damit verbunden auch ein erhöhtes Unfall- und Stressrisiko – auf Bedienstete in diesem Bereich zu. Gegen die meisten dieser Risiken kann mit geeigneten Unfall-, Kranken und Dienstunfähigkeitsversicherungen vorgesorgt werden – für Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst sogar zu besonders günstigen Konditionen bei der DBV.

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