Standesbeamte – Begleiter in wichtigen Stunden des Lebens

Fällt das Wort „Standesamt“ oder „Standesbeamte“ haben die meisten von uns sofort eine Hochzeit im Kopf. Das ist durchaus richtig. Standesämter und Standesbeamte erfüllen jedoch noch viele andere Aufgaben – Eheschließungen nehmen nur einen Teil ihrer Arbeitszeit in Anspruch. Standesbeamte übernehmen wichtige Tätigkeiten für die Öffentlichkeit – ohne ihren Einsatz würden viele wichtige Stationen in unserem Leben nicht dokumentiert, aufgezeichnet oder beglaubigt werden. Alleine im Jahr 2013 beschäftigten sich ungefähr 30.000 Standesbeamtinnen und Standesbeamte deutschlandweit mit über 682.000 Geburten, fast 374.000 Eheschließungen und knapp 894.000 Sterbefällen.




Standesämter und Standesbeamte – Aufgaben im Dienste der Öffentlichkeit

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden im damaligen Reichsgebiet von Deutschland die ersten Standesämter eingeführt. Diese hatten die Aufgabe, sogenannte „Personenstandsregister“ zu führen und Personenstandsurkunden auszustellen. Unter Personenstandsregistern versteht man Geburtsregister, Heiratsregister und Sterberegister. Mit Einführung der Standesämter änderten sich auch die Heiratsgewohnheiten, denn bürgerlich-rechtliche Ehen dürfen seitdem nur noch von Standesbeamten eingetragen werden.

Bis Ende Dezember 2008 existierten in Deutschland noch vier Hauptstandesämter (Baden-Baden, Berlin, Hamburg und München), die besondere Aufgaben – vor allem bezüglich Personenstandsfällen, bei denen das Ausland betroffen war – bearbeiteten. Seitdem nimmt das Standesamt I in Berlin diese zentralen Aufgaben wahr. Heutzutage verfügt jede kreisfreie Stadt – und die Untereinheiten der einzelnen Landkreise – über eigene Standesämter. In vielen Großstädten gibt es sogar eigenständige Standesämter in den jeweiligen Stadtteilen. 

Die ausführenden Organe des Standesamtes nennt man Standesbeamte. In den Anfangszeiten der Standesämter waren zumeist der Bürgermeister oder der Dorfschullehrer ehrenamtlich als Standesbeamte tätig – heute sind Standesbeamte Verwaltungsbeamte mit Aufgaben, die denen von Notaren ähnlich sind. Sie führen ein eigenes Dienstsiegel und unterliegen dem Diensteid. Häufig sind Standesbeamte gar keine Beamten – es werden auch Verwaltungsfachangestellte oder Verwaltungsfachwirte als Standesbeamte eingesetzt, die kein Beamten-Dienstverhältnis haben, sondern als Amtsträger im Öffentlichen Dienst die Funktionsbezeichnung „Standesbeamter“ führen.


Die Tätigkeitsbereiche von Standesbeamten

Die Haupttätigkeit von Standesbeamten umfasst vor allem die Beurkundung von Änderungen des Personenstands. Darunter fallen zum Beispiel Geburten, Eheschließungen, Todesfälle und seit 2001 auch Lebenspartnerschaften unter gleichgeschlechtlichen Paaren. Bei all diesen Vorgängen stellt der Standesbeamte als Urkundenbeamter öffentliche Urkunden aus. Darüber hinaus sind Standesbeamte auch

  • mit Vaterschaftsanerkennungen
  • der Entgegennahme und Beurkundung eidesstattlicher Versicherungen
  • Scheidungen
  • Adoptionen
  • Kirchenaustritten
  • Namenserklärungen, -bestimmungen und –änderungen
    und vielem mehr betraut.
Das zeigt, dass ein Standesbeamter die meisten seiner Aufgaben im Büro erledigt – öffentlich in Erscheinung tritt er lediglich bei standesamtlichen Trauungen oder Verpartnerungen. Die Standesbeamten leisten mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft.


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Berufseinstieg, Ausbildung und Verdienst

Grundvoraussetzungen für den Beruf des Standesbeamten sind – neben den Kriterien in Bezug auf Schulabschluss und Ausbildung – eine Affinität für Recht und Gesetze, Entscheidungsstärke und man sollte keinesfalls Scheu vor dem Kontakt mit Menschen haben. Die Ausbildung zum Standesbeamten ist eine Zusatzqualifikation, aufbauend auf die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Diese grundlegende Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten dauert drei Jahre und erfolgt in der Regel dual in der jeweiligen Ausbildungsverwaltung und an einer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung.

Danach erst folgt die Aus- und Weiterbildung innerhalb eines Standesamtes. Diese dauert mehrere Monate und umfasst eine praktische Einschulung am Dienstort sowie einen zweiwöchigen Kurs. Dieser Lehrgang wird zurzeit nur in Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern angeboten. Im Rahmen dieses Kurses werden Abstammungs- und Namensrecht, Sterbefallbeurkundung, internationales Privatrecht oder Staatsangehörigkeitsrecht gelehrt. Nach den bestandenen Prüfungen am Ende des Lehrganges kann die Laufbahn als Standesbeamter beginnen. Die ständige Weiterbildung ist Teil des Berufs, da sich die Gesetze und rechtlichen Rahmenbedingungen ständig ändern – da heiß es, immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Nach oben auf der Karriereleiter geht es durch eine Weiterbildung zum Verwaltungswirt oder Verwaltungsbetriebswirt, um Aufgaben der mittleren Führungsebene übernehmen zu können. Diese reichen vom Sachbearbeiter bis hin zum Dezernenten (Dezernenten sind für einen bestimmten Bereich der Stadtverwaltung zuständig und werden auf Kommunalebene zum Beispiel in Bayern „Stadtrat“, in Baden-Württemberg „Bürgermeister“ und in einigen Hansestädten „Senator“ genannt) Selbst ein Bachelorabschluss im Bereich Betriebswirtschaft oder der Abschluss Diplom-Verwaltungswirt steht für Personen mit Hochschulzugangsberechtigung offen. Durch eine derartige Weiterbildung besteht auch die Möglichkeit eines Aufstiegs in die Beamtenlaufbahn des gehobenen Verwaltungsdienstes.


Die Besoldung für Standesbeamte ist genauso wie bei anderen Bediensteten der Kommune entsprechend ihrer Eingruppierung. Während der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beträgt die Vergütung zwischen ca. 830 Euro im ersten Ausbildungsjahr und ca. 930 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Nach der Ausbildung erfolgt zumeist eine Einstufung in die EG 5 des Tarifvertrags Öffentlicher Dienst mit etwa 2.000 Euro brutto. Aufstiegschancen ohne weitere Zusatzausbildungen bestehen bis in die EG 9 mit ca. 3.500 Euro brutto. Als Diplomverwaltungswirt beträgt die Besoldung sogar um die 4.200 Euro.



Risiken im Beruf

Als Standesbeamter lebt man nicht unbedingt gefährlich. Wichtig ist, dass man flexibel bleibt und sich auf die unterschiedlichen Fälle und Konstellationen einstellen kann. Ist dies nicht der Fall, kann das zu emotionalem Stress führen, der auf Dauer gesundheitsschädlich sein kann. Es kann auch zu sogenannten „Nottrauungen“ kommen, bei denen Standesbeamte im Krankenhaus sterbenskranke Personen noch trauen müssen. Auch dieser Umstand kann auf das Gemüt schlagen und der Standesbeamte muss damit umgehen können. Darüber hinaus bestehen die allgemeinen Bürogefahren, wie zum Beispiel Stürze. Nachdem Trauungen auch außerhalb des Standesamtes vollzogen werden können, kommen als Gefahrenpotenzial noch der Straßenverkehr und die Gegebenheiten am Ort der Trauung hinzu.

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