Nicht alle tragen Uniform – Verwaltungsmitarbeiter bei der Bundeswehr

Flugzeuge, Panzer, Schiffe, Waffen – so stellen sich viele die Bundeswehr vor. Aber es gibt noch eine ganz andere Seite, ohne diese die kämpfende Truppe heutzutage wahrscheinlich handlungsunfähig wäre. Gäbe es niemanden, der sich im Hintergrund um den Nachschub, die Logistik, die Informationstechnik und vieles mehr kümmern würde, könnte der Schutz Deutschlands durch seine Soldaten und Soldatinnen nicht mehr in der notwendigen Form aufrecht erhalten werden. Dafür sorgen in etwa 80.000 zivile Fachkräfte, die in den unterschiedlichsten Bereichen das starke Rückgrat der deutschen Bundeswehr darstellen.




Der Arbeitgeber Bundeswehr im zivilen Bereich.

Ungefähr 80.000 zivile Fachkräfte befinden sich zurzeit im Dienst bei der deutschen Bundeswehr. Dieser Personalstand besteht aus Quereinsteigern aus der freien Wirtschaft und zum großen Teil aus bei der Bundeswehr ausgebildeten Fachkräften. Die Bundeswehr bildet bereits seit 1959 junge Menschen in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen aus und bietet ihnen hervorragende Berufsperspektiven im Öffentlichen Dienst.


Die Einsatzbereiche der Verwaltungsmitarbeiter.

Übergeordnet kann man sagen, dass die Verwaltungsmitarbeiter zur Entlastung der Truppen dienen. Sie koordinieren im Hintergrund, kümmern sich um die Instandhaltung von Kasernen und Betriebsmittel, steuern die Materialbeschaffung, sind für Personalbelange zuständig und sorgen dafür, dass die Bundeswehr auch im Bereich des Umweltschutzes alle Standards erfüllt. Die Wehrverwaltung setzt sich im Detail aus vier Bereichen zusammen.


Der Organisationsbereich „Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen“:
Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (kurz IUD) befindet sich in Bonn. Die Steuerung und Durchführung der Anforderungen in den Bereichen Infrastruktur, gesetzliche Schutzaufgaben, Dienstleistungen, Recht, Finanzen und Controlling sind Aufgabe des IUD. Zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) und den Bauverwaltungen des Bundes und der Länder stellt das IUD – in sieben Kompetenzzentren für Baumanagement – den umfassenden infrastrukturellen Service für die Bundeswehr sicher. Darüber hinaus ist das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr in Sonthofen Teil des IUD und das Verpflegungsamt der Bundeswehr in Oldenburg. Das IUD kümmert sich auch um die Einhaltung der Bundeswehr-Richtlinien für Umweltschutz.


Der Organisationsbereich „Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung“:
Dieser Bereich – kurz AIN genannt – ist für die nationalen und internationalen Rüstungsaktivitäten verantwortlich, diese zu planen, zu steuern und zu kontrollieren. Darüber hinaus trägt er die Verantwortung für die Beschaffung über die Nutzung bis hin zur Verwertung von Wehrmaterial. Darunter fallen zum Beispiel Bekleidung, IT-Nutzungssteuerung oder die Beschaffung von Transportleistungen. Die Abteilung AIN verantwortet auch die Grundsätze der Beschaffung und des Vergabewesens in der Bundeswehr sowie den Bereich Forschung und Technologie. Im Bereich der Informationstechnik stellt die Abteilung AIN den IT-Direktor des Bundesministeriums für Verteidigung (BMVg) und den IT-Sicherheitsbeauftragten der Bundeswehr. Das, der Abteilung AIN nachgeordnete, Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr wird durch acht Wehrtechnische und Wehrwissenschaftliche Dienststellen sowie durch das Zentrum für Informationstechnik der Bundeswehr unterstützt. Zu den untergeordneten Dienststellen zählt ein Marinearsenal, das Wartungs- und Instandsetzungsleistungen für die Deutsche Marine sicherstellt.


Der Organisationsbereich „Personal“:
Sehr wichtig für die Aufrechterhaltung der Truppenstärke und des zivilen Personals ist der Organisationsbereich Personal. Das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr mit Hauptsitz in Köln ist für die Personalgewinnung, Personalführung und Personalentwicklung im militärischen und zivilen Bereich zuständig. In 16 Karrierecentern und 110 Karriereberatungsbüros sind die Mitarbeiter Ansprechpartner für Politik, Behörden, Wirtschaft, Bundesagentur für Arbeit sowie Dienststellen der Bundeswehr. In 8 der 16 Karrierecenter erfolgt auch die Eignungsfeststellung von Bewerbern. Das Bildungszentrum der Bundewehr in Mannheim ist für den Bildungs- und Qualifizierungsprozess innerhalb der Bundeswehr verantwortlich – das Bundessprachenamt in Hürth bei Köln für die Ausbildung in über 40 Fremdsprachen. Weitere Bereiche des Bereichs Personal sind die akademische Bildung in den beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und Neubiberg bei München und die Fachhochschule des Bundes, mit dem Fachbereich Bundeswehrverwaltung in Mannheim.


Der Bereich „Rechtspflege und Militärseelsorge“:
Hier sind Rechtsberater und Rechtslehrer, Wehrdisziplinaranwälte und Truppendienstrichter damit beschäftigt Angehörige der Bundeswehr zu beraten, zu unterrichten und in rechtlichen Angelegenheiten zu entscheiden. Sie tragen dadurch zur Erhaltung der, an Recht und Gesetz gebundenen, soldatischen Ordnung in den Streitkräften bei. Die Militärseelsorge ist die Kirche unter Soldaten und Soldatinnen und eine gemeinsame Angelegenheit von Staat und Kirche.


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Einstellungskriterien und Dienstbezüge.

Die Aufgaben und Karrierechancen von Verwaltungsmitarbeitern sind enorm vielfältig und hängen in erster Linie von den zuvor erworbenen schulischen und beruflichen Abschlüssen ab. Bereits mit einem Haupt- oder Realschulabschluss hat man gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Erwartet wird – neben fachlicher und charakterlicher Eignung – ein sehr guter oder guter Haupt- oder Realschulabschluss (oder ein vergleichbaren Abschluss) sowie gute Leistungen in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik. Während der Ausbildungsdauer erfolgt die Entlohnung nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes und beträgt zwischen knapp unter 850 Euro im ersten Ausbildungsjahr bis zu fast 1.000 Euro im vierten Ausbildungsjahr. 

In den mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst kann man mit einem Realschulabschluss oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung – zum Beispiel als Verwaltungsfachangestellte/-r oder Bürokauffrau/-mann einsteigen und nach absolvierter Laufbahnausbildung als Regierungssekretär/in mit Besoldungsgruppe A6 knapp 2.000 Euro im Monat verdienen.

Für einen Einstieg in den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst ist die Fachhochschulreife oder Abitur Voraussetzung. Im gehobenen nichttechnischen Dienst erfolgt die Ausbildung zur/zum Diplom-Verwaltungswirtin (FH) / Diplom-Verwaltungswirt (FH) im Fachbereich Bundeswehrverwaltung in der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Mannheim. Nach der Ausbildung erhält man mit der Dienstbezeichnung Regierungsinspektor in A9 ca. 2.400 Euro im Monat. Besitzt der Bewerber bereits einen Fachhochschul- oder Bachelorabschluss, dann kann er in den gehobenen technischen Verwaltungsdienst eintreten und dort im Bereich der Wehrtechnik oder der Feuerwehr seine Karriere starten. Das Grundgehalt liegt hier nach der Ausbildung bei ca. 2.600 Euro.

Der Einstieg in den höheren technischen oder nichttechnischen Verwaltungsdienst kann mit einem abgeschlossenen Hochschul- oder Masterabschluss erfolgen. Die Einsatzbereiche liegen dann in der Wehrtechnik, dem psychologischen Dienst, als Jurist, Lehrer oder im Controlling. Das Gehalt beträgt nach der Ausbildung in der Gruppe A 13 über 3.700 Euro. Alle hier angeführten Beträge stellen nur den Grundbezug dar und erhöhen sich noch um diverse Zulagen.

Informationen über die Voraussetzungen und Möglichkeiten für eine zivile Karriere bei der Bundeswehr finden Sie hier


Risiken im Beruf.

Im Verwaltungsbereich sind die Risiken von Verletzungen und ähnlichem nicht so hoch, wie bei der kämpfenden Truppe. Die Probleme sind hier ein wenig anders gelagert – hier kommen eher normale Berufsrisiken und Berufskrankheiten zum Tragen, die bei vergleichbaren, sitzenden Tätigkeiten in der Privatwirtschaft auch vorkommen. Zum Beispiel Rückenbeschwerden wegen der sitzenden Tätigkeit. Aber auch im Büro oder einer anderen Dienststelle können Unfälle passieren – deshalb ist eine Unfallversicherung für Verwaltungsmitarbeiter sehr sinnvoll. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist unbedingt notwendig, denn auch aus Krankheitsgründen – und nicht nur wegen eines Unfalls – kann eine Dienstunfähigkeit entstehen.


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