Durch sie bleibt Wohnen und Arbeiten sicher: Beamte der Bauaufsichtsbehörden.

Was würde passieren, wenn jeder wo und wie er will Bauen oder Umbauen dürfte? Das gäbe ein großes Chaos. Zuerst mal wäre das sehr gefährlich – denn wer ist schon Statiker und kann feststellen, ob das Haus nicht zusammenbricht? Und darüber hinaus wäre das Stadtbild mit Sicherheit nicht so ansehnlich und homogen. Und genau hier kommen die Beamtinnen und Beamten der Bauaufsichtsbehörden ins Spiel, die darüber wachen, dass die Sicherheit und das Erscheinungsbild gewahrt bleiben – auch wenn sie damit nicht bei jedem Bauherren immer auf Verständnis stoßen ...

In Deutschland wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2013 etwa 272.000 Wohnungsbaugenehmigungen erteilt, darüber hinaus über 213.000 Genehmigungen für  Gebäude und weitere Baumaßnahmen. Wenn man sich den Umfang eines Antrags auf Erteilung einer Baugenehmigung ansieht, dann wird schnell klar, dass die Bauaufsichtsbehörden der Länder damit alleine genug zu tun haben – und das ist nicht die einzige Aufgabe, welche die Beamtinnen und Beamten im Öffentlichen Dienst zu erfüllen haben.




Die Tätigkeitsfelder der Bauaufsichtsbehörden

In Deutschland gibt es mehrere Bauaufsichtsbehörden, deren Aufgaben und Befugnisse in der jeweiligen Bauordnung des betreffenden Bundeslandes geregelt sind. Die rechtliche Grundlage für die Tätigkeiten der Bauaufsichtsbehörden bildet das Bauordnungsrecht. Dieses Bauordnungsrecht wird vor allem über die jeweiligen Bauordnungen (BauO) oder Landesbauordnungen (LBauO) geregelt – über die allgemeine Anforderungen an Grundstücke und deren Bebauung definiert werden, die bei der Errichtung, Änderung, Beseitigung und Nutzung baulicher Anlagen zu beachten sind. Die Bauaufsichtsbehörden haben ein breites Aufgabengebiet – dazu zählen zum Beispiel auch die Genehmigung von Werbetafeln, die Überprüfung von Öffentlichen Gebäuden und Gaststätten in Bezug auf Brandschutz, Schallschutz sowie Fluchtwege und sie unterstützt die Feuerwehr im Brandschutz zum Beispiel bei Theaterstücken, in denen Feuer zum Einsatz kommt, durch Überprüfungen und Abnahme im Vorfeld.


Haupttätigkeit der Bauaufsichtsbehörden ist jedoch das Erteilen von Baugenehmigungen, bei denen der Bauantrag auf die Vereinbarkeit der baulichen Anlagen mit den Vorschriften des öffentlichen Rechts, insbesondere solchen des Bauordnungs- und Bauplanungsrechts konform ist. Eine weitere Aufgabe ist die Gefahrenabwehr – das bedeutet, sie gehen gegen sogenannte „Schwarzbauten“ (ohne Genehmigung erbaute Gebäude) vor und können Maßnahmen zur allgemeinen Abwehr von Gefahren ergreifen, die zum Beispiel von baufälligen Bauwerken ausgehen. Die Bauaufsichtsbehörden haben die Befugnis, nach einer Anhörung des Bauherrn, die sofortige Baueinstellung oder Untersagung der Nutzung zu verordnen. Bauaufsichtsbehörden haben auch das Recht, Bußgelder zu verhängen oder die Anordnung zum Abbruch auszusprechen. 


Die Struktur und Aufgabenverteilung der Bauaufsichtsbehörden

Die Zuständigkeit der Bauaufsichtsbehörden ist auf drei Ebenen verteilt:

Die Oberste Bauaufsichtsbehörde:
Sie erlässt als oberste Instanz des jeweiligen Bundeslandes neue Rechts- und Verwaltungsvorschriften, führt neue technische Baubestimmungen ein und entscheidet über die Zulassung neuer Bauteile, Baustoffe oder Bauarten.

Die Obere Bauaufsichtsbehörde:
Die Obere Bauaufsichtsbehörde ist für die Fachaufsicht gegenüber der Unteren Bauaufsichtsbehörde zuständig und ist ihr gegenüber weisungsberechtigt. Es gibt sie nicht in allen Bundesländern – wo diese Ebene nicht vorhanden ist, übernimmt die Oberste Bauaufsichtsbehörde die Aufgabe der Oberen Bauaufsichtsbehörde.

Die Untere Bauaufsichtsbehörde:
Sie ist in den Bauaufsichtsabteilungen von Landratsämtern, kreisfreien Städten und großen kreisfreien Städten angesiedelt und überprüft, genehmigt und überwacht die Neubau-, Umbau- und Abbruchmaßnahmen.


Geleitet werden die Bauaufsichtsbehörden in den meisten Fällen von Ingenieuren, Architekten oder auch Juristen, die als Beamte des höheren Dienstes angestellt sind. Beamte des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes sind für die Durchführung der Bauordnungsverfahren zuständig. Angestellte mit bauhandwerklicher Ausbildung übernehmen zum Beispiel die Bauüberwachung im Außendienst. Der wichtige Bereich der Statik wird zumeist von freiberuflichen Prüfingenieuren, die über eine öffentliche Zulassung verfügen, übernommen.


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Karriere im Öffentlichen Dienst und Verdienstmöglichkeiten

Der Dienst bei den Bauaufsichtsbehörden ist sehr vielfältig und spannend. Die Einstiegsmöglichkeiten sind mit entsprechender Ausbildung sehr gut und die Besoldung im gehobenen und höheren Dienst angesiedelt – damit ist die Tätigkeit auch gut bezahlt. Die genaue Höhe der Besoldung kann sich von Bundesland zu Bundesland geringfügig unterscheiden, da diese vom Bundesland selbst festgelegt wird.

Generell ist die Voraussetzung für eine Einstellung im gehobenen Dienst (Qualifikationsebene 3) neben der fachlichen und persönlichen Eignung, Teamfähigkeit und dem sicheren Umgang mit moderner Technik, ein abgeschlossenes Bachelor oder Dipl. Ing. (FH) Studium in den Bereichen Bauingenieurwesen, Architektur, Gebäudetechnik oder auch Landespflege und Landschaftsarchitektur. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wartet der Vorbereitungsdienst mit einer Dauer von zwei Jahren, der mit der Laufbahnprüfung abschließt. Die Besoldung während des Vorbereitungsdienstes beträgt in etwa bei 1.050 Euro im Monat – nach bestandener Prüfung und Einstufung als Bauoberinspektor liegt der Sold zu Beginn in der Besoldungsstufe A 10 bei etwa 2.600 Euro und kann sich je nach Beförderung und Dienstzugehörigkeit bis auf ca. 4.800 Euro als Bauoberamtsrat in der Besoldungsstufe A 13 steigern.


Im höheren Dienst (Qualifikationsebene 4) sieht dies ähnlich aus, jedoch ist hier ein abgeschlossenes Hochschulstudium in den Bereichen Bauingenieurwesen, Architektur oder Maschinenbau und Elektrotechnik Voraussetzung. Der Vorbereitungsdienst dauert in diesem Fall 27 Monate und wird mit ca. 1.250 Euro vergütet. Nach bestandener Laufbahnprüfung beginnt die Besoldung als Baurat in der Besoldungsstufe A 13 bei ca. 3.700 Euro und steigert sich bis zu ca. 6.500 Euro im Monat. Wie bei allen Berufen im Öffentlichen Dienst werten Zulagen und Vergünstigungen das Gehalt zusätzlich auf.


Risiken im Beruf.

Natürlich besteht die Haupttätigkeit von Beamten bei der Bauaufsichtsbehörde darin, Bauanträge zu bearbeiten – das geschieht zumeist am Schreibtisch im Büro. Die Unfall- und Verletzungsgefahren sind somit dieselben, wie bei anderen Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst, die Ihre Arbeit im Büro verrichten. Im Außendienst und bei Besichtigungen von Bauvorhaben besteht jedoch ein erhebliches Risiko von Verletzungen – denn da bewegen sich die Beamten auf Baustellen und sind somit den typischen Baustellengefahren ausgesetzt. Stürze in ungesicherte Schächte oder Verletzungen durch herunterfallende Bauteile sind keine Seltenheit. Dienstunfähigkeits-, Kranken- und Unfallversicherung sollten daher auch bei Beamten der Bauaufsichtsbehörde nicht fehlen.


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