Eine gute Vernetzung – das A&O für Eltern und Familien



Vernetzung ist heute wichtiger denn je. Nicht nur im Beruf, wo Networking mittlerweile in aller Munde ist, auch und besonders als Eltern und als Familie ist man auf gute Kontakte angewiesen. Klar kann man die vielen Herausforderungen im Alltag mit Kindern auch alleine hinbekommen. „Aber gemeinsam mit anderen macht das mehr Spaß, und Spaß sollten Sie mit Ihrem Kind haben“, so Julia Spätling, Leiterin der Familienschule der Deutschen Familienstiftung in Fulda.

Damit Ihnen also bei schlechtem Wetter oder bei kleinen bis größeren Sorgen nicht die Decke auf den Kopf fällt oder Ihnen nicht wichtige Termine durch die Lappen gehen: Vernetzen Sie sich! Wie? Ganz einfach!


Erste Kontakte mit anderen Eltern: Bei der Geburtsvorbereitung fängt es an

„Wegen der fehlenden Großfamilie ist es heutzutage unverzichtbar, sich andere soziale Strukturen zu suchen. So können Väter und Mütter die Anforderungen, die durch einen neuen kleinen Erdenbürger entstehen, leichter und entspannter schaffen“, erklärt Julia Spätling. Und In der Schwangerschaft geht es schon los: Es stehen Fragen im Raum, die am besten mit Hilfe Gleichgesinnter und unter- und miteinander geklärt werden können. Andere Eltern mit gleichaltrigen Kindern haben meistens die gleichen Bedürfnisse, Interessen und Aufklärungsbedarfe wie Sie. Jeder weiß etwas anderes, verschiedene Perspektiven erweitern den eigenen Horizont.

Wie vielfältig die Möglichkeiten zur Vernetzung sind und wie groß auch der Bedarf ist, sieht man allein schon an den Unmengen an Foren im Internet, in denen sich Eltern aufhalten, austauschen und Rat suchen. Zu den größten und vor allem auch einigermaßen gut betreuten gehören z.B. netmoms und Urbia. Julia Spätling rät bei der Nutzung allerdings allgemein zur Vorsicht: „Der Austausch, der auf solchen Plattformen stattfindet, ist nicht immer das, was werdenden und jungen Eltern gut tut. So gibt es immer wieder Nutzer, die von schlechten Geburtserlebnissen erzählen, Druck aufbauen oder sich einfach nur produzieren. Davor sollte man sich schützen.“


Das Beste: Persönliche Vernetzung in der Nachbarschaft

Wichtig ist daher auch die persönliche Vernetzung im näheren Umfeld, in Ihrer Nachbarschaft - und zwar von Anfang an. Um andere Eltern mit ihren Kindern kennenzulernen, können Sie unter anderem Kurse wie Geburtsvorbereitung und/oder -nachbereitung, Babyschwimmen, Krabbelgruppen oder Eltern-Kind-Initiativen besuchen.

Erste Vernetzung ermöglichen auch Gruppen wie das Prager Eltern Kind Programm (PEKiP), das schon vier bis sechs Wochen nach der Geburt beginnt und nach eigenen Angaben die Beziehung zwischen dem Baby und seinen Eltern stärken und vertiefen, die Eltern in ihrer Situation begleiten und den Erfahrungsaustausch sowie die Kontakte der Eltern untereinander fördern und dem Baby Kontakte zu Gleichaltrigen ermöglichen will.

Oft bieten auch die Volkshochschulen spannende Kurse rund ums Eltern- und Kind-Sein an. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe zudem ein Familien- oder Nachbarschaftszentrum mit entsprechenden Programmen? Bei Erziehungsfragen können Sie gemeinsam mit anderen Vätern und Müttern an Kursen und Trainings wie „Triple P“ teilnehmen.

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Was ist die Deutsche Familienstiftung?

Die Deutsche Familienstiftungwurde 2000 gegründet und ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie begleitet und informiert werdende Eltern und Familien über relevante Themen, sie stärkt junge Familien durch Vermittlung von Partnerschafts- und Erziehungskompetenz und hilft mit Beratung und Begleitung. Zudem arbeitet die Stiftung daran, ein Umdenken zugunsten der Partnerschafts- und Familienstärkung in Gesellschaft und Politik voranzutreiben.

Unter ihrem Dach fungiert auch die Familienschule Fulda, ein Ort, an dem Eltern Antworten auf ihre Fragen bekommen, Kontakte knüpfen und hilfreiche Kurse von Geburtsvorbereitung über Eltern-Kind-Gruppen bis hin zu Selbsthilfe-Gruppen finden. Neben dem auf die werdenden und jungen Eltern abgestimmten Kursangebot, bietet die Familienschule Hilfen bei vielen Themen wie der Alltagsgestaltung, Selbstpflege, Stress- und Zeitmanagement sowie verlässliche Unterstützung bei Problemen. Hier geht’s zur Familienschule Fulda.

Sie haben eine Frage zu den Themen Schwangerschaft, Kinder, Partnerschaft, Kinderwunsch und Gesundheit? Hier geht es zu WIKIFAMILIA


Netzwerke in Kita und Schule: der Elternstammtisch und die Eltern-AGs

Geht ihr Kind in den Kindergarten, nimmt es bald von selbst Kontakt zu anderen Kindern auf. So entstehen neue Verbindungen. Hier - wie später in der Grundschule - gibt es nun andere spannende Möglichkeiten, sich einzubringen und neue Menschen zu treffen: Melden Sie sich als Elternsprecher, helfen Sie bei Aktionen wie Veranstaltungen, Festen oder Eltern-AGs mit. So knüpfen Sie Kontakte zu anderen Familien und lernen außerdem die Umgebung besser kennen, in der sich Ihr Kind jeden Tag bewegt.

Gibt es solche Foren in der Institution, die Ihr Kind besucht, noch nicht? Organisieren Sie doch einfach selbst einen Elternstammtisch, ein Kennenlern-Brunch oder einen gemeinsamen Ausflug für alle Familien. Sprechen Sie in Kita, Kindergarten und Schule andere Eltern an und verabreden Sie sich mit ihnen. Auch in Universitäten oder am Arbeitsplatz gibt es Elternnetzwerke, Elternverteiler oder Elterncafés, die zu regelmäßigen Treffen einladen. „Hier entscheiden Sie nach Bauchgefühl, wer am ehesten zu Ihnen passt. Lassen Sie sich nicht zu irgendetwas drängen, machen Sie nur so viel, wie Sie zeitlich schaffen. Das Verabreden kann sonst auch schnell zum Stressfaktor werden und das ist ja nicht Sinn der Sache“, empfiehlt Julia Spätling.

Facebook, WhatsApp und Konsorten: Soziale Medien helfen beim Familien-Networking

Genauso steht es mit den sozialen Medien, die Fluch und Segen in einem sein können. Denn eine überall verbreitete Art der Vernetzung zur Organisation und Information im Alltag sind digitale Technologien wie z.B. Facebook. Plattformen wie diese dienen überwiegend dazu, Kontakte zu anderen zu halten oder Gruppeninfos zu bekommen und sich mitzuteilen. Mit Messengern wie WhatsApp, Telegram, Threema und Co. kann man sich schnell und unkompliziert verabreden. Schnell ist auch mal ein Foto zu Räumlichkeiten verschickt oder eine spontane Idee geteilt. Übrigens: Wer aus Datenschutz- oder anderen Gründen Alternativen zu den Platzhirschen Facebook und WhatsApp sucht, der findet sie auch!


Gerade in der weiten Welt der Apps und des Internets gilt es für Väter und Mütter der „digital natives“ auf dem Laufenden zu sein. Spätestens mit der weiterführenden Schule wird sich ihr Kind auch digital vernetzen und sie mit dieser Welt konfrontieren. Da sollten Sie nicht hintenanstehen. Viele Tipps finden Sie dazu auf den Seiten der Polizei und in Fachforen zu den Themen Medien, Vernetzung und Cyber-Mobbing. Und noch mehr Inspiration, Ideen und Vernetzung bieten Ihnen die unzähligen Mama- und Papa-Blogs, die im Netz entstehen. Hier finden Sie eine kleine Vorauswahl an Elternblogs. Vielleicht gibt es ja Familien-BloggerInnen in Ihrer Nähe. Mit ein bisschen Recherche im Netz sind sie bald gefunden.


Gemeinden, Vereine, Bildungsstätten und Kirchen bieten Raum für neue Kontakte


Denn bei allen digitalen Angeboten rät Julia Spätling immer wieder zur nahen Umgebung: „Suchen Sie Räume, in denen Sie sich aufhalten können. Manchmal stellen die Eltern reihum selber Möglichkeiten zur Verfügung, es können aber auch Räumlichkeiten in Familienbildungstätten, Vereinen, Gemeinden und Kirchen sein, die an einem Nachmittag für ein bis zwei Stunden zur Verfügung gestellt werden.“ Auch gibt es immer wieder Cafes und Restaurants, die Kinderbereiche bzw. Kleinkindecken haben, mit etwas Recherche lassen sich oft ungeahnte Plätze herausfinden. „Nur wer fragt, gewinnt!“, weiß Julia Spätling.


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