Angst-Virus Zika – die fünf wichtigsten Fragen

Mit Checkliste zur Reisevorbereitung


Mehr als 5,5 Millionen Deutsche unternehmen Fernreisen: Nach den USA stehen die Karibik und Lateinamerika auf der Favoritenliste. Doch dort droht Gefahr, seit das Zika-Virus grassiert. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) mahnt zur Vorsicht. Wie riskant sind Reisen in die Problemländer wirklich? Wer ist betroffen? Ist Prävention möglich, kann man eine Ansteckung vermeiden? Im PLUS beantworten wir jetzt die wichtigsten Fragen zu Zika auf dem aktuellen Wissensstand. 

Die Gefahr ist jetzt gewiss: Das Zika-Virus ist erschreckender als bisher angenommen und bedroht die Babys von schwangeren Frauen in mehrfacher Hinsicht. Die US- Gesundheitsbehörde CDC ist überzeugt davon, dass zwischen dem Virus und der Missbildung Mikrozephalie, bei welcher der Schädel im Vergleich zum Normalzustand zu klein ist, ein eindeutiger Zusammenhang besteht. Aber auch Frühgeburten und Augenprobleme gehören zu den Folgeerscheinungen einer Infektion.

Das Auswärtige Amt rät Schwangeren von einer vermeidbaren Reise in Risikogebiete ab; Lateinamerika steht vorne an, aber auch die Karibik und die Pazifische Region mit Samoa und Tonga sind betroffen. Seit Mai 2015 breitet sich das Zika-Virus hier aus, schätzungsweise 500.000 bis 1,5 Millionen Menschen haben sich bisher infiziert, 30 Staaten auf dem amerikanischen Festland sind erfasst. Nicht nur Schwangere gehen ein Risiko ein: Zika steht auch im Verdacht, zu den Auslösern des Guillain-Barré-Syndroms zu gehören -  das ist eine schwere neurologische Erkrankung, die Lähmungen zur Folge hat.


Die fünf wichtigsten Fragen zu Reise & Risiko im Olympiajahr

1. Was ist Zika?
 
Zika gehört zur Familie der Flaviviren, aus der auch die gefährlichen Erreger von Dengue, Enzephalitis und Hepatitis stammen. 1947 wurde das Virus im Zika-Forest in Uganda an einem Rhesus-Affen entdeckt und fünf Jahre später beim Menschen nachgewiesen. Meist wird es von der Gelbfiebermücke, möglicherweise auch von anderen Mücken, übertragen. Ansteckung ist aber auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr möglich; ob das genetische Material in Urin und Speichel ebenfalls infiziert, ist noch nicht geklärt. Die Symptome einer Infektion sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und manchmal Fieber.

Oft wird die Krankheit gar nicht bemerkt, 80 Prozent der Betroffenen zeigen überhaupt keine Symptome.

2. Wo kommt Zika vor?

In Europa und den USA wurden bisher keine Mücken entdeckt, die den Erreger tragen. Die wenigen Zika-Infektionen, die hierzulande dokumentiert wurden, hatten ihre Ursache in einem Besuch in Infektionsgebieten oder Sexualkontakten mit Infizierten. In Afrika scheinen viele Frauen die Zikavirus-Infektion im Kindesalter durchzumachen und sind daher bei der ersten Schwangerschaft schon immun – jedenfalls wurde bislang kein Zusammenhang zwischen Zikavirus-Infektionen und Mikrozephalie gesehen. Größere Ausbrüche beim Menschen geschahen 2007 in Mikronesien und ab 2013 in anderen Inselstaaten im pazifischen Raum.

Aktuell grassiert das Virus in Mittel- und Südamerika, die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einer weiteren Ausbreitung in tropischen und subtropischen Gebieten der Welt.


3. Für wen ist Zika gefährlich?

Eine Infektion mit dem Zikavirus in der Schwangerschaft kann beim ungeborenen Kind zu Mikrozephalie führen. Bei dieser Krankheit entwickeln sich Schädel und Gehirn kleiner als normal. In schweren Fällen sterben die Babys kurz nach der Geburt oder noch im Mutterleib. Die Überlebenden können je nach dem Grad der Fehlbildung unter Einschränkungen bis hin zu schweren geistigen Behinderungen leiden. Entgegen ersten Einschätzungen besteht Gefahr in allen Phasen der Schwangerschaft.

Sehr selten, aber nicht ausgeschlossen sind Schädigungen des Gehirns bei Erwachsenen in Folge einer Infektion mit dem Zika-Virus; Forscher haben den Erreger im Zusammenhang mit dem Guillain-Barré-Syndrom beobachtet.


4. Kann man sich schützen?

In Brasilien und in den USA wird an einem Impfschutz gearbeitet, bis aber ein Stoff getestet werden kann, dauert es laut Weltgesundheitsorganisation noch mindestens 18 Monate. Bis dahin bleibt nichts anderes übrig, als sich so gut wie möglich vor Mückenstichen und der ebenfalls möglichen Ansteckung durch sexuelle Kontakte mit Kondomen zu schützen Therapien, die direkt das Zika-Virus behandeln und aus dem Körper beseitigen, gibt es nicht. Die Zika-Virus-Behandlung besteht demnach darin, Symptome der Erkrankung zu lindern. Empfohlen sind Bettruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da der Körper während der Krankheitsphase viel Wasser verlieren kann.

Medikamente mildern Zika-Virus-Symptome wie Schmerzen (Analgetika) und Fieber (Antipyretika). Zur Zika-Virus-Behandlung empfehlen Ärzte vor allem Acetaminophen (Paracetamol), um das Risiko von Blutungen zu mindern. Auf Acetylsalicylsäure (ASS), das die Funktion der Blutplättchen stört, sollte unbedingt verzichtet werden. Müssen Sie aufgrund anderer Erkrankungen ASS einnehmen, fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Bei weiteren Krankheitserscheinungen einer Zika-Virus-Infektion wie einer Bindehautentzündung wird die Behandlung entsprechend erweitert.

5. Was müssen Reisende beachten?

Bei sexuellen Kontakten sollte das Kondom Pflicht sein. Komplizierter ist der Schutz vor Mückenstichen. Anders als viele Artgenossen ist die Gelbfiebermücke Aedes nicht nur morgens und abends in der Dämmerung unterwegs, sondern auch tagsüber. Konsequente Mückenabwehr ist nonstop wichtig, zum Beispiel durch chemische Insektenschutzmittel, körperbedeckende und helle Kleidung, Fensterschutz und Moskitonetze. Ein hundertprozentiger Schutz vor Ansteckung ist dennoch nicht möglich.

Wer innerhalb von zwei Wochen nach der Rückkehr aus einem betroffenen Gebiet verdächtige Symptome entwickelt, sollte einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen. Eine spezielle Zikavirus-Diagnostik bietet in Deutschland zum Beispiel das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg an. Nach einer möglichen Infektion empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin sechs Monate lang den Gebrauch von Kondomen bei sexuellen Kontakten.

Gut vorbereitet, gesund zurück

Das Robert Koch-Institut wünscht sich, dass jedermann vor Reisen ins außereuropäische Ausland eine reisemedizinische Beratung bei Ärzten oder den Tropeninstituten in Anspruch nimmt -  möglichst mehrere Wochen vor der Abreise, weil einige Impfungen die Immunität erst nach einiger Zeit aufbauen. Andere Impfungen wie beispielsweise gegen Tollwut, Hepatitis B oder Japanische Encephalitis bedürfen mehrerer Impfdosen in einem gewissen Mindestabstand, dafür ist es wenige Tage vor Abreise zu spät. Zusätzlich sollte rechtzeitig auch der allgemeine Impfschutz geprüft werden, um Lücken bei Standardimpfungen zu schließen, zum Beispiel gegen Masern, Diphtherie, Poliomyelitis oder Influenza.

Zusätzliche Empfehlungen:

  • Hepatitis A für alle Reisenden
  • Masern für alle Kinder
  • Gelbfieber in zahlreichen Bundesstaaten 
  • Malaria je nach Reiseregion (nähere Informationen zu Gelbfieber und Malaria unter http://tropeninstitut.de/reiseziel/laenderinfo.php?lid=23)
  • Tollwut, Hepatitis B und Typhus bei Trekkingreisen 
Es ist also höchste Zeit, den Impfpass zu checken und zusätzliche Schutzimpfungen zu planen. Rechtzeitig sollte auch die Reiseapotheke bestückt werden. Was sie enthalten sollte, sind Medikamente, die man ständig nehmen muss (zur Sicherheit Rezepte kopieren und mitnehmen), Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzmittel, erste Hilfe bei Hautverletzungen, Verstauchungen oder Prellungen, Sonnenschutz und Hilfe gegen Sonnenbrand (Lichtschutzfaktor 50 am besten in Deutschland kaufen, da in Brasilien sehr teuer und die Lichtschutzfaktoren sind nicht so schützend wie ausgewiesen), Verbandsmaterial, Pinzette, Desinfektionsmittel, Kondome. Eine nützliche Hilfe bei den Reisevorbereitungen finden Sie hier als Checkliste zum Download:


Checkliste Reisevorbereitung (PDF, 349 KB)

Vorteil AXA Das PLUS für Kunden von AXA


Im Ausland bestens medizinisch versorgt

Damit Sie auf den Kosten nicht sitzen bleiben und Ihren Urlaub sorgenfrei genießen können, ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung ein unverzichtbares „Muss“ für jeden Reisenden. Auf moderne Bedürfnisse abgestimmt und ganz unkompliziert online abzuschließen – auch noch kurz vor dem Start in den Urlaub! – ist die Auslandsreise-Krankenversicherung singleTRAVEL von AXA.
 
Ihre Vorteile zu 100 Prozent, z.B.:
  • Absicherung für bis zu 56 Tage auf jeder Reise weltweit – egal, wie oft Sie im Jahr verreisen
  • Kostenübernahme für unvorhergesehene medizinisch notwendige Behandlungen auf Reisen im Ausland
  • Übernahme der Kosten für einen medizinisch sinnvollen und vertretbaren Rücktransport nach Deutschland – wenn Sie wünschen, auch inklusive Organisation des Rücktransports 
  • Bei einer stationären Behandlung von Kindern bis 5 Jahren: Übernahme der Kosten für Begleitperson 
  • Verzicht auf die Geltungsmachung der Kostenerstattung gegenüber der privaten Krankheitsvollkostenversicherung – wenn dadurch ein Nachteil für Sie entsteht
Informieren Sie sich zu den zum umfassenden Versicherungsschutz der Auslandsreise-Krankenversicherung singleTRAVEL.


Rio ohne Reue - Risiken vermeiden

Brasilien ist ein schönes Land mit freundlichen Menschen. Dennoch herrschen dort nicht nur Sonne und Samba, sondern durch gesellschaftliche und politische Probleme auch Dunkelzonen, um die man besser einen Bogen macht. Hier die wichtigsten Insider-Tipps von Landeskennern:

  • Kameras und Smartphones diskret benutzen
  • Ausweispapiere kopieren, Originale im Hotel lassen
  • lieber (die gut überwachte) Metro als Busse benutzen
  • vertrauenswürdige Taxifahrer im Hotel erfragen
  • unbelebte Viertel (wie das Zentrum von Rio nach Geschäftsschluss) meiden
  • keine nächtlichen Strandspaziergänge 
  • bei Überfällen keinen Widerstand leisten  
  • dafür immer etwas Bargeld in der Tasche tragen
  • Getränke in Bars und anderen Lokalitäten nie unbeaufsichtigt lassen
  • keine flüchtigen Bekannten ins Hotel mitnehmen
  • diskret bezahlen
  • Armenviertel meiden
  • Im Stadtverkehr die Fenster des Fahrzeugs geschlossen und die Türen verriegelt lassen und Wertgegenstände außer Sichtweite deponieren
  • abends nicht außerhalb der Städte mit Mietwagen fahren
  • Demonstrationen und Menschenansammlungen meiden
  • Nicht „oben ohne" baden, das gilt in Brasilien als Erregung öffentlichen Ärgernisses ebenso das Wechseln der Kleidung in der Öffentlichkeit, z. B. am Strand, beides kann zur Festnahme führen.
Wichtige Informationen:

Lesen Sie auch im PLUS:

Nutzen Sie auch Ihren Vorteil im PLUS:

Rechtliche Hinweise
Die Artikelinhalte werden Ihnen von AXA als unverbindliche Serviceinformationen zur Verfügung gestellt. Diese Informationen erheben kein Recht auf Vollständigkeit oder Gültigkeit. Bitte beachten Sie dazu unsere Nutzungsbedingungen.