Das Smartphone – der Deutschen bester Freund

ROLAND Rechtsschutz forsa-Umfrage


Wie smart sind Sie am Phone? Können Sie im wahrsten Sinne des Wortes auch mal abschalten oder leiden Sie bereits an der neuesten Zivilisationskrankheit – dem „Handynacken“? Bei den meisten Smartphone-Nutzern ist das Smartphone immer dabei – neben der Kaffeetasse beim Frühstück, in der U-Bahn, am Arbeitsplatz und sogar neben dem Teller beim Mittagessen. Immer erreichbar und immer online – das sind die Gebote der „Generation Smartphone“.

Eigentlich wurde das Mobiltelefon zum Telefonieren entwickelt – einige geben sich damit auch heute noch zufrieden, der Anteil sinkt jedoch ständig. Nur noch 44% aller Mobiltelefone sind klassische Geräte, 56% aller Geräte weltweit sind Smartphones – und bis 2018 soll dieser Anteil auf ganze 66,5% steigen. In Deutschland nutzen 63% der Gesamtbevölkerung ein Smartphone – weltweiter Spitzenreiter ist Singapur mit einer Smartphone-Dichte von  91%. Wie die Nutzungsgewohnheiten in Deutschland im Detail aussehen, hat unser Partner im Rechtsschutzbereich – ROLAND Rechtsschutz – mithilfe einer forsa-Umfrage herausgefunden.


Wer? Was? Wie? Wo? Wann? Warum?

Das Smartphone ist überall, wo wir sind – auf der Straße, im Auto, am Strand und sogar im Schlafzimmer und auf der Toilette. Die Kernergebnisse der Studie zeigen dies deutlich: 89% der unter 30-Jährigen nutzen Messaging-Dienste zur Kommunikation mit Freunden und Familie, mehr als die Hälfte der Männer nutzt das Smartphone am stillen Örtchen, fast die Hälfte der Nutzer unter 30 Jahren fühlt sich durch eingehende Mitteilungen gestresst oder genervt und unsere Mitbürger im Osten Deutschlands legen höheren Wert auf eine sichere Übermittlung von Fotos, Videos oder vertraulichen Nachrichten. Im Detail sieht dies wie folgt aus:


Tippen bis die Finger glühen

Haben Sie schon einmal von „WhatsAppitis“ gehört? Ja, das gibt es! Eine spanische Ärztin stellte diese Diagnose bei einer jungen Frau, die mit einer Sehnenentzündung in ihre Praxis kam. Sie hatte zu Weihnachten mindestens sechs Stunden am Tag WhatsApp-Nachrichten an ihre Familie und Freunde versendet und deshalb schmerzten die Finger. Ein Entzündungshemmer und striktes Textnachrichtenverbot haben die „WhatsAppitis“ dann wieder geheilt. Die forsa-Umfrage von ROLAND bestätigt diesen Trend, denn 72% der Befragten nutzen Messaging-Dienste wie WhatsApp oder den Facebook-Messenger, um mit Freunden und Familie zu kommunizieren – bei unter 30-Jährigen sind es sogar 89%. Das Tippen von E-Mails und SMS wird mit 40% und 39% nicht mehr so häufig zur schriftlichen Kommunikation genutzt. Aber es gibt noch Smartphone-Nutzer, die das Gegenüber tatsächlich Hören und Sehen möchten – 25% der Befragten nutzen Video-Telefonie, wie Skype oder FaceTime. Dass die eigentliche Funktion eines Mobiltelefons nach wie vor im Einsatz ist, zeigt der hohe Anteil von 81% aller Personen, die es tatsächlich noch zum altmodischen Telefonieren nutzen.


Auszeiten für Mensch und Smartphone

Mal so richtig abschalten – das kann bei unterschiedlichen Personen ganz verschieden aussehen. Für manche ist es das Größte, für niemanden erreichbar zu sein – für andere bedeutet es, sich voll und ganz dem Smartphone hinzugeben und sich ausschließlich damit zu beschäftigen. Das zeigen auch weitere Ergebnisse der Studie: 62% nutzen das Smartphone nur während den Mahlzeiten nicht, bei 52% bleibt das Smartphone während der Nacht aus. Bei Treffen mit Freunden ist der ständige Begleiter bei 55% trotzdem eingeschaltet, um auch in dieser Zeit nichts zu verpassen.

Männer sind nicht multitaskingfähig? Das sieht zumindest bei einem Punkt nicht so aus: 55% der Männer nutzen das Smartphone sogar auf der Toilette – bei den Frauen sind es nur 44%. Und für die Smartphones von 7% der Befragten gibt es gar keine Pausen – sie werden niemals ausgeschaltet und zu jeder Tages- und Nachtzeit genutzt.


Die Geister, die ich rief ...

Immer auf dem Laufenden zu bleiben, kann manchmal auch ganz schön nerven. Durch die ständigen Updates, Mitteilungen oder Benachrichtigungen fühlen sich 35% der Smartphone-Nutzer gestresst oder genervt. Bei den „Heavy Usern“ der Messaging-Dienste unter 30 Jahren ist dieser Anteil sogar noch höher – 43% stehen durch die vielen eingehenden Nachrichten unter Strom und Stress.

Kleines Gerät – großes Konfliktpotenzial

Mal ganz ehrlich: Nervt es Sie nicht auch, wenn Sie mit Freunden oder Ihren Kindern am Tisch sitzen, sich unterhalten möchten und die anderen alle paar Minuten wie gebannt auf das Smartphone starren? Das ist nicht nur unhöflich, es kann daraus sogar ein handfester Streit entstehen – wie die Ergebnisse der Studie beweisen. Bei 18% – also fast jedem Fünften – führte die ständige Nutzung des Smartphones schon zu Streit oder Ärger mit den Mitmenschen, bei unter 30-Jährigen sind es sogar 37%. Ganz oben auf der Stress- und Streitliste stehen mit 38% die Probleme mit der Familie, knapp gefolgt von Diskussionen mit dem Partner mit 37% und Freunden sowie Bekannten mit 33%. Entweder sind Kollegen, Vorgesetzte oder der Chef toleranter im Umgang mit dem ständigen Begleiter – oder es wird das Handy in diesem Umfeld weniger intensiv genutzt. Stress mit Kollegen hatten bisher nur 15%, mit dem Chef oder Vorgesetzten 14%.


Denken vor dem Senden!

Das falsche Bild an die falsche Person zu senden, hat schon so manche Freundschaft oder Beziehung auf eine harte Probe gestellt – wenn aber Bilder oder Nachrichten in falsche Hände geraten, kann das noch viel schlimmer ausgehen. Auch Diebe oder Einbrecher nutzen diese Technologie – und zum Beispiel die Information, dass die Wohnung während des Urlaubs für zwei Wochen leer steht, gleicht praktisch einer Einladung für so manche Kriminelle. Es ist daher schon erstaunlich, dass 62% der Befragten beim Versand von Fotos, Videos oder vertraulichen Nachrichten nicht auf eine sichere Übermittlung der Daten achten.

Bei diesem Punkt teilt sich Deutschland in zwei Lager: Das Sicherheitsdenken ist im Osten der Bundesrepublik scheinbar besser ausgeprägt als bei den Mitbürgern im Westen. 47% der Ostdeutschen achten auf die Sicherheit beim Umgang mit sensiblen Daten – im Westen verschlüsseln nur 36% ihre Daten bzw. gehen mit Vorsicht damit um. Es scheint so, dass manche Menschen ihrem Smartphone mehr Vertrauen schenken als ihren besten Freunden im realen Leben ...

Mehr zur Studie von Roland Rechtsschutz können Sie hier nachlesen:

Studie Roland Rechtsschutz mit forsa (PDF, 74 KB)
Abseits der Studie: Das Handy im Straßenverkehr – darauf sollte geachtet warden

Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer – wer seinen Blick und seine Gedanken nicht auf das Geschehen im Straßenverkehr ausrichtet, läuft Gefahr, eine rote Ampel, einen anderen Verkehrsteilnehmer oder auch die nächste Kurve zu übersehen. Daher sollte die Devise im Straßenverkehr lauten: Hände weg vom Handy! Auch das Telefonieren mit Freisprechanlage vermindert die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr, da man sich auf das Telefongespräch konzentrieren muss. Beim Lesen oder Schreiben ist die Ablenkung noch viel größer als beim Telefonieren. Wer mit 50 Kilometern pro Stunde zwei Sekunden auf ein Display sieht, fährt in der Zeit knapp 30 Meter weit. Auf der Landstraße bei 100 Stundenkilometern sind es knapp 60 Meter ohne direkte Sicht auf die Straße – auf dieser Strecke kann sich so einiges ereignen.

Autofahrer, die mit dem Handy erwischt werden, müssen mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Wer als Radfahrer telefoniert, muss 25 Euro zahlen. Für Fußgänger gibt es solche Strafen bisher nicht. Gönnen Sie also besser Ihrem Smartphone eine Pause, während Sie unterwegs sind ...

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