Teure Fotos! Wieviel kostet Sie ein Blitzer wirklich?



Beim Blitz-Marathon im April 2015 wurden auf Deutschlands Straßen rund 91.000 Temposünder ausgebremst. Und das, obwohl die Aktion vorher schon bekannt gemacht worden war. Seit nunmehr drei Jahren gibt es den „Blitz-Marathon“, der auf die Gefahren von zu schnellem Fahren aufmerksam machen soll. Denn Rasen ist die Ursache für rund 48.000 Unfälle jährlich. Damit diese Zahl noch weiter sinkt, setzt die Polizei auf Aufklärung, wie durch den Blitz-Marathon und Bußgelder.

Doch welche Überschreitung kostet eigentlich wieviel? Wann müssen Autofahrer um ihren Führerschein bangen? Und was können Fahrer tun, die auf die Fahrerlaubnis angewiesen sind? Benjamin Dahm aus der Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte ist Partneranwalt von ROLAND Rechtsschutz und fasst für Sie das Wichtigste zum Thema Geschwindigkeitsverstöße zusammen.


Rechtstipp: Bußgelder und Führerscheinentzug bei zu schnellem Fahren

Die Spannbreite ist groß: Wer außerhalb einer Ortschaft mit bis zu zehn Stundenkilometern über der zulässigen Geschwindigkeit in die Radarkontrolle fährt, muss zehn Euro bezahlen. Autofahrer, die innerorts mehr als 70 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho haben, greifen mit 680 Euro tief in die Tasche. Im Mai 2014 wurde ein neuer Bußgeldkatalog eingeführt. Und der hat sich auch auf die Punkteregelungen ausgewirkt: Ab 21 Stundenkilometern über dem Soll bekommt der Fahrer einen Punkt, sprich einen Eintrag im Fahreignungsregister. Bei acht Punkten ist der Führerschein dann für mindestens ein halbes Jahr weg. Und schon ein einziger Verstoß genügt, um den Fahrer seinen „Lappen“ zu kosten: Innerorts reichen 30 Stundenkilometer über dem Soll, um die Fahrerlaubnis für einen Monat zu verlieren.

„Mit der neuen Verordnung sollen Autofahrer stärker für Verkehrsverstöße sensibilisiert und Unfälle reduziert werden“, erklärt der Fachanwalt für Verkehrsrecht Benjamin Dahm. Schließlich kommen jedes Jahr mehrere Tausend Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Also lieber an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten – nicht nur beim Blitz-Marathon!


Rechtstipp: Einspruch gegen Bußgeld oder Fahrverbot!

Im Briefkasten liegt ein Bußgeldbescheid samt „Blitzer-Schnappschuss“ – doch der Fahrer ist nicht zu erkennen. Kann der Halter des Fahrzeugs sich gegen den Bescheid wehren?

„Grundsätzlich kann man gegen jeden Bußgeldbescheid innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen“, so der ROLAND-Partneranwalt. „Lässt sich nicht ermitteln, wer den Wagen gefahren ist, wird der Bußgeldbescheid eventuell fallengelassen.“ Versucht der Halter aber immer wieder, mit dieser Begründung um Knöllchen herumzukommen, könnte er dazu verpflichtet werden, ein Fahrtenbuch zu führen. Ein anderer Fall: Wer seinen Führerschein abgeben soll, diesen aber dringend braucht, hat ebenfalls Möglichkeiten. „Selbstständige, die ohne ihre Fahrerlaubnis um ihre Existenz bangen müssen und Angestellte, deren Arbeitsplatz aufgrund des Fahrverbots gefährdet wäre, können dagegen vorgehen. Gegebenenfalls wird dann auf die Sanktion verzichtet, dafür aber meist die Geldbuße verdoppelt.“

Mit dem Bussgeldrechner von verkehrsportal.de können Sie Ihr Bussgeld berechnen.

Die Rechtstipps in diesem Artikel wurden Ihnen von der ROLAND-Rechtsschutzversicherung präsentiert.

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